Wohnmobil richtig mieten

2009 habe ich für einen mehr als dreiwöchigen Trip für meine Eltern und mich für einen großen Skandinavien-Trip ein Wohnmobil gemietet. Außerhalb der Saisonzeiten kann es sehr attraktiv sein, um Pauschalpreise zu feilschen.
2009 habe ich für einen mehr als dreiwöchigen Trip für meine Eltern und mich ein großes Alkoven-Wohnmobil für einen großen Skandinavien/Baltikum-Trip gemietet. Außerhalb der Saisonzeiten kann es sehr attraktiv sein, um Pauschalpreise zu feilschen bzw. Angebote kritisch zu vergleichen.
Die Urlaubssaison 2015 wirft ihre Schatten voraus. Besonders all diejenigen, die auf Ferienzeiten fixiert sind, sollten spätestens jetzt planen. Wer mit Wohnmobil- oder Caravan-Urlaub liebäugelt, ist gut beraten, erst zu mieten bzw. wenigstens Probe zu fahren. Nie war das Mieten eines mobilen Heims so einfach und so sicher. Für alle, die diese Urlaubsform mal ausprobieren möchten, anbei einige Tipps rund um die Anmietung eines mobilen Heims.
Das richtige Fahrzeug – Wohnwagen oder Wohnmobil?
Die Wahl des richtigen Fahrzeugs ist eine Frage der persönlichen Urlaubs-Philosophie und -wünsche. Für Camper, die gerne rund um den Urlaubsort Touren in die Umgebung unternehmen möchten, ist der Wohnwagen ideal. Er bleibt auf dem Campingplatz und die Urlauber sind mit dem PKW auch in engen Gassen und Serpentinen mobil. Nachteil: Es entstehen in der Hochsaison teils beträchtliche Gebühren für Campingplätze!
Das Reisemobil dagegen ist ideal für all jene, deren Weg das Ziel ist – die irgendwo bleiben, wo und wie lange es ihnen gefällt und mit dem Rad oder per Pedes die Umgebung erkunden. Aber auch der Preis, die Anzahl der Mitreisenden und die erforderliche Fahrerlaubnis entscheiden über die Wahl des Fahrzeugs. Stellplätze und „wildes campen“ sparen Kosten – dafür ist die Anmietung bedeutend teuer.
Preise vergleichen und sparen
Die Kosten für die Anmietung eines mobilen Heims hängen von Größe, Ausstattung und Reisezeit ab. Wer zeitlich flexibel sein kann, bucht außerhalb der Schulferien – das spart bares Geld. Besser ist es, Angebote zu vergleichen und auf spezielle Rabattaktionen zu achten.
Mietpreise für Caravans oder Reisemobile werden immer pro Tag berechnet, die Mindestmietzeit beträgt eine Woche. Hinzu kommen (meistens) eine Servicepauschale für die Bereitstellung des Fahrzeugs inklusive einer Gasflasche sowie die Kaution. Eine Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung ist in der Regel inklusive. Die Selbstbeteiligung entspricht meist der Höhe der Kaution und wird im Schadensfall damit verrechnet. Eine Zusatzversicherung zur Reduzierung der Selbstbeteiligung ist wärmstens zu empfehlen!
Urlaubsabenteuer mit und ohne Kinder
Caravans oder Wohnmobile sind ideal zum Verreisen mit Kindern. Bei Reisemobilen sollte man darauf achten, dass ausreichend Schlafplätze und Sitzplätze mit Dreipunktgurten vorhanden sind. Für Paare kann bereits ein gut ausgestatteter Campingbus eine flexible und kostengünstige Wahl sein.
Keine Hürden bei der Fahrerlaubnis
Mit dem Führerschein der Klasse 3 (vor 1999) dürfen Autofahrer nahezu jedes Reisemobil lenken und jeden Wohnwagen ziehen. Etwas anders sieht es bei der Fahrerlaubnis B aus, die nach 1999 ausgestellt wurden. Hier darf das bewegte Fahrzeug das Gesamtgewicht von 3,5 t nicht überschreiten. Die Hersteller sind jedoch längst darauf eingestellt und bieten komfortable und großzügig ausgestattete Reisemobile an, die auch mit einem B-Führerschein gefahren werden dürfen.
Für das Ziehen eines Caravans muss eine zusätzliche Erlaubnis erworben werden. Seit Januar 2013 gibt es den B96-Führerschein, der den Erwerb dieser Zusatzqualifikation deutlich leichter macht. Mit dieser Erweiterung dürfen Inhaber eines B-Führerscheins Pkw-Anhänger-Kombinationen bis 4,25 t bewegen. Nach einer eintägigen Schulung können damit etwa 90 Prozent der auf dem Markt verfügbaren Caravans gezogen werden. Eine Prüfung ist nicht nötig und der B96-Führerschein ist deutlich günstiger als die Fahrerlaubnis BE.
Übergabe & Rückgabe
Für die Übergabe und Rückgabe des mobilen Heims sollten sich Urlauber ausreichend Zeit nehmen. Gemeinsam mit dem Vermieter wird der Zustand des Fahrzeugs von innen und außen geprüft – bestenfalls bei Tageslicht. In einem Protokoll werden die wesentlichen Punkte festgehalten. Hierzu gehört auch die Überprüfung der Vollständigkeit des Zubehörs und Inventars. Für Geschirr, Bettwäsche und Handtücher müssen Reisende in den meisten Fällen selbst sorgen. Vor der Rückgabe sind bei vielen Anbietern der Innenraum und die Toilettenkassette zu reinigen sowie der Wassertank zu leeren.Campingplatz bei GapFachhändler: Wie Urlauber die Spreu vom Weizen trennen
Ein guter Fachhändler nimmt sich immer ausreichend Zeit für Besichtigung, Erklärungen und eine ausführliche Einweisung. Bei soliden Vermietern erhält man stets Modelle mit Top-Ausstattung. Keines der Fahrzeuge sollte älter als zwei Jahre sein. Vor jeder Reise sollte es einem gründlichen Check-Up durch eine Meisterwerkstatt unterzogen worden sein.
Mein Ratschlag: Genau prüfen, wofür man selbst haftet und in welcher Art und Weise der Vermieter bei Pannen hilft! Nicht jedes Versprechen wird gehalten, nicht jede Versicherung ist ihr Geld auch wert! Nur das, was schriftlich vereinbart wurde, gilt im Zweifel!
Wer jetzt noch ein gebrauchtes Schnäppchen machen möchte: Aufpassen! „Sofort urlaubsklar“ ist aus juristischer Sicht lediglich „eine Anpreisung ohne Garantiewillen“. Das musste ein Münchner Käufer sich vom Amtsgericht ins Urteil schreiben lassen, obwohl sein als „urlaubsklar“ angepriesenes Reisemobil bereits nach 30 km Fahrtstrecke wegen einer defekten Einspritzpumpe den Dienst versagte. (Az.:264 C 1007/08 – das Urteil ist rechtskräftig)
Auch alle vom Händler angepriesenen Eigenschaften des gebrauchten Fahrzeugs sollte man sich schriftlich geben lassen. Wenn in Internet-Börsen gebrauchte Fahrzeuge mit einem Wert von mehreren Tausend Euro als „Bastlerfahrzeug“ gepriesen werden, ist etwas oberfaul!

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