Man bekommt, was man zahlt

Von Sibu (Malaysia, Sarawak) auf dem Weg zu den Niah-Höhlen so spät angekommen, dass dieses "Zimmer" die einzige Rettung war. Muss man nicht wiederholen, auch wenn es damals nur 4,60 Euro kostete. Das "Bad" bringe ich besser nicht ins Spiel- wir haben es nicht benutzt!

Von Sibu (Malaysia, Sarawak) auf dem Weg zu den Niah-Höhlen so spät angekommen, dass dieses „Zimmer“ die einzige Rettung war. Muss man nicht wiederholen, auch wenn es damals nur 4,60 Euro kostete. Das „Bad“ bringe ich besser nicht ins Spiel- wir haben es nicht benutzt!

Auch in fernen Ländern gilt: Man bekommt stets nur das, was man auch bezahlt. Ja, für 200 Euro im Monat kann man in Südostasien durchaus im Doppelzimmer am Strand sein müdes Haupt allabendlich betten. Nur: Da gehört viel Glück und der Willen zum Komfortverzicht dazu. Aufs Geradewohl würde ich das nicht online buchen, sondern stets erst vor Ort. Ob es sich wirklich lohnt, den Cent derart zum Kupferdraht zu drehen, kann man erst dann entscheiden, wenn man das Zimmer mit eigenen Augen gesehen hat.
Wer einem Schlafsaal („dorm“) etwas abgewinnen kann, kommt in Thailand oder Kambodscha durchaus auch pro Nacht mit weniger als 5 Euro hin.
Das 11 Quadratmeter große "Zimmer" in zentraler Lage von Hongkong war wahrlich keine Offenbarung. Dafür war die dazu gehörige Terrasse riesig. Angesichts des üblichen Preisniveaus mit umgerechnet 22 Euro pro Nacht aber doch eher ein Schnäppchen.

Das 11 Quadratmeter große „Zimmer“ in zentraler Lage von Hongkong war wahrlich keine Offenbarung. Dafür war die dazu gehörige Terrasse riesig. Angesichts des üblichen Preisniveaus mit umgerechnet 22 Euro pro Nacht aber doch eher ein Schnäppchen.

Wo lässt es sich am meisten sparen? Elf Tipps:
1. Gleichwertige Unterkünfte, von denen man zum Strand (oder zum Ortskern) ein paar Hundert Meter laufen muss, sind meist deutlich preiswerter zu haben.
2. Wer mit Gemeinschafts-Dusche und -WC glücklich wird, kann ebenfalls einige Euro anderweitig verwenden.
3. Ganz erheblich ist das Sparpotenzial für diejenigen, die auf eine Klimaanlage verzichten können. Zimmer mit „Fan“ (Ventilator) sind deutlich billiger als solche mit „AC“!
4. Je nach den Umständen lohnt es sich oftmals, auf das inkludierte Frühstück zu verzichten. Im „low budget“-Bereich kommt für den Preis selten genug etwas auf den morgendlichen Tisch, was Appetit und satt macht (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).
5. Ein (in Südostasien nicht unübliches) fensterloses Zimmer ist günstiger als eines mit viel Tageslicht.
6. Balkone & Terrassen sind Kostenfresser.
7. „Zimmer mit Aussicht“ (in die Berge oder aufs Meer) kommt teurer als ein Blick in einen Innenhof oder auf die Straße.
8. Der Verzicht auf einen Swimming Pool oder einen Fitnessraum spart bares Geld.
9. Wenn man den Fernseher oder das Telefon im Zimmer abwählen kann, sollte man dies tun.
10. Wer ohne Mini-Bar oder Kühlschrank selig wird, hat Geld gespart.
11. Je mehr „Zusatz“-Angebot, umso teurer. Die Wäscherei um die Ecke ist meist billiger als die hoteleigene. Und wer braucht schon einen Weck- oder Zimmer-Service???
Badezimmer im Luxus-Segment sind nicht drin in Südostasien - es sei denn, man greift tief in die Tasche. Auch 30 Euro pro Zimmer (Malaysia, 2013) schützen mitunter nicht davor, bereits am Badewannenrand die Wasserqualität zu erahnen.

Badezimmer im Luxus-Segment sind nicht drin in Südostasien – es sei denn, man greift tief in die Tasche. Auch 30 Euro pro Zimmer (Malaysia, 2013) schützen mitunter nicht davor, bereits am Badewannenrand die Wasserqualität zu erahnen.

Der englische Sozialphilosophh John Ruskin (1809 – 1900) hat mit seiner legendären Erklärung der Wirtschaft auch recht, wenn es ums Reisen geht:
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
Auf Koh Chang im Golf von Thailand konnten wir durch den Umstand, zum Strand über die Straße gehen zu müssen im Vergleich zum Bungalow am Meer sage und schreibe 22 Euro pro Nacht sparen. So viel hat letztlich das Zimmer gekostet!

Auf Koh Chang im Golf von Thailand konnten wir durch den Umstand, zum Strand über die Straße gehen zu müssen im Vergleich zum Bungalow am Meer sage und schreibe 22 Euro pro Nacht sparen. Unterm Strich haben wir für Ü/F 23,80 Euro berappt – auf der Suche danach sind wir aber auch zwei Stunden getingelt.


Wo haben wir die Akzente gesetzt?
1. Sauberkeit ging uns stets vor Komfort.
2. Das Frühstück ist nicht unsere wichtigste Mahlzeit am Tage, also verzichteten wir auf die Inklusiv-Leistung so oft wie möglich.
3. Eine Terrasse oder ein Balkon waren uns stets mehr wert als ein eigenes Badezimmer.
4. Möglichst zentrale (verkehrsgünstige) Lage für kurze Wege, aber nicht zwingend am Strand.
5. Hatten wir die Qual der Wahl, so haben wir kleine Häuser den großen Herbergen stets vorgezogen. Schlafsaal kam nur in Frage, wenn wir selbigen für uns allein hatten (z. B. auf dem Jakobsweg!
Eine ****-Herberge in Siem Reap (Kambodscha) für 26 Euro (DZ/F) zu ergattern, ist eher die Ausnahme, denn die Regel.

Eine ****-Herberge in Siem Reap (Kambodscha) für 26 Euro (DZ/F) zu ergattern, ist eher die Ausnahme, denn die Regel.

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