Reisewörtliches von Profis (45)

Das Reiseblog puriy von Madlen Brückner und Lars Dörfel soll Lust machen, die Welt selbst zu entdecken.
Das Reiseblog puriy von Madlen Brückner und Lars Dörfel soll Lust machen, die Welt selbst zu entdecken.
Reisen ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten die Leidenschaft der beiden Berliner Madlen Brückner Lars Dörfel. Seit drei Jahren schreiben sie das Reiseblog puriy, auf dem sie einen Einblick in ihre Reiseerlebnisse auch abseits der üblichen Touristenpfade – ob in Afrika, Südamerika oder Deutschland – geben. Aber auch Empfehlungen für Kurztrips und Sonntagsausflüge erhält der Leser.
Puriy heißt auf Quechua nichts anders als reisen. Bei puriy stehen die Liebe zum Reisen, das aktive Erleben von Natur und das Interesse an anderen Kulturen im Mittelpunkt. Geschichten, Bilder und Tipps, die das Paar von seinen Reisen mitbringt, werden ergänzt mit Informationen, die sie sammeln, wenn die Sehnsucht sie erneut packt und von Deutschland aus die nächste Reise vorbereitet wird. So bestimmt das Interesse an anderen Kulturen und der Natur auch deren Alltag in Berlin.
Das Reiseblog soll Lust machen, die Welt selbst zu entdecken, ob in der Ferne oder auch in der unmittelbaren Umgebung. Neugierde, Interesse, Aufgeschlossenheit und Bewegung – Reisen ist eine Einstellung, nicht nur ein ausgefülltes Zeitstück fernab der Heimat. Wer Urlaub sucht, ist bei puriy falsch. Hauptsache raus, lautet das Motto. Puriy will den Blick für das Andere öffnen, um die Welt bewusst und aktiv zu erleben.
Puriy ist Reisen – Natur, Menschen, Kultur. Zehn Antworten von Madlen Brückner:
Anden
1. Rucksack oder Koffer?
Eindeutig Rucksack. Ich habe noch nie einen Koffer besessen.

2. Das muss es an meinem Reiseziel definitiv geben:
Natur satt. Ich stehe auf üppige Natur mit sattem Grün, in der es krabbelt und lebt, aber auch auf außergewöhnliche Landschaften, die dann einmal unwirtliche Wüsten sein können. Danach suche ich meine Ziele auch meistens aus. Zudem sollte es an dem Reiseziel noch etwas zu entdecken geben und es sollte nicht zu überlaufen sein. Ich lebe in einer Großstadt, auf Reisen suche ich das Gegenteil.

3. Von diesem Ort war ich wider Erwarten besonders angenehm überrascht:
Wider Erwarten klingt recht negativ und so sehe ich meine Reiseziele in der Regel nicht. Ich weiss meistens ungefähr was mich erwartet, wenn ich ein Land bereise. Nachdem ich mich immer sehr auf das Reisen in Lateinamerika und in Afrika fokussiert hatte, war ich ziemlich geflasht von der endlosen Weite der Mongolei und dem Tausendundeine Nacht Gefühl in Aserbaidschan. Das waren einfach mal wieder ganz andere Akzente. Aber um in der Nähe zu bleiben, auch das Baltikum und Rumänien haben mich durch ihre Naturlandschaften sehr beeindruckt und waren so gesehen eine Überraschung.

4. Meine nächste Reise führt mich nach:
Mecklenburg, weil ich da fast jedes Wochenende hinreise. Aber wenn wir von einer „richtigen“ Reise sprechen, bin ich mir noch nicht ganz sicher. Um ehrlich zu sein, es ist noch nichts geplant. Da ich gerade erst von einer sechswöchigen Auszeit aus Ecuador und Kolumbien zurückgekehrt bin und ein ziemlich reiseintensives Jahr 2014 hinter mir habe, muss ich mich erst einmal sortieren. Brasilien, Chile, Tadschikistan, Äthiopien, Uganda sind weit vorn, aber wahrscheinlich werde ich erst mal einen Kurztrip in den Süden Europas einlegen.

5. Dahin muss ich wirklich nicht wieder reisen:
Als ich vor 20 Jahren mit dem Reisen begann, reiste ich unter dem Motto, irgendwann einmal alles gesehen haben zu wollen. Das hieß auch, jedes Ziel vorerst nur einmal anzusteuern. Sonst würde ich das ja nie schaffen. Inzwischen bin ich davon abgekommen. Uganda, Kolumbien, Südafrika – es gibt einige Orte, an die ich wieder zurückgekehrt bin. Aber um die Frage zu beantworten, auf meiner Reise durch Thailand 2000 ist bei mir einfach der Funke nicht übergesprungen, aber ob ich deshalb nicht wieder hinreisen würde, das weiss ich nicht.

6. Die Qual der Wahl: Toskana oder Patagonien?
Ich liebe Südamerika, dementsprechend ist die Antwort ziemlich schnell gefunden.

7. Dieses Reiseland hat seine Zukunft noch vor sich:
Diejenigen, die mich kennen, werden jetzt gähnen. Aber ich glaube an die Zukunft Kolumbiens auch unter deutschen Touristen (US-Amerikaner haben das Land ohnehin schon für sich entdeckt). Allein in den letzten 6 Jahren, die ich regelmäßig dahin reise, hat sich hier soviel hinsichtlich der touristischen Infrastruktur getan. Und Kolumbien hat einfach alles – Karibik, Pazifik, Anden, Llanos, Urwald, hübsche Kolonialstädte und viel Lebensfreude gepaart mit Musik. Auch die Mongolei und Äthiopien sind heiße Kandidaten – sicherlich nicht für die Massen, aber für Abenteuer- und Bildungsreisende.

8. Segel- oder Kreuzfahrt-Schiff?
Am liebsten Kajak! Ansonsten natürlich Segeln – einfach des Gefühls wegen. Leider bin ich bisher nur ein paar mal gesegelt, kam aber über Berlins Wannsee nie hinaus. Freunde umsegeln nun schon seit 2 Jahren die Welt (nachzulesen auf Radio Pelicano) und das macht Lust, auch mal so ein Abenteuer auf den Meeren zu starten.

9. Das esse ich auf Reisen garantiert nicht wieder:
Als Vegetarierin probiere ich mich nicht ganz so stark durch die Landesküche, aber Aaruul und Choormog in der Mongolei waren nicht ganz mein Ding. Ansonsten esse ich so ziemlich alles, was vegetarisch ist. Ich bin da ziemlich unkompliziert und weniger ein Gourmet.

10. Wo jeder einmal im Leben gewesen sein sollte:
Im Urwald und in der Wüste. Auf einem Berg und unter Wasser. Orte, die einem bewusst machen, wie machtlos wir der Natur ausgesetzt sind und wie schön doch die unbebaute Welt ist.

Zum Schluss mein Lieblings-Reisezitat:
Es gibt so viele wundervolle Zitate, an denen ich mich jedoch in den vergangenen Monaten etwas satt gelesen habe, da sie täglich inflationär als Sinnspruch auf Facebook hinausgeworfen werden. Gern schließe ich einem Zitat von Max Frisch an, mit dem wir unser 2012 erschienenes Buch „Puriysten auf Reisen: Berliner Weltsichten“ eröffneten: „Auf Reisen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickeln wird ihn die Erinnerung.“

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