Reisemobile Philosophie

Das Ufer der Garonne kam im Oktober 2013 unserem Stellplatz-Ideal ziemlich nahe. Nur 500 m bis zum Bäcker am Morgen, abends weit und breit keine Menschenseele.

Das Ufer der Garonne kam im Oktober 2013 unserem Stellplatz-Ideal ziemlich nahe. Nur 500 m bis zum Bäcker am Morgen, abends weit und breit keine Menschenseele. Der Inbegriff von Ruhe!

Manche Leser dieses Blogs, aber auch Freunde und Bekannte, finden unsere Reisen zu schnell, zu oberflächlich, zu privat usw. Nun sind wir bestimmt nicht unterwegs, um irgendwelchen “Philosophien” zu entsprechen oder uns gar vorschreiben zu lassen wie Reisemobilität zu sein hat. Salopp gesprochen: Jeder muss und soll selbst die ihm genehme Art des Reisens herausfinden. Leben und leben lassen – reisen und die Leute reden lassen!
Bei solchen (kostenpflichtigen!) Stellplätzen bekommen wir Schreikrämpfe und suchen schnellstmöglich das Weite! Wer sich dort wohl fühlt, sollte nie wieder den Begriff „wohnmobile Freiheit“ in den Mund nehmen.

Bei solchen (kostenpflichtigen!) Stellplätzen bekommen wir Schreikrämpfe und suchen schnellstmöglich das Weite! Wer sich dort wohl fühlt, sollte nie wieder den Begriff „wohnmobile Freiheit“ in den Mund nehmen.

Es liegt uns mehr als fern, über andere den Stab zu brechen – auch wenn wir deren Art unterwegs zu sein weder teilen können noch nachahmen würden.
Wer sich ein 100.000-Euro-Mobil zulegt, um damit zwei Mal pro Jahr von daheim auf einen Campingplatz zu fahren: Bitteschön. (Warum sich diese Klientel statt dessen keinen tollen Caravan zulegt, der solchen Zwecken besser dient und zudem deutlich preiswerter ist: Diese Frage konnte oder wollte uns noch niemand schlüssig beantworten.) Wer sich tagelang auf überfüllten Campingplätzen wohl fühlt und mit anhören möchte, welche Sorgen den anderthalb Meter entfernten Nachbarn umtreiben, der muss selbstverständlich dort hin. Wer ohne Communities unterwegs nicht sein kann, der muss sich tagtäglich welche suchen. Wer gern die schönste Zeit des Tages dazu nutzt, stundenlang Mahlzeiten zuzubereiten, der soll sich das auch weiterhin von uns nicht vermiesen lassen.
Solche Plätze sind selten. Allerdings herrschte dort vom 3.4. bis 31.10. eines jeden Jahres auch Parkverbot für Wohnmobile (wir waren Ende März dort). Eigentlich versteht es sich von allein, dass man dort weder Campingstühle auspackt noch mit einem Dickschiff parkt. Einige Unvernünftige, die dies partout nicht begreifen wollen (oder können!) vermiesen für die Besonnenen den Abend. Schade.

Solche Plätze sind selten. Allerdings herrschte dort vom 3.4. bis 31.10. eines jeden Jahres auch Parkverbot für Wohnmobile (wir waren Ende März dort). Eigentlich versteht es sich von allein, dass man dort weder Campingstühle auspackt noch mit einem Dickschiff parkt. Einige Unvernünftige, die dies partout nicht begreifen wollen (oder können!) vermiesen für die Besonnenen den Abend. Schade.

Wer des Abends statt traumhafter Sonnenuntergänge lieber das TV-Programm aus der kalten Heimat genießt – der soll das gern auch weiterhin tun. Wer tagelang durch Museen streifen möchte – herzlich gerne. Und wem es nur vom Porzellanteller auf geblümten Tischdecken schmeckt, der möge auch fürderhin seinen gesegneten Appetit haben. Einzige Bitte: Diese Formen von Reisen und Urlaub nicht für allgemeinverbindlich erklären und andere belehren!
Im norwegischen Skudeneshavn war es im August 2007 bei einer zweistündigen Stippvivite sehr schön. Man kann dort sicherlich auch deutlich länger bleiben - aber man muss es sicherlich nicht. Wir können auch gut damit leben, nie wieder dorthin zu kommen.

Im norwegischen Skudeneshavn war es im August 2007 bei einer zweistündigen Stippvivite sehr schön. Man kann dort sicherlich auch deutlich länger bleiben – aber man muss es sicherlich nicht. Wir können auch gut damit leben, nie wieder dorthin zu kommen.

Wir bekennen gern, dass wir das Oberflächliche mögen. Der wichtigste Grund dafür: Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Es muss uns nicht jeder Stein einer Ausgrabungsstätte seine Geschichte erzählen können, wir wollen auch nicht von jedem Dorf die Historie bis ins Detail erfahren. Uns interessieren unterwegs auch nicht die Lebensbeichten Dritter. Auch fahren wir nicht nach Südwesteuropa oder gen Balkan, um uns dort über Wirtschafts- und sonstige Krisen zu informieren. Wir möchten vor allem möglichst rasch möglichst viel sehen – weiße Flecken auf der Landkarte tilgen. Wenn es uns irgendwo reizvoll genug erscheint, fahren wir gewiss bei Gelegenheit auch wieder hin (wie bereits geschehen).
Es führt nun einmal kein Weg daran vorbei, dass man für vieles, was mehr als sehenswert ist, weite Strecken zurücklegen muss. Wir sind im Laufe der Jahre langsamer geworden. Waren früher 500 km am Tag keine Seltenheit, so reißen wir diese Latte längst nicht mehr (oder nur in absoluten Ausnahmefällen). Autobahnen meiden wir nach Möglichkeit (auch dort, wo sie nicht mautpflichtig sind).
Das rote Wägelchen ist bereits unser zweiter Campingbus. Für den Anschaffungspreis hätte man ebenso ein neuwertiges no-name-Alkovenmobil kaufen können oder einen guten gebrauchten Integrierten. DAS wollten wir ganz bewusst nicht. Vor allem dient dieser Campingbus dazu, zu reisen und zu schlafen. Für alles andere gibt es die freie Natur und gastliche Häuser.
Was uns wichtig wirklich ist: Unabhängigkeit. Unser Wasservorrat ist sehr begrenzt, aber Frischwasser findet sich täglich, mal an einer Quelle als Trinkwasser (wobei wir stilles Mineralwasser in Flaschen bevorzugen), zum Waschen notfalls in einem Bach oder Fluss. Was wir nicht selbst können: Strom sowie kalte Luft und gekühlte Getränke bei Gluthitze zaubern. Die Klimaanlage und er Kühlschrank sind ebenso unverzichtbar wie das Solarpanel auf dem Dach. Auch nach mehreren Tagen im Hochsommer hat sich unser Kühlschrank noch nie abgeschaltet. Ab und an tut allerdings auch unseren beiden Batterien ein wenig Strom gut – deshalb Campingplätze oder Stellplätze mit 230 Volt-Anschluss.
Im April 2011 hatten wir noch keine Solaranlage auf dem Dach, brauchten öfter Strom. Auf dem Camping Municipal an der Ardèche war es traumhaft! Allerdings mögen wir  uns das Getümmel in den Sommerferien gar nicht erst vorstellen.

Im April 2011 hatten wir noch keine Solaranlage auf dem Dach, brauchten öfter Strom. Auf dem Camping Municipal an der Ardèche war es traumhaft! Allerdings mögen wir uns das Getümmel in den Sommerferien gar nicht erst vorstellen.

Wenn wir nicht unterwegs sind oder lediglich parken, um uns etwas anzusehen, dann suchen (und finden) wir Plätzchen, die Charme und Reiz haben. Ausnahmen, wo wir aus der Not eine Tugend machen (müssen) bestätigen die Regel. Gerade in der Vor- und Nachsaison gibt es Campingplätze, die reizvoll sind – die wir aber im Hochsommer niemals aufsuchen würden.
Wenn man seine Zielgruppe klar definiert, ist es das wert, mal angeschaut zu werden. Zu diesem Platz in Österreich werden wir 2015 jedenfalls mal reisen. Die Camping Municipal und Camping Naturelle in Frankreich mögen wir ebenfalls. Probleme haben wir mit Campingplätzen dann, wenn es einen Platzwart gibt. Wenn Dauercamper nichts Besseres zu tun haben als Neuankömmlingen ihre “Regeln” zu erklären, suchen wir rasch das Weite.
Der Campingplatz, der mehr als 35 Euro wert gewesen wäre, ist uns noch nicht begegnet. Auch nicht in teuer zu nennenden Reiseländern. Wir mögen auch Pauschalpreise nicht. Warum für Strom bezahlen, den man gar nicht braucht? Verbrauchsabhängige Gebühren gefallen uns deutlich besser.
In der Hochsaison nicht zur Nachahmung empfohlen! Im Februar grüßen die portugiesischen Polizisten an solchen Orten noch freundlich, im Hochsommer dürfte ein "Ticket" mit Platzverweis sicher sein.

In der Hochsaison nicht zur Nachahmung empfohlen! Im Februar grüßen die portugiesischen Polizisten an solchen Orten noch freundlich, im Hochsommer dürfte ein „Ticket“ mit Platzverweis sicher sein.


Stellplatz und “Stellplatz” sind verschiedene Schuhe. Bauchschmerzen bereiten uns Plätze, die absolut nichts zu bieten haben außer einer Parklücke auf einem (Park)Platz j. w. d., dafür aber mehr als 5 Euro kassieren möchten. Rotzfrech finden wir für Wohnmobile ausgewiesene Parkplätze (!), die für eine Stunde den gleichen Preis haben wie für 24 Stunden (die Toskana lässt da u. a. grüßen).
Wir suchen uns gern unseren eigenen “Stellplatz” – getreu der Devise: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist auch erlaubt.
“Schöner Platz” ist ein relativer Begriff. Das kann im Zweifel sogar der Parkplatz vor einer urwüchsigen Kneipe sein. Aber in aller Regel dann doch mehrheitlich ein Ort, der sich fast immer nur jenseits der Zivilisation finden lässt. Mit dem Begriff “wild campen” haben wir Bauchweh. Tief im Wald stehen wir höchst selten. Dafür umso lieber so nahe wie möglich am Meer oder einem Bergsee.
Wenn wirklich alles passt (wie auf diesem Campingplatz am albanischen Ufer des Skodra-Sees), sind wir Campingplätzen auch nicht abgeneigt: Moderner Sanitärtrakt, Ausflugsangebote, Restaurant fast rund um die Uhr mit zivilen Preisen, weit und breit keine Spinner - nur Gleichgesinnte aus aller Herren Länder.

Wenn wirklich alles passt (wie auf diesem Campingplatz am albanischen Ufer des Shkodra-Sees), sind wir Campingplätzen auch nicht abgeneigt: Moderner Sanitärtrakt, Ausflugsangebote, Restaurant fast rund um die Uhr mit zivilen Preisen, weit und breit keine Spinner – nur Gleichgesinnte aus aller Herren Länder.

Gegen klassische Parkplätze zur Übernachtung haben wir rein gar nichts einzuwenden. Warum auch? Man muss nicht allerorten Tisch-Stühle und Grill auspacken. Oftmals sind Sitzgelegenheiten bereits vorhanden. Abends kehrt stets Ruhe ein, bevor der morgendliche (An)Sturm tobt sind wir wieder weg. Meist bekommt man in fußläufiger Entfernung zu früher Stunde auch schon Kaffee oder ein komplettes Frühstück.
Wir kommen gern hier und da mit Einheimischen oder anderen Reisemobilisten ins Gespräch. Wenn es denn passt. Grundsätzlich gilt: Wir drängeln uns niemandem auf, möchten aber auch nicht über Gebühr zugetextet werden. Vor allem nicht von Spießern und Weltverbesserern. Es interessiert uns wenig, welches Kraut wogegen hilft oder dass man doch gut beraten wäre, auf Euro 4 nachzurüsten. Der Umstand, nirgendwo hinfahren zu können, wo es eine “Umweltzone” gibt, ist locker zu verschmerzen. Wir nutzen ohnehin P + R in Metropolen deutlich lieber als dass wir uns durch den Stau quälen und stundelang teure Parkplätze suchen.
Wir sind seit geraumer Zeit bekennende Anhänger von allem, was man nach Gebrauch schnell wieder entsorgen kann. (Ausnahme: Unser multifunktionaler Grill, der sich aber notfalls auch ohne Wasser so gut säubern lässt, dass man ihn wieder wegpacken kann.) Pappteller & Plastikbecher gehören dazu. Tassen und Gläser benutzen wir nur, wenn es uns mal auf einen Campingplatz zieht.
Wir möchten keine leeren Pfandflaschen wochenlang spazieren fahren, weshalb wir generell auf Einwegflaschen und -dosen jenseits deutscher Grenzen zurückgreifen. Zur Mittagsstunde lieben wir auch Supermärkte mit heißen Theken. Ein halbes Hähnchen tut es auf die Schnelle ebenso wie ein Stück Kasseler.
Auch wenn Gutmenschen dies verdammen werden: Baguette oder Bocadillo in Frankreich oder Spanien schmecken wirklich nur frisch – es bleibt auch hin und wieder etwas übrig, das letztlich zu Entenfutter wird oder den Weg in die Mülltonne antritt. Da ist dann Knäckebrot aus der kalten Heimat dem altbackenen Baguette vorzuziehen.
Was wir mögen: Einen abendlichen Restaurant-Besuch gegen einen kostenlosen Stellplatz bei der gastlichen Stätte zu "tauschen". Wir sind mit unserem Angebot noch nie abgeblitzt. Foto: Port Pollak an der Donau  bei Komarno (Slowakei)

Was wir mögen: Einen abendlichen Restaurant-Besuch gegen einen kostenlosen Stellplatz bei der gastlichen Stätte zu „tauschen“. Wir sind mit unserem Angebot noch nie abgeblitzt. Foto: Port Pollak an der Donau bei Komarno (Slowakei)


Fleisch, Käse und Wurst wird ohnehin nur in den Mengen gekauft, die man in anderthalb Tagen guten Appetits essen kann. Wir werden auch künftig im Zweifel einen guten Pauillac aus dem Plastikbecher einer Kopfschmerzen verursachenden rotweinähnlichen Flüssigkeit aus dem Bordeauxglas vorziehen.
Frische Austern vom Plastikteller sind uns allemal lieber als Dosensuppe auf dem Porzellanteller.

Frische Austern vom Plastikteller sind uns allemal lieber als Dosensuppe auf dem Porzellanteller.

Btw: Es zählt – wie immer im Leben – der Inhalt! Aber: Auch bei uns findet sich gelegentlich der eine oder andere Notnagel in Form einer Konserve im Gepäck. Doch in den meisten Fällen finden diese Utensilien auch wieder den Weg dorthin zurück, wo sie herkamen.
Wir kochen/grillen grundsätzlich nur außerhalb des Wägelchens! 2004 haben wir fangfrischen Tintenfisch im Campingbus zubereitet – das war eine Lehre fürs Leben!
Wir brauchen unterwegs keinen Koffer und keinen gefüllten Kleiderschrank. Der „feine Zwirn“ für alle Fälle kehrt vom Bügel meist so wieder heim wie er einst dort hinein gehängt wurde. Jeans und T-Shirt tun es für den (warmen) Tag, Fleece in allen Formen für den (kühlen) Abend. Mit je drei Paar Schuhen (Halbschuhe, Trekkingstiefel, Flipflops) haben wir noch nie etwas vermisst.
Für die “grüne” Fraktion: Müllbeutel sind uns noch nie ausgegangen! Es gibt nichts, was man nicht geruchs- und auslaufsicher so verpacken kann, dass man es zum nächsten Müllkübel transportieren kann. Zumal sich meist in Laufnähe etwas finden lässt. Unsere Not-Toilette entsorgen wir ebenso wenig “wild“. Hingegen sind uns bereits ausreichend Fahrer von Dickschiffen begegnet, die nachts klammheimlich ihre Kassettentoilette an Waldrändern oder in Straßengräben leerten! Bei solchen “Sauberleuten” bekommen wir den sprichwörtlichen dicken Hals. Andererseits bin ich fest davon überzeugt, dass das Wasser in Gebirgsseen oder -bächen nicht davon Schaden nimmt, dass ich mir dort hin und wieder den Rasierschaum aus dem Gesicht spüle.
Wir können auch gar nichts dabei finden, viel und laut gescholtenen Fastfood-Ketten gelegentliche Besuche abzustatten. Was wir an McDonald`s & Co. mögen: Saubere Toiletten, preiswerten und meist guten Kaffee, kostenloses schnelles Internet.
Erdbeeren frisch vom Feld des Bauern in Südfrankreich (April 2012): Ein Hochgenuss!

Erdbeeren frisch vom Feld des Bauern in Südfrankreich (April 2012): Ein Hochgenuss!


Grundsätzlich gilt: Wir lassen das Geld dort, wo wir gerade sind. Was nichts daran ändert, genau hinzuschauen, ob es das jeweils wert ist. Wir halten überhaupt nichts davon, den Cent zum Kupferdraht zu drehen, verlernen aber auch auf Reisen das Rechnen nicht. Ein wenig Buchführung schadet nicht – wir wissen gern, was uns der Spaß gekostet hat. Wir fanden vor zwei Jahren die Schlösser der Loire hübsch anzuschauen – aber der Eintrittspreis war uns dann doch zu happig. Den haben wir lieber am Abend “verfressen”.
Jenseits deutscher Grenzen schauen wir nicht nur in fremde Kochtöpfe – wir essen auch daraus. Die oftmals sehr gute Qualität ist uns dann auch den einen oder anderen Euro mehr wert. Wir halten es halt gern mit Erhart Kästner:

Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen.

Ideal 2

Wenn man nicht wie ein vergifteter Affe den Tempomat auf die zuläsige Höchstgeschwindigkeit einstellt und auf Autobahnen von einer im Campingführer verzeichneten Sehenswürdigkeit zur anderen rast, finden sich auch solche beschaulichen (kostenlosen) Stellplätze mitten in Kleinstädten Frankreichs. Den Sitzplatz (linkes Bild) war die freundliche Zugabe, Frischwasser und Entsorgung ebenso. Fußläufig waren Restaurants erreichbar. Maximal hätten dort sechs Wohnmobile stehen können.

Wenn man nicht wie ein vergifteter Affe den Tempomat auf die zuläsige Höchstgeschwindigkeit einstellt und auf Autobahnen von einer im Campingführer verzeichneten Sehenswürdigkeit zur anderen rast, finden sich auch solche beschaulichen (kostenlosen) Stellplätze mitten in Kleinstädten Frankreichs. Den Sitzplatz (linkes Bild) war die freundliche Zugabe, Frischwasser und Entsorgung ebenso. Fußläufig waren Restaurants erreichbar. Maximal hätten dort sechs Wohnmobile stehen können.

Spaß beiseite: Sowohl als auch ist uns genehmer als entweder oder. Wobei die Taverne regelmäßig über das Museum siegt.
Zu viel in zu kurzer Zeit, lautet der häufigste Kritikpunkt an unserer Art des Reisens. Formal mag das auf den ersten Blick so sein. Wir fahren aber nun mal nicht nach einem vorgefertigten Plan! Wir lassen uns treiben – und finden genau das sehr angenehm. Wir entscheiden oft erst abends oder gar erst kurz nach dem morgendlichen Kaffee, wo es als nächstes hingeht. Vieles ergibt sich aus der Situation heraus, vieles gestalten wir wetterabhängig. Wenn die Wetterfrösche für unseren Standort tagelang Regen vorhersagen, legen wir auch mal kurzentschlossen 300 km zurück, um der Sonne wieder näher zu kommen.
Wer kennt das nicht: Man steuert ein Ziel an, das viel versprechend klingt – und ist noch vor dem zweiten Blick enttäuscht. Man schaut planlos links oder rechts des Weges – und entdeckt plötzlich Dinge, die zum Bleiben animieren. Das wollen wir beibehalten, so dass sich Vorausbuchungen von selbst verbieten. Wir möchten kein zeitliches Korsett!
Wir haben selten Schiffbruch damit erlitten, unser Navi am Morgen auf ein ca. 350 km entferntes Ziel zu programmieren und Autobahnen auszuschließen. Letztlich landeten wir oft an unerwartet schönen Orten, die eben nicht in Reiseführern stehen! „Geheimtipps“ geben wir schon seit längerem nur noch selektiv an Gleichgesinnte weiter.
Wir versuchen stets, andere Philosophien zu verstehen (ohne sie 1:1 zu übernehmen!). Aber es gelingt nicht immer. Ebenso muss uns niemand nachahmen oder verstehen. Eine ketzerische Frage haben wir allerdings zum Schluss:
Warum bleiben eigentlich diejenigen, die unterwegs alles wie zu Hause haben möchten, nicht einfach daheim?
Mitten im Wald, fernab von besiedeltem Gebiet, verweilen wir über Nacht sehr selten. Gleichwohl haben wir uns nie wirklich unwohl dabei gefühlt. Nicht in Serbien, nicht in Spanien. Wir halten die Gefahr, dort überfallen zu werden für deutlich geringer als die Möglichkeit, auf dem Campingplatz vom Nachbarn bestohlen zu werden!

Mitten im Wald, fernab von besiedeltem Gebiet, verweilen wir über Nacht sehr selten. Gleichwohl haben wir uns nie wirklich unwohl dabei gefühlt. Nicht in Serbien, nicht in Spanien. Wir halten die Gefahr, dort überfallen zu werden für deutlich geringer als die Möglichkeit, auf dem Campingplatz vom Nachbarn bestohlen zu werden!

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