Was der Reise-Michel nicht mag

Selbst notorische Reise-Nörgler haben inzwischen begriffen, dass nicht alles, was sie nicht mögen, einen justitiablen Reklamationsgrund darstellt. Von Dauer-Beschwerden unterwegs hält sie das aber nicht ab. Da ich seit Jahren leidvolle Erfahrungen mit diversen deutschen Touristen buchstäblich gesammelt habe, anbei ein „best of“:
„Reklamations“-Grund Nummer 1 ist und bleibt beim deutschen Michel das Essen! Wenn das Frühstücks-Buffet nicht mindestens pro Kopf zwei gekochte Eier her gibt, ist der Urlaub im Eimer gewesen! Fehlen so urdeutsche Wurstsorten wie Leberwurst oder Teewurst, gilt selbiges. Dass der deutsche „Prol“ natürlich auch jenseits der Grenzen meint, beliebig viele Brotsorten vorfinden zu müssen, versteht sich von selbst. Ganz schlimm wird es, wenn nicht alles am Buffet auch in deutscher Sprache geschrieben steht.
Ein wichtiger Stein des Anstoßes ist das Abendessen: Zu wenig Fleisch steht ganz oben auf der Liste der Kritikpunkte. Vor allem dann, wenn es das Mahl in Menüform gibt – und man nicht am Buffet wahre Berge aufladen kann.
Ganz schlimm: Kein deutsches Bier! Da tickt so manch männlicher Teutone dann sogar richtig aus!
Noch schlimmer: Es werden nicht alle deutschen Wünsche von den dienstbaren Geistern vor Ort erraten – und postwendend erfüllt.
spanische-bettenburg
Das nächste Übel: Kein deutsches TV-Programm im Ausland (oder wenigstens nicht genügend Sender, um Fußball zu schauen)! Auweia! Ich frage mich stets besorgt, ob die Kritikaster daheim französisches oder ägyptisches TV wirklich empfangen …
Das größte Übel: Man spricht nicht immer und überall Deutsch.
Das allergrößte Übel: Es sind nicht genügend Liegen vorhanden, auf die man frühmorgens um 5.30 Uhr zwecks „Reservierung“ sein Badetuch legen kann. Abartig!!
Das Mega-Übel: Je weniger der deutsche Tourist zahlt, umso ausufernder sind seine Ansprüche. Motto: Ich möchte Dacia Logan zahlen – und Mercedes S-Klasse im Urlaub bekommen!
Da wünschte mir dann doch, dass so mancher Zeitgenosse auf Balkonien Urlaub machen würde. Es wäre dem ohnehin nicht sonderlich guten Ruf der Deutschen im Ausland mehr als zuträglich. „Man spricht deutsch“ stammt aus dem Jahre 1988 – ist aber aktueller den je!

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