Pro & Contra: Stockfotografie

Eigentlich muss man ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, ein solches Motiv hochzuladen.  Kurioser Weise wurde es ein Selbstläufer im Verkauf.

Eigentlich muss man ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, ein solches Motiv hochzuladen. Kurioser Weise wurde es ein Selbstläufer im Verkauf.

Als Stockfotograf sollte man keinesfalls am Stock gehen! Dazu ist auch in diesem Bereich der Wettbewerb zu hart. Stockagenturen (stock = Lager, engl.) haben inzwischen Millionen guter Fotos auf Lager. Die Devise für Bildkäufer: Suchen, sichten, kaufen, downloaden.
Die großen Stockagenturen heißen fotolia, shutterstock, istockphoto, dreamstime oder neuerdings scoopshot. In Deutschland ist panthermedia relevant. Allen gemeinsam ist, dass sie jedermann wirklich gute Fotos zum absoluten Billigtarif bieten. Eine gute Übersicht über Stockfoto-Agenturen.
Was spricht für die „Billigheimer“?
1. Kleinvieh macht Mist! Es kommt auf den Multiplikator bei Foto-Verkäufen an, weniger auf den Einzelpreis.
2. Die Suche nach einem Endkunden entfällt.
3. Wenn das Foto einmal angenommen ist, kein weiterer Aufwand nötig.
4. Simple Abrechnung via Konto oder paypal.
Was könnte gegen die Stockfotografie sprechen?
1. Wer (wo auch immer) Kunden findet, die Fotos zum besseren Preis abnehmen, ist bei Micropayment & Co. falsch.
2. Das ewige Ärgernis mit Bildrechten (Model und Property Release).
3. Zeitlicher und technischer Aufwand: Eine digitale Spiegelreflexkamera sollte es schon sein, mit Photoshop umgehen zu können, schadet ebenfalls nicht. Ich würde im Zwefel eher in ein gutes (lichtstarkes) Objektiv, denn in ein (sau)teures Gehäuse investieren.
4. Nicht immer sind die Kriterien, nach denen ein Foto freigegeben oder abgelehnt wird, offensichtlich. Am Desk sitzt mitunter ein Mensch, der niemals frei von Subjektivität sein kann. Auch automatisierte Sichtungsverfahren reagieren auf das gleiche Foto zu unterschiedlichen Zeiten verschieden. Im Zweifel gilt: Öfters versuchen. Ich habe so manches Foto inzwischen im Portfolio, dass zuvor ein- oder gar mehrmals abgelehnt wurde.
Für Sonnenuntergänge gibt es weder Appel noch Ei.

Für Sonnenuntergänge gibt es weder Appel noch Ei.


Für welche Reisenden macht die Stockfotografie Sinn?
Für all diejenigen, die über eine halbwegs vernünftige Ausrüstung verfügen, ein gewisses Händchen für gängige Motive haben und viel herumkommen.
Für all diejenigen, die auf Reisen auch bereit sind, zielgerichtet ein paar Stunden oder Tage der Fotomotive wegen zu arbeiten. „En passant“ entstehen keine tauglichen Bilder. Für all diejenigen, die sich der zeitaufwändigen Mühe unterziehen können/wollen, Fotos zu bearbeiten und zu verschlagworten. Die Schlagworte (teils nur in Englisch möglich!) sind das A und O!
Für mich/uns ist die Auswahl geeigneter Bilder eine angenehme Nebenbeschäftigung, wenn die Tage daheim kürzer werden bzw. auch mal auf Reisen, was aber eher selten vorkommt. Stockfotografie taugt für all diejenigen, die auch nicht vergessen, diese Einnahmen dem Fiskus gegenüber anzugeben.
Was wird gesucht? Auf jeden Fall keine „super“ Sonnenauf- und untergänge – der Zug ist abgefahren! Wer eine Nische entdeckt, liegt vorn. Wirkliche „Selbstläufer“ sind vorab nicht wirklich beeinflussbar. Zwei Beispiele:
Eines unserer  meistverkauften Motive: Muttrah (Oman).

Eines unserer meistverkauften Motive: Muttrah (Oman).

Ein unglaublicher Allerwelts-Selbstläufer, bei dem ich nur noch den Kopf schüttele.

Ein unglaublicher Allerwelts-Selbstläufer, bei dem ich nur noch den Kopf schüttele.


Neben der Bild-Qualität zählt aber eben auch die Menge der Fotos. M. E. wird es erst dann lohnend, wenn man eine vierstellige Zahl von Bildern im Portfolio hat.
Allein mit Reisefotos dürfte wohl noch kein Stockfotograf reich geworden sein. Sich jedoch sein elektronisches Equipment alle Jahre wieder zu verdienen – dazu taugt die Stockfotografie allemal. Aber auch hier gilt: Ohne Fleiß kein Preis.
Summa summarum: Wer nicht auf Gedeih und Verderb mit Fotos Geld verdienen will/muss, für den ist die Stockfotografie eine gewinnbringende Sache.
PS: Natürlich ist auch mit VIDEOS Geld zu verdienen.
Lesestoff: Foto-Hosting-Anbieter im Vergleich

2 thoughts on “Pro & Contra: Stockfotografie

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