Nicht nur in die Ferne schweifen

Den Herbst genieße ich am liebsten vor der  Haustür in Thüringen.

Den Herbst genieße ich am liebsten vor der Haustür in Thüringen.

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.“

Der vielreisende Johann Wolfgang von Goethe wusste, wovon er schrieb!
Kommt man tausende Kilometer fern der Heimat mit deutschen Reisenden ins Gespräch, verwundert mich sehr oft, wie weit sie doch bisher auf der Welt herum kamen – und wie wenig sie doch von dem wissen, was es zwischen Flensburg und dem Allgäu daheim zu sehen gibt. Eine Liste all dessen, was ich empfehlen könnte, würde ein Buch füllen. Weshalb ich mich nur auf den Ort in je einem Bundesland beschränke, der mich immer wieder magisch anzieht – von Nord nach Süd. Es könnten gut mehr sein, aber in der Kürze liegt ja bekanntlich die Würze. Summa summarum sei angefügt, dass ich mich im Süden deutlich wohler fühle als im Norden. Das Meer ist schön – Berge und Wald sind schöner …Sylt
Nein, Sylt ist mir nicht zu abgedroschen! Ich kenne diese Insel von List bis Hörnum und zu allen Jahreszeiten. Sylt ist immer schön. Ich mag das frische Krabbenbrötchen bei Gosch ebenso wie die Bandbreite der Sterne-Küchen. Am Ellenbogen kann man stundenlang barfuß am Strand spazieren – ohne ständig genervt zu werden. Und man kann herrliche Milieustudien bei einem guten Glas Rotwein in der „Sansibar“ betreiben.
Hamburg ist und bleibt eine der wenigen Metropolen, die ich schätze. Man trägt den Nerz nicht außen (wie in München), sondern innen. Spätestens seit mit als Hamburger auf (kurze) Zeit die freundliche Bäckersfrau beibrachte, dass es zum Frühstück Rundstücke und keine Semmeln gibt, war der Bann gebrochen. Das Schanzenviertel mag ich nicht, geruhsame Spaziergänge in Blankenese schon. Der Fischmarkt ist stets ein Muss, wenn sich die Gelegenheit ergibt – und die in der Hansestadt gebotenen Musical-Gelegenheiten sind schon grandios. Schiffahrtsmuseum BremerhavenIm Stadtstaat Bremen zieht es mich immer ein Stück von der „Hauptstadt“ weg, gen Bremerhaven. Dort steht eines der ganz wenigen Museen, die ich bereits mehrfach besucht habe: Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (Foto)
StralsundIn Mecklenburg-Vorpommern will ich gern für Stralsund eine Lanze brechen, auch wenn ich die nur einen Steinwurf entfernte Insel Rügen nicht mag. Ob Alter Markt oder enge Gässchen – ich fühle mich dort sauwohl.CelleDas niedersächsische Celle bedarf schon mehr als eines kleinen Umwegs, wenn man die BAB 7 nord- oder südwärts fährt. Wert sind es die Fachwerkbauten des schönen Städtchens allemal – vor allem in der wärmeren Jahreszeit fühle ich mich in Celle sehr wohl!
In Brandenburg will ich vor allem Potsdam loben. Die Stadt hat trotz ihrer relativen Größe einen besonderen Charme. Nauener Vorstadt und Jägervorstadt haben es mir besonders angetan.
In Berlin habe ich mit Unterbrechungen mehr als ein Dutzend Jahre gelebt und gearbeitet. Es entstand eine wunderbare Hassliebe! Was ich noch immer sehr mag, ist die Gegend um den Hackeschen Markt, den Müggelsee und den Grunewald. Eine Currywurst bei Konnopke in der Schönhauser Allee ist ebenso Pflichtprogramm wie Frühstück im Prenzlauer Berg.Wörlitzer ParkLand der Frühaufsteher nennt sich Sachsen-Anhalt selbst gern. Wenn eine längere Pause auf der BAB 9 not tut, findet diese für mich zwischen Mai und Oktober nicht selten im Wörlitzer Park statt. Was mich sehr positiv stimmt: Im Park darf nicht mit dem Fahrrad gefahren werden!
Im selbsternannten grünen Herzen Deutschlands geht meine Goldmedaille an den Nationalpark Hainich samt Wildkatzendorf. Der Baumwipfelpfad, die unberührte Natur – und alles verkehrsgünstig von der BAB 4 zu erreichen.
Im benachbarten Hessen bin ich schwer verliebt ins Fachwerkstädtchen Alsfeld unweit der BAB 5.
GörlitzSachsen liegt in meiner Gunst ganz weit vorn. Da ich eher das Kleinstädtische mag, bekommt meine Krone die östlichste deutsche Stadt – Görlitz. Nach 1990 wahrlich auferstanden aus (Bau)Ruinen bietet der Ort alles, was ich mag.
Folgt das liebe NRW. Nicht wirklich ein gelobtes Land für mich, aber schöne Ecken finden sich dennoch. Wenn ich mich entscheiden muss: Köln, Altstadt, abends. Aber niemals in der „fünften Jahreszeit“!
In Rheinland-Pfalz treibt es mich fast mit magischer Anziehungskraft in den Bereich der Südlichen Weinstraße. Favorit: Herxheim.
Das überschaubare Saarland würde mich ehr selten hinterm Ofen hervorlocken, wenn da nicht die Saarschleife wäre. Ein Fleckchen Erde, wo man gern verweilt.
In Baden-Württemberg halte ich es mehr mit dem ersten Teil des Landesnamens. Die Winzer am Kaiserstuhl werden regelmäßig heimgesucht, weil Weine richtig gut sind und die Gegend auch so prächtig gut erreichbar ist von der BAB 5 auf dem Weg gen Süden (oder von dort zurück).Main bei OchsenfurtMeine Lieblingsorte in Bayern sind nahezu unendlich. „The winner is“: Würzburg samt seiner wunderschönen Umgebung: Z. B am Main bei Ochsenfurt (Foto) oder das schöne Volkach. Sehr gutes Essen, noch besserer Wein! Außerdem von daheim in weniger als zwei Autostunden gut erreichbar.
Regionale Lieblinge fürs Leben: Vogtland, Oberfranken & Fichtelgebirge, Münsterland, Spreewald.
Weitere städtische „Dauerbrenner“: Erfurt, Bamberg, Regensburg, Passau, Dresden.

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