Fracht- statt Traumschiff

Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise ... Symbolfoto: Erich Westendarp / pixelio.de

Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise … Symbolfoto: Erich Westendarp / pixelio.de

Kreuzfahrten sind „in“. Von Jahr zu Jahr steigen die Passagierzahlen. Nicht nur auf luxuriösen Kreuzern oder Massen-„Pötten“. Seit Jahren entscheiden sich alljährlich auch rund 5.000 Deutsche für die Fahrt auf einem Frachtschiff – eine deutlich preiswertere Alternative zum Traumschiff-Wahn. Rund ein Drittel der Passagiere vermittelt Peter Zylmann, Inhaber der gleichnamigen Frachtschiff-Touristik-Unternehmens, der seit 1986 Reisen auf Containerschiffen anbietet. Andere große Anbieter sind Hamburg Süd-Frachtschiffreisen, Fachreise-Agentur für Seereisen Kapitän Hoffmann oder auch Frachtschiffreisen Pfeiffer.
Von Fünf-Tages-Touren nach Skandinavien bis zur 124-tägigen Weltreise ist prinzipiell alles möglich, was die Reiserouten der Frachter hergeben. Cocktail-Abende, Animateure und Menschenmassen sucht man auf diesen Reisen aber vergebens. Die Passagiere werden auf solch einer Fahrt in frei gebliebenen Kabinen untergebracht. Da gibt es dann sowohl einfache Crew-Kabinen als auch große, luxuriös ausgestattete Eignerkabinen mit Meerblick.
Auch wenn es nicht gerade luxuriös auf den Frachtschiffen zugeht, müssen Passagiere keineswegs auf Komfort verzichten. Verpflegt werden die Gäste vom Schiffskoch, gegessen wird gemeinsam mit der Crew.
Allerdings müssen sich die Touristen nach den Vorgaben der Mannschaft richten, schließlich steht immer noch die Beförderung der Ladung im Vordergrund. Beim Löschen und Beladen können die Urlauber denn auch zusehen und an Bord am Leben auf See teilhaben. Natürlich ist auch die Überfahrt nicht umsonst, im Vergleich zur Kreuzfahrt aber ist der Abenteuerurlaub auf einem Frachter recht preiswert.
Zwischen 60 und 100 Euro muss man pro Tag an Bord einplanen, volle Verpflegung inklusive. Die Reiseziele der Frachter reichen dabei von der Ostsee über mehrwöchige Fahrten zu den Kanaren, nach Brasilien, China und Australien bis zur Reise „ostwärts um die Welt“.
Eine so genannte Deviationsversicherung, die die Mehrkosten der Reederei abdeckt, falls ein Passagier krank wird und das Schiff umgeleitet werden muss, ist Pflicht! Einen Arzt gibt es auf den meisten Frachtschiffen nämlich nicht.

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