Schlemmen und schlummern im Hirschberger Tal

Die Vergangenheit ist im Hirschberger Tal (rund um Jelenia Gora) wieder allgegenwärtig: Liebevoll restaurierte Schlösser mit Türmchen, Dächern in Ziegelrot und weitläufigem Park drum herum. Und mitunter sind die herrschaftlichen Häuser nur einen Steinwurf voneinander entfernt. So wie der „Palac Wojanow“ (ehemals Schloss Schildau) und „Palac Lomnica“ (Schloss Lomnitz) – beide seit wenigen Jahren als Hotels wieder auferstanden.

Das ehemalige Schloss Schildau (erstmalige Erwähnung fand das Anwesen bereits 1299) wurde 1839 von Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. als Sommersitz für seine Tochter Luise gekauft. Wo sich früher Stallungen, Gesindehaus und sonstige Nebengelasse befanden, sind heute Tagungsräume, 82 Hotelzimmer (elf luxuriöse Suiten befinden sich im Schloss), der Spa-Bereich (öffentlich!) und die Rezeption untergebracht. Der Park ist 18 Hektar groß und gerade im Herbst, wenn frühmorgens Nebelschwaden die Bäume im Park umranken, wirkt die Szenerie wie im Märchen.

Schloss Lomnitz gleich nebenan ist nun schon einige Jährchen (wieder) im Besitz der deutschen Familie von Küster. Das Große Schloss von 1720 ist Tagungsstätte, Museum, Veranstaltungsort und Wohnraum der Eigentümer zugleich. Das so genannte Kleine Schloss aus dem Jahre 1805 ist ein schmuck hergerichtetes Hotel (zwölf Zimmer, sechs Appartements). Ein paar Schritte vom Schloss entfernt befindet sich das mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Restaurant „Alter Stall“ mit einem schönen Garten.

Ein besonderes Kleinod ein paar Kilometer weiter ist das Eichenschloss, der „Palac Debowy“, in Karpniki. Wenige, aber sehr stilvoll eingerichtete Zimmer und absolute Privatsphäre (der Schlosspark ist nicht öffentlich zugänglich!), verbunden mit allen erdenklichen Wellness-, kulinarischen und sonstigen Annehmlichkeiten des Lebens, machen den Reiz dieser Luxus-Herberge aus.

Schloss Stonsdorf ist da etwas erschwinglicher (34 Doppelzimmer, wobei jedes Zimmer als Einzelzimmer genutzt werden kann, darunter auch vier Appartements). Jedes der Zimmer zeichnet sich durch seine individuelle Inneneinrichtung aus, die, je nach der Lage der Zimmer, dem Charakter der jeweiligen Monate und Tierkreiszeichen angepasst ist. Ein Traum ist der von Lenné entworfene Schlosspark mit uraltem Baumbestand und herrlichen Sichtachsen. Vor einem Jahr gewann das Hotel als „Luxusmarke des Jahres 2010“ in der Kategorie „Schlosshotel“.

Nicht weit von Schloss Stonsdorf (Staniszów) befindet sich der „Palac Na Wodzie“. Der renovierte Palast ist ein Familienunternehmen. Das Erdgeschoss dient als Restaurant, die zwei oberen Etagen bestehen aus zwölf Hotelzimmern. Im Umfeld gibt es an den Gebäuden noch genügend Arbeit für Jahre – aber Park und Teich entschädigen für derzeit noch Unfertiges.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch in Jelenia Gora der „Palac Paulinum“. Der Palast Paulinum wurde im 19. Jahrhundert für den deutschen Fabrikanten Richard von Kramst erbaut. Nach dem 2. Weltkrieg verfiel der Palast inmitten eines sehr großen Waldparks zunehmend. Er wurde in den vergangenen Jahren von Grund auf restauriert und bietet nun schlafen und schlemmen auf höchstem Niveau.

Mehr Lesestoff zu polnischen Schlosshotels.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.