Reisewörtliches von Profis (21)

Florian Blümm schreibt den flocblog

Florian Blümm schreibt den flocblog

In der Ruhe liegt die Kraft, für Florian Blümm auch in der Langsamkeit auf Reisen. Der 35-Jährige Reise-Nerd und digitale Nomade aus Deutschland kündigte seinen festen Job und startete im Juni 2011 zu einer (geplant) einjährigen Weltreise. Heute ist er immer noch unterwegs, seit 2013 mit seiner Freundin. Sein alljährliches Heimweh dauert maximal einen Monat.
Das nötige Kleingeld zum Reisen verdient sich der diplomierte Programmierer als Web Worker u. a. mit Übersetzungen oder WordPress-Modifikationen. „Dadurch, dass die meisten Länder viel billiger sind als Deutschland und weil ich gerne Geld spare, kann ich mir viel Zeit zum Reisen frei nehmen“, sagt er. Sein Motto: „Reisen kann günstiger sein, als zu Hause zu bleiben.“
Wie Florian Blümm unterwegs erlebt, (be)schreibt er auf seinem Reise-Blog flocblog. Die Schwerpunkte: Sparsames Backpacking, günstige Reiseziele, Langzeitreisen.

flocblog
1. Rucksack oder Koffer?
Rucksack: Aus praktischen, nicht aus ideologischen Gründen.
2. Das muss es an meinem Reiseziel definitiv geben:
Filterkaffee, gutes Essen und eine Geschichte.
3. Von diesem Ort war ich wider Erwarten besonders angenehm überrascht:
Die Touristenhorden kann man sich erstaunlich gut wegdenken und dann ist Ubud auf Bali einer der schönsten Orte der Welt.
4. Mein nächste Reise führt mich nach:
Äthiopien, hoffentlich diesen Sommer!
5. Dahin muss ich wirklich nicht wieder reisen:
Sibirien, aber sag niemals nie!
6. Die Qual der Wahl: Toskana oder Patagonien?
Beides viel zu teuer. Wenn ich zwischen den beiden wählen müsste, würde ich wieder in die chilenische Schweiz nach Patagonien reisen.
7. Dieses Reiseland hat seine Zukunft noch vor sich:
Puh, jetzt muss ich mal ausholen:
1. Der Landweg zwischen Sikkim und Thailand durch Burma wird hoffentlich eines Tages möglich sein. Südasien nach Südostasien über Land, ein Traum!
2. Westafrika wird hoffentlich eines Tages wieder frei von Ebola sein.
3. Die teuren Permits in Nordkorea, Buthan, Mustang und Tibet werden hoffentlich eines Tages eingestellt.
4. Der Hippie Trail wird hoffentlich eines Tages wieder so selbstverständlich zu bereisen sein, wie in den 60ern und 70ern vor der islamischen Revolution, mit Zwischenstopps in Teheran – Iran, Kabul – Afghanistan sowie Peshawar & Lahore – Pakistan. Gleiches gilt für die Nordoute über Syrien und den Irak.

5. Persönlich würde ich mich besonders freuen, wenn die Zwischenfälle in Mindanao auf den Philippinen aufhören würden, weil ich die Kulintang Musik so gern mag.
8. Segel- oder Kreuzfahrt-Schiff?
Kreuzfahrtschiffe statt einem Transatlantik-Flug sind erstaunlich bezahlbar und der Digital Detox täte mir gut. Cruisesheet ist eine tolle neue Suchmaschine für Kreuzfahrten inklusive aller Gebühren.
9. Das esse ich auf Reisen garantiert nicht wieder:
Küken im Ei in Laos.
10. Wo jeder einmal im Leben gewesen sein sollte:
Indien, Hindustan! Entweder Du warst noch nicht in Indien oder Du kannst es nicht mehr vergessen.
Zum Schluss mein Lieblings-Reisezitat:
Weil Reisezitate oft kitschig sind, einmal ein ganz Bodenständiges über die Realitätsflucht beim Reisen vom großen Charles Bukowski:
“Nothing was ever in tune. People just blindly grabbed at whatever there was: communism, health foods, zen, surfing, ballet, hypnotism, group encounters, orgies, biking, herbs, Catholicism, weight-lifting, travel, withdrawal, vegetarianism, India, painting, writing, sculpting, composing, conducting, backpacking, yoga, copulating, gambling, drinking, hanging around, frozen yogurt, Beethoven, Back, Buddha, Christ, TM, H, carrot juice, suicide, handmade suits, jet travel, New York City, and then it all evaporated and fell apart. People had to find things to do while waiting to die. I guess it was nice to have a choice.”

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