Das passende Wohnmobil für Singles & Paare der Generation 60plus

Den Rentenbeginn vor Augen liebäugeln viele wieder (oder auch erstmals) mit einem Wohnmobil.  Die Geschmäcker und Bedürfnisse bei der Wahl des richtigen Mobils sind so vielfältig wie die künftigen Fahrer und Beifahrer. Eines aber dürfte feststehen: Beim Kauf eines Wohnmobils wird bei allen der Geldbeutel sowohl das erste als auch das letzte Wort haben!

Die beste Möglichkeit, sich einen guten Überblick über den Markt zu verschaffen, sind Messen im Herbst und Winter, z. B. die Reisen und Caravan in Erfurt im Oktober oder im Januar die CMT in Stuttgart.  Mit ein wenig Verhandlungsgeschick lassen sich dort auch echte Schnäppchen machen. Für Neueinsteiger: Was als „Grundpreis“ geschrieben steht, ist nur die halbe Miete! Zusätzliche Ausstattung geht richtig ins Geld. Bei sogenannten Paketen sind leider in vielen Fällen auch Dinge dabei, die man eigentlich nicht haben möchte, leider.

Fangen wir mal mit dem ganz Banalen an: Wo soll das Wohnmobil stehen, wenn man nicht reist? Ein großstädtischer Parkplatz für einen großen Integrierten dürfte sicher schwer zu finden sein. Alle Reisemobile, die Stehhöhe aufweisen, sind für Standardgaragen zu hoch. Stellplätze in Hallen sind ein rares Gut und für einen Carport (nicht überall ohne Baugenehmigung möglich!) braucht es genügend (eigene) Fläche. Wer gar mit Saisonkennzeichen unterwegs sein will, braucht zwingend eigenen Grund.

Wer ein Reisemobil jenseits 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht ins Auge gefasst hat, sollte sich über ein paar Limits im Klaren sein: Jährlich zum TÜV, Geschwindigkeitsbeschränkungen, hohe Mautkosten im Ausland.

Das liebe Geld: Wohnmobil heißt Freizeit, Freizeit heißt Spaß, Spaß kostet. Und zwar Bares! Angesichts gestiegener Kosten können wir von einer Finanzierung nur abraten! Ein Reisemobil ist auch keine Wertanlage, sondern eine permanente Geldvernichtungsmaschine. Mit dem Anschaffungspreis ist es nicht getan: Steuern, Versicherung, Treibstoff, TÜV, Verschleißreparaturen, etc. Sich ein Wohnmobil zuzulegen bedeutet, einen hohen Preis für ein hohes Gut zu zahlen: Zeitliche und räumliche Unabhängigkeit und ein Stück Freiheit. Wer nicht mindestens zwölf Wochen im Jahr unterwegs sein möchte, sollte ein Wohnmobil lieber mieten. 

Aller Anfang ist schwer, eine Checkliste hilft: Am besten alles aufschreiben, was man gerne hätte – von Automatikgetriebe bis Zentralverriegelung. Geordnet von „sehr wichtig“ bis „muss nicht wirklich sein“. Danach die Platzverhältnisse bestimmen. Wer seine Schlafstätte nicht ständig umbauen möchte, braucht mehr Platz. Wer nicht mit einem ganzen Hofstaat reisen möchte, kann z. B. auf eine Heckgarage verzichten. Usw. Je nach Geldbeutel muss dann „abgespeckt“ werden.

Nun kann die Auswahl beginnen. Wir teilen wie folgt ein: Campingbus, Kastenwagen, Alkovenfahrzeuge, Teilintegrierte, Integrierte, Expeditionsmobile. Die aktuelle Hitliste der Reisemobile sind Campingbusse & Kastenwagen mit einem Marktanteil von 57 Prozent. Rund ein Drittel der Wohnmobile sind Teilintegrierte. 6,8 Prozent der Fahrzeuge haben einen Alkoven. Knapp vier Prozent sind Integrierte. Der Rest fällt in die Kategorie „Sonstige“, meist Pick-ups mit einer abnehmbaren Wohnkabine oder Expeditionsmobile.

Campingbus

Sein berühmtester Vertreter ist wohl der Bulli, der VW-Bus. Mit weniger als zwei Meter Höhe ist er tiefgaragen- und alltags tauglich und auch vom Fahrverhalten einem Auto sehr viel ähnlicher als einem Transporter. Dennoch eher ein Reisemobil für Minimalisten. Ähnlich bekannt wie der Bulli: Ford Nugget Westfalia und der Marco Polo von Mercedes.
Nachteil: Weder Dusche noch WC. Ein Bulli mit guter Ausstattung schrammt nur knapp an der 100.000 Euro-Marke vorbei!

Kastenwagen

Üblich sind Längen von 5,40 m, 5,99 m, 6,36 m. Die beiden längeren Kastenwagen haben in jedem Fall Dusche/WC an Bord. Gängige Fahrgestelle kommen aus den Häusern Fiat, Ford, Peugeot und Citroën. Kastenwagengrundpreise beginnen bei 6 m Länge bei ca. 50.000 Euro, einen Malibu aus dem Hause Carthago kann man problemlos über die 100.000 Euro-Marke treiben.

Alkovenmobile

Salopp geschrieben: Wer möchte jeden Abend eine Leiter hinaufsteigen und nachts u. U. mehrfach rauf und runter? Wer die Enkel dabei haben möchte: Bitteschön.

Teilintegrierte

Der perfekte Kompromiss zwischen Kastenwagen und Integrierten. Länge zwischen 5,99 m und 7,45 m. Ein 7,45 m-Modell von Adria beginnt bei einem Basispreis von 113.199 Euro und reißt mit guter Ausstattung schnell ein Loch von mehr als 135.000 Euro in der Kasse. Wer einen Teilintegrierten mit hohem Grad an Autarkie und Komfort möchte, kommt nicht umhin, beim Händler mindestens 80.000 Euro hinzublättern.

Integrierte

Nicht zu unrecht auch „Königsklasse“ genannt. Die klangvollsten Hersteller-Namen im Luxus-Segment: Concorde, Morelo, Carthago, Niesmann + Bischoff, Phoenix, Hymer. Der aktuell wohl kürzeste Integrierte (5,99 m) kommt aus dem Hause Dethleffs und beginnt bei 80.799 Euro, mit sinnigen Extras geht es fix über die 100.000 Euro. E


Expeditionsmobile

Sie kommen meist voll autark, mit Allradantrieb und meist auf LKW-Fahrgestellen daher. Gebaut für schwierigstes Gelände. Doch es stellt sich die Frage: Wo will man heutzutage mit einem solchen Gefährt noch gefahrlos hin? Auf dem Landweg nach Südafrika oder Indien sicher nicht …

Was ein Reisemobil können/leisten sollte, hängt neben dem Geldbeutel vor allem davon ab, wie und wohin man verreisen möchte. Wer von daheim geradewegs auf einen Campingplatz fahren möchte, um dort wochenlang zu verweilen, sollte ernsthaft darüber nachdenken, ob es da nicht bessere (preiswertere) Möglichkeiten gibt als ein Reisemobil. Zumal gerade in der Saison die Campingplätze richtig Geld kosten (50 Euro pro Nacht sind keine Seltenheit mehr).

Wer tatsächlich individuell reisen möchte, wird dem Thema Solar, große Aufbaubatterie, Dieselheizung und/oder Winterfestigkeit einen anderen Stellenwert beimessen. Dann stellt sich auch die Frage einer (teuren) Umrüstung von Propangasflaschen auf einen LPG-Tank. Wer häufiger in Städten und/oder im Gebirge unterwegs sein möchte, der wird sicher gern für ein Automatikgetriebe den Aufpreis löhnen, es fährt sich einfach entspannter.

Was die Küche im Reisemobil können muss, ist eine Frage individueller Vorlieben. Wenn überhaupt, dann kochen wir draußen. Entspannter ist es jedoch, sich in gastlichen Häusern nieder- und bewirten zu lassen.

Wer ein fabrikneues Gefährt kauft, sollte darüber hinaus an einer Unterboden- & Hohlraumkonservierung nicht sparen. Auch eine Keramikversiegelung ist überlegenswert. Das Reisemobil dankt es im Laufe der Jahre, vor allem bei einem Wiederverkauf! In die Kaufentscheidung sollte die Dauer der Garantie einfließen, ebenso die nachlesbare bisherige Kundenzufriedenheit mit dem Händler.

Noch bis zum März ist es eine gute Zeit, Gebrauchtfahrzeuge zu erstehen. Ob es eine gute Idee ist, ein einstiges Mietfahrzeug zu kaufen, mag jeder für sich beantworten. Als private Verkäufer kommen nur diejenigen in Frage, die die Historie des Gefährts lückenlos nachweisen können. Denn im Zweifel gilt: Gekauft wie besehen! Wer die Möglichkeit dazu hat: Einen Fachmann zum Kauf mitnehmen. Bei einem Kaufpreis über 30.000 Euro ist ein Wertgutachten nützlich (kann 200 gut angelegte Euronen kosten).

Unterm Strich: Wer sein Reisemobil zehn Jahre und länger intensiv nutzen möchte, ist mit einem Neufahrzeug gut bedient. (Billiger wird es nie mehr werden!) Der Markt bietet für fast jeden Geschmack und Geldbeutel etwas.

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