Je suis Suisse

CH 1Für viele Schweiz-Fans war der 15. Januar 2015 wahrscheinlich ein rabenschwarzer Donnerstag. Jubelstürme hat die Aufwertung des Franken bei mir nun auch nicht ausgelöst. War für Reisende aus dem Euro-Raum die Eidgenossenschaft schon bisher ein teures Ziel, so sind die Kosten quasi über Nacht weiter gestiegen. Ein Beispiel für den Währungs-Tsunami: Ein Skipass in Zermatt für sieben Tage kostete bis vor drei Tagen 322 Euro (387 Schweizer Franken). Nun werden 380 Euro fällig. Happig, zugegeben.
Wenn „Der Spiegel“ aber vorrechnet, dass im „Zeughauskeller“ zu Zürich für ein Cordon bleu vier Euro mehr als vorher berappt werden müssen, dann weiß ich nicht, ob ich lauthals lachen oder doch weinen soll. Da ist es bis zur Haarspalterei nimmer weit.

Bis ins zollfreie Samnaun schaffen es sogar Reisende, die ansonsten nie einen Fuß auf Schweizer Boden setzen würden!

Bis ins zollfreie Samnaun schaffen es sogar Reisende, die ansonsten nie einen Fuß auf Schweizer Boden setzen würden!

Nein, die Schweizer Touristiker beneide ich derzeit nicht. Kämpfen sie doch nicht erst seit vorgestern gegen den schleichenden Gästeschwund. Urlauber sollen nicht bloß zum Skifahren im Winter und zum Wandern im Sommer kommen, ist erklärtes Ziel der Tourismuswirtschaft. Denn das kleine Land zwischen Bodensee und Lac Leman bietet unendlich viel mehr: Interessante Städte, Kultur satt, leckeres regionales Essen. Vor allem aber: Freundliche Gastgeber.
Was sind ein paar Euro mehr gegen einen abendlichen Spaziergang in Stein am Rhein? Wird man wirklich arm, wenn man im Café in Montreux mehr berappen muss (im Wortsinne)? Will ich die zu vielen sauertöpfischen Thüringer Gastronomie-Gesichter wirklich des schnöden Mammons wegen mehr als bisher ertragen? Ganz sicher nicht! Das Jungfraujoch ist nicht der Inselsberg und das Zürche Geschnetzelte esse ich liebend gern dort, wo der Namenspate herkommt. Die vorzüglichen Weine im Tessin möchte ich ebenfalls nicht missen. Grandiose Sonnenuntergänge überm Thuner See gibt es übrigens auch in Zukunft kostenlos zu erleben. Und Wegezoll für die Kapellbrücke in Luzern wird auch künftig nicht erhoben.
Kulinarische "Sonderangebote" sind selten, vor allem in Zermatt.

Kulinarische „Sonderangebote“ sind selten, vor allem in Zermatt.


Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wir werden auf jeden Fall keinen Bogen um die Schweiz machen. Dazu ist dieses kleine Land einfach zu schön – und die Eidgenossen zu liebenswert! Einige Fleckchen Schweizer Erde sind zu schön, um sie nicht alle Jahre wider zu betreten, zu vieles ist noch unentdeckt.
Der Wahl-Schweizer Michael Schumacher sagte (treffender geht es nicht): „Die Schweiz ist für mich Harmonie pur. Wenn ich alles das, was ich in meinem Zuhause habe, auch im Auto hätte, dann würde ich allen anderen um die Ohren fahren.“CH_Gornergrat4

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