Weiße Tempelpracht

Die Zahl buddhistischer Tempelanlagen in Thailand ist schier unüberschaubar. Selbst wer bereits viele davon besucht hat, kommt 40 Kilometer südöstlich von Chiang Rai am Highway 1 ins Staunen. Ein Muss für jeden, der Nord-Thailand bereist! Doch nur wenige Reiseführer weisen bisher auf dieses Kleinod hin, längst nicht jeder Pauschal-Tourist lernt diesen Ort kennen.
Weißer Tempel
In strahlendem Weiß statt Gold wird der Besucher im Sonnenlicht förmlich von der Pracht des Weißen Tempels (Wat Rong Khun) geblendet. Die Idee zu diesem imposanten buddhistischen Ausnahme-Tempel hatte der erfolgreiche thailändische Maler Chalermchai Kositpipat. Im Alter von 42 Jahren (1997) beschloss er, mit dem durch seine Kunst verdienten Vermögen ein einmaliges buddhistisches Kunstwerk zu errichten. Wat Rong Khun ist nicht einfach nur ein beliebiger Tempel – es ist ein Arrangement von mehreren Gebäuden und märchenhaften Plastiken. So großartig sich die Anlage bereits darstellt – sie ist nicht fertig. Es wird immer noch weiter gebaut.
white temple
Dieses bis in kleinste Detail ausgeschmückte Bauwerk verschlägt westlichen Besuchern förmlich die Sprache. Allein die Mischung aus Furcht einflössenden Figuren und glitzernden Verzierungen aus Glasscherben ist einzigartig. Wie interpretiert der Schöpfer sein „Kind“ selbst? „Es war meine Intention, einen Tempel in zu bauen, der gleichsam den Himmel imitiert. Ich wollte, dass es ein Himmel auf Erden wird. Ich baute ein Hauptgebäude im buddhistischen Kloster. Ich wollte ein Haus Buddhas ganz in Weiß und Glas schaffen, dass seine Reinheit und seinen Verstand symbolisiert und nicht nur auf Erden, sondern bis ins Weltall scheint.“
Tempel
Um in das Hauptgebäude des Weißen Tempels zu gelangen, führt eine Brücke als erstes über zahllose Hände und vereinzelte eingearbeitete Grimassen, die aber nur von der Brücke selbst zu erkennen sind. Verschiedene Figuren säumen den Weg, bevor der Anblick auf den Eingang frei gegeben ist. „Diese Brücke symbolisiert den Übergang vom Zyklus des Lebens zum Land Buddhas. Vor der Brücke ist ein kleiner Halbkreis, der die Welt symbolisiert. Der große Halbkreis mit den Dämonen-Königen nimmt Leidenschaft und Wunsch auf“, sagt Kositpipat. Auf der Brücke zum Tempel sind 16 Ungeheuer zu sehen, die 16 Typen der Leidenschaft vertreten. Die Mitte der Brücke symbolisiert den Sumeru-Berg, der die Wohnung von Göttern ist. Der Teich steht für den Sithandorn-Ozean. Viele Menschen fragen den Künstler, was ihn zum Bau des Weißen Tempels inspirierte. Er nennt drei Motive: „Nationalstolz, die Religion und die Verehrung des Königs.“
Mehr als 30 Millionen Baht (ca. 690.000 Euro) hat der Künstler in seinen Traum bereits investiert. 200 – 230 Euro spenden Besucher täglich. Der Eintritt ist kostenlos. Im Inneren des Tempels herrscht Foto-Verbot – dort entsteht derzeit ein Wandgemälde.
So kommt man zum „Weißen Tempel“
International:
Flug nach Bangkok (z.B. ab Frankfurt mit Qatar Airways via Doha ab ca. 610 Euro), Weiterflug nach Chiang Rai (ca. 1,5 Stunden Flugzeit, um 30 Euro Oneway mit AirAsia)
Auf dem Landweg von Laos kommend:
Mit dem Minibus vom thailändischen Grenzort Chiang Khong nach Chiang Rai (um 10 Euro)
Auf dem Landweg von Myanmar kommend:
Mit dem Minibus vom thailändischen Grenzort Mae Sai nach Chiang Rai (ca. 12 Euro)
Von Chiang Rai aus schließt man sich am besten einer Tour an, die den Weißen Tempel im Programm hat. Auch in Chiang Mai werden Tagesausflüge angeboten, die diese Sehenswürdigkeit einschließen.
Beste Reisezeit: November bis Mai

One thought on “Weiße Tempelpracht

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