Traum-Wanderroute: Torrent de Pareis (Mallorca)

Für wetterfeste und konditionsstarke Wanderer eine Traumroute auf Mallorca: Die Schlucht des Torrent de Pareis. Das Abenteuer beginnt in der Sa Calobra. Die touristische Erschließung der nach der Samaria-Schlucht auf Kreta zweitgrößten Schlucht des Mittelmeer-Raumes begann mit dem Bau der 12,5 Kilometer langen Serpentinenstraße zur Cala de Sa Calobra, die im Jahre 1935 fertiggestellt wurde. Bis dahin war die Bucht und die Schlucht des Torrent de Pareis nur durch Boote oder auf Wanderwegen erreichbar. Für die atemberaubenden Serpentinen sollte man (einfache Wegstrecke) bei entsprechender Zahl von Foto-Stopps 45 Auto-Minuten einplanen.
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Wanderungen durch die Schlucht des Torrent de Pareis erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Nebensaison-Vorteil (wir waren im Dezember 2008 unterwegs): Kaum ein Mensch da! Für die Gesamtdurchquerung mit dem Restaurant „Escorca“ im gleichnamigen kleinen Ort als Ausgangspunkt muss man vier bis fünf Stunden einplanen, wobei professionelle Wanderschuhe und Klettererfahrung unbedingte Voraussetzung sind. In Wanderführern wird diese Tour zu Recht als die anspruchsvollste und gefährlichste der Insel bezeichnet. 600 Meter Höhenunterschied sind zu bewältigen!

Der Weg wird durch kleine Steinhaufen und grüne Pfeile markiert. Im Hangbereich vor dem Einstieg in die Schlucht kommt es trotzdem häufig vor, dass Wanderer die Orientierung verlieren, da sowohl die Steinhaufen als auch die Pfeile kaum zu erkennen sind. Der Abstieg in die Schlucht erfolgt im Allgemeinen über die Bergflanke nordwestlich des Hangs.
Bei Regen oder kurz nach Niederschlägen ist der Torrent de Pareis nur äußerst schwer zu bewältigen. Zwar ist das Geröllbett der Schlucht im Sommer fast ausgetrocknet, dennoch können schon kleine Regenfälle für glitschiges Gestein und Wasseransammlungen sorgen, die die Durchquerung plötzlich stark erschweren bzw. unmöglich machen. An einigen Stellen wurden daher Fixseile angebracht. Trotzdem kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken von Touristen und waghalsigen Bergungsaktionen der mallorquinischen Bergwacht.

Wir sind nur einen Teil der Strecke gewandert, da es zuvor stark geregnet hatte. Aber es ließ sich erahnen, dass es wirklich ein Traum-Route ist. Ein ganzer Tag geht aber gewiss drauf, wenn man diesen Weg in Angriff nimmt. Zu erahnen war leider auch, dass zur klassischen Wanderzeit auf Mallorca dort die Hölle los sein dürfte: An der Cala de Sa Calobra hat man sich auf die Touristenströme eingestellt. Es sind viele Gaststätten und Bars entstanden. Selbst Parkplätze werden vermarktet, es gibt nur wenige kostenfreie Fahrzeug-Abstellmöglichkeiten.

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