Gesund auch fern der Heimat

Einem Reisemediziner „Guten Tag“ zu sagen, bevor man Deutschland für längere Zeit „Auf Wiedersehen“ sagt, ist nicht die schlechteste Idee. Besonders geschulte und ständig weitergebildete Weißkittel wissen am besten, welche gesundheitlichen Risiken lauern und welche Reiseimpfungen sinnvoll oder gar lebensnotwendig sind. (In Wohnortnähe nach Reisemedizinern suchen)

Wer möchte hier länger krank sein? Albanien ist da noch harmlos zu nennen!
Wer möchte hier länger krank sein? Albanien ist da noch harmlos zu nennen!
Ich finde es immer wieder geradezu erschreckend, wie leichtfertig viele Traveller „dank“ unzureichenden Impfschutzes mit ihrem Leben spielen. Viele Reisende haben zwar allen möglichen technischen Schnickschnack dabei – aber keinen ausreichenden Impfschutz! Hepatitis A und Hepatitis B sind weltweit verbreitet. Viren sind Auslöser für diese beiden Formen einer Leberentzündung. Die Ansteckung erfolgt meist über mit Fäkalien verseuchtes Essen und Wasser (Hepatitis A) oder durch Blut, Speichel und sexuelle Kontakte (Hepatitis B).
Beide Impfungen sind bei Reisen gen Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien ebenso wichtig wie vorbeugender Schutz gegen Cholera.
Dass ein Tetanus-Schutz wichtig ist, sollte sich auch bei innerdeutschen oder Reisen ins europäische Ausland herumgesprochen haben (weitere Empfehlungen). Auch wenn man nicht ständig verreist, ist ein regelmäßiger Check des Schutzes gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Dreifachimpfung) sowie gegen Polio (Kinderlähmung) empfehlenswert.
In Gelbfieber-Gebieten (Afrika) ist die Impfung meist vorgeschrieben, um überhaupt einreisen zu können. Wer darauf dennoch verzichtet, spielt mit seinem Leben!
Dass die beste Malaria-Prophylaxe ein sehr guter Mückenschutz ist, hat sich gewiss herumgesprochen. Weiterer Lesestoff. Wir schwören seit Jahren gegen Mücken auf no bite. Gegen Dengue-Fieber hilft ausschließlich ein Mückenschutz (Einreibung, Moskitonetz) – eine Impfung ist nicht möglich.
Ob Osteuropa, Balkan oder Südostasien: Hände weg von Tieren! Wir haben höchst vorsorglich Pfefferspray dabei (und niemals Probleme beim Zoll damit gehabt). Pfefferspray stellt auch aggressive Zweibeiner eine Weile ruhig.
Tollwut ist das Allerletzte, was man sich einfangen will und muss! In Sachen Impfung sollte ein erfahrener Arzt beraten.
Tipp: Sobald wir Europa verlassen, haben wir ein Dutzend Einweg-Kanülen dabei. Das Problem in fremden Ländern ist seltener der Impfstoff selbst als vielmehr die Hygiene vor Ort! 100 Einmalkanülen (für intramuskuläre, subcutane, intravenöse und intraarterielle Injektionen) kosten weniger als 2 Euro! Wer an diesen Leichtgewichten spart, riskiert viel und geht fahrlässig mit seiner Gesundheit um!
Viele Krankenkassen übernehmen inzwischen auch ganz oder teilweise notwendiger Reiseimpfungen. Welche Kasse zahlt was: Zur Übersicht.
Nein, ich will hier niemandem Angst machen! Reisen sollte man nicht zwingend danach planen, für wie gefährlich oder auch gesundheitlich bedenklich Experten das jeweilige Ziel halten. Dennoch: Gut informiert zu sein und sinnvoll vorzusorgen kann nie schaden!
Eigene Einwegkanülen könne angesichts solcher Zustände im Fall der Fälle sehr sinnvoll sein. Mitunter lebensrettend.
Eigene Einwegkanülen könne angesichts solcher Zustände im Fall der Fälle sehr sinnvoll sein. Mitunter lebensrettend.
Aktueller Anlass: Vor wenigen Tagen veröffentlichte International SOS die HealthRiskMap2015, aus der hervor geht, dass in mehr als 100 Ländern ein hohes Gesundheitsrisiko für Traveller besteht! In 75 Ländern besteht ein hohes und in 36 Ländern gar ein extrem hohes Risiko, an Infektionen zu erkranken, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden oder unzureichende medizinische Versorgung vorzufinden.
Analysiert wurden Gesundheitsgefährdungen durch Infektionskrankheiten, die allgemeine Hygiene und der Zugang zu sanitären Anlagen, Unfälle, aber auch die Verfügbarkeit und Qualität des Gesundheitswesens sowie der Rettungsdienste. 40 Prozent aller medizinischen Notfälle, die analysiert wurden, ereigneten sich in den als Hoch- und Extremrisikoländern klassifizierten Staaten.
Viele der Risiko-Staaten sind Krisen- oder Kriegsgebiete: Afghanistan, Syrien, Irak, Libyen, Guinea oder Somalia. Auch auf der Liste: Haiti, Osttimor, Nordkorea und Bhutan.
Um mit einem hohen Gesundheitsrisiko konfrontiert zu werden, muss man nicht weit reisen: Weißrussland, Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Kosovo.
Aber auch beliebte Reiseländer wie Sri Lanka, Nepal, Laos und Kambodscha sind kritisch zu betrachten.
In vielen Ländern täuscht die hochqualitative medizinische Versorgung in Metropolen leicht darüber hinweg, dass das Versorgungsniveau im ländlichen Raum teilweise katastrophal zu nennen ist.
Last but not least: Es gibt keine Vollkasko-Versicherung für alle Wechselfälle des Lebens, wohl aber sehr gute Auslands-Krankenversicherungen, die auch nicht die Welt kosten. (Zu einem Vergleich) Die gesetzlichen Kassen stellen mit ihren Chipkarten auch innerhalb der EU nur eine Mindestversorgung sicher! Die wichtigsten Risiken, die Auslandskrankenversicherungen abdecken sollten sind neben weltweiter Gültigkeit auch ein nicht nur „medizinisch notwendiger“, sondern ein „medizinisch sinnvoller und vertretbarer“ Rücktransport nach Hause sein. (Testsieger)

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