Thailand-Trip ohne Nachwehen

Krankenhaus, Gefängnis oder leider auch Sarg – das sind die möglichen „Endstationen“ des einen oder anderen Thailand-Urlaubers. Der Tourismus in dem wunderschönen fernöstlichen Land boomt nach wie vor. Bei deutschen Touristen leider aber auch Selbstüberschätzung, zu viel Alkohol, ungeschützter Sex oder kein ausreichender Versicherungsschutz bei Unfall und Erkrankung – die Sündenliste ist im einstigen Siam lang. Und viele sind sich des Umstands nicht bewusst, dass ein Joint am Strand von Koh Phangan oder im Hotel in Chiang Mai ebenso illegal ist wie die eigenmächtige Verlängerung des Aufenthalts ohne behördlichen Stempel. Wer erwischt wird und seine Geldstrafe nicht oder nicht rechtzeitig zahlt (oder zahlen kann), muss dafür rascher ins Gefängnis als er ahnt. Und wer pleite ist, bekommt von der deutschen Botschaft keinen müden Cent!!
Herz- und Kreislaufversagen sind die häufigsten Todesursachen der Urlauber. An zweiter Stelle registriert die Deutsche Botschaft in Bangkok Verkehrsunfälle, nicht selten auf einem Motorrad oder Moped. Im Jahr 2006 starben z. B. mehr als 150 Deutsche in Thailand, die meisten durch leichtsinniges Verhalten. Tendenz seit Jahren steigend. Wohl nirgendwo können „heiße Öfen“ so günstig gemietet werden wie hier in den bekannten Urlaubsorten. Das Motorrad mit Hubraum und PS satt ist pro Tag oft schon für weniger als 20 Euro, das Moped ab fünf Euro zu mieten. Nach einem Führerschein fragt der thailändische Vermieter selten, versichert ist die Maschine meist nicht. Oft folgen bei Rückgabe des „Zweirades“ langwierige Debatten über Schäden an Blech und Technik – meist endet dies in saftigen Nachzahlungen. Das volle Risiko trägt der Tourist, oft ohne es zu wissen. Und viele Touristen haben keine Auslands-Krankenversicherung!
Verkehrschaos Bangkok
Die Botschaft in Bangkok registriert pro Jahr mehr als 100 neue Haftfälle deutscher Besucher, meist wegen Betrügereien und überzogener Aufenthaltsberechtigung. Wer länger als vier Wochen in Thailand Urlaub macht, braucht ein Visum. Wer Fristen überzieht und Strafgebühren nicht zahlt, dem droht Abschiebehaft und meist eine mehrjährige Einreise-Sperre.
Selbst in weniger bekannten Orten machen Bikevermieter gute Geschäfte. Die Thailändische Tourismusbehörde in Bangkok (TAT) wünscht sich, dass alle Touristen Gesetze und Sitten im Königreich befolgen: „Zum Glück gerät nur ein Bruchteil unserer Gäste in Schwierigkeiten“, sagt deren Europa-Vertreter. „Wer sich auch auf Reisen so um seine Sicherheit und Gesundheit kümmert wie zu Hause, für den ist dann auch das Risiko in Thailand sehr gering.“

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