31 Tage Asien mit dem Rucksack (6)

Der 26. Tag beginnt mit einem sehr zeitigen Frühstück. Dann fahren wir mit der U-Bahn gen Petronas Towers. Der Grund für das Aufstehen zu unchristlicher Stunde:

Wer einen faszinierenden (kostenlosen) Blick von der in 172 Metern Höhe gelegenen Skybridge auf KL werfen möchte, muss sich bis spätestens 8:30 Uhr anstellen. Es werden Tickets vergeben, auf denen dann die genaue Zeit steht, zu der man sich einzufinden hat. In den Hochzeiten hat man keine Chance mehr, eines der begehrten 1.400 Tickets zu bekommen! Es gibt pro Person nur ein Ticket, persönliches Erscheinen ist angesagt.

Eine Riesen-Schlange steht bereits um 8:15 Uhr. Es dauert und dauert. Schließlich haben wir dann Tickets für 11:45 Uhr in den Händen – und es ist erst 9:45 Uhr. Also laufen wir eine Viertelstunde zum Menara KL Tower, dem Fernsehturm mit stattlichen 421 Metern Höhe, das fünfthöchste Gebäude der Welt.
Die letzten 500 Meter gibt es einen kostenlosen Shuttle. Vier Schnellaufzüge befördern die Besucher bis zum Turmkorb, der sich auf einer Höhe von 335 Meter befindet. Alternativ stehen 2058 Stufen zur Verfügung … Kostenpunkt für den Blick von oben: 38 RM = ca. 7,70 Euro.
Pünktlich zur Einlasszeit waren wir zurück an den Petronas Towers. Es lohnt sich, für dieses Erlebnis früh aufzustehen! Insgesamt sind 78 Aufzüge in den beiden Türmen untergebracht, darunter 29 doppelgeschossige Hochgeschwindigkeitslifte, die jeweils 26 Menschen aufnehmen können. Wir erfuhren unter anderem, dass es in naher Zukunft Triple Towers geben wird, ein weiterer Turm entsteht derzeit.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen im Shopping-Center ging es per pedes zum den sogenannten Lake Gardens. Diese umfassen einen 92 Hektar großen gehegten Park in der Nähe des Parlaments, der in früheren Zeiten einem britischen Kolonialvertreter gehörte. Innerhalb des Parks gibt es spezielle Areale für Schmetterlinge (Butterfly Park), Rotwild (Deer Park), Orchideen und Hibiscus (Orchid Garden, Hibiscus Garden) sowie den größten Vogelpark Südostasiens (Bird Park). Der Botanischen Garte und Vogelpark waren unser Ziel. Beide verlangen ca. 7,40 Euro Eintritt – aber diese Investition lohnt sich. Geschafft, aber sehr zufrieden tippeln wir zurück ins Hotel. Der Abend gehört der Petaling Street.
Auch am 27. Tag wird fleißig gelaufen. Es gibt einfach nichts Schöneres als sich eine Stadt zu er-laufen statt zu er-fahren. Man kann in KL nicht allzu viel falsch machen – auch ohne Stadtplan. Die Wolkenkratzer geben eine sehr gute Orientierung.
Zuerst geht es zu zur Jamek Moschee. Sie liegt etwas 20 fußläufige Minuten von der Petaling Street entfernt. Sehenswert!


Von dort sind es dann nur fünf Minuten bis zum Merdeka Square. Hier wurde 1957 die britische Fahne der Kolonialmacht eingeholt – und die malaysische gehisst. In der Nachbarschaft dieses Platzes steht auch das berühmte Sultan Abdul Samad Building. Es ist so unheimlich heiß, dass wir viele Trinkpausen einlegen müssen. Limetten-Saft stillt den Durst hervorragend, wenn man den normaler Weise unvermeidlichen Zucker „abwählt“.
Randbemerkung: Die Sonne brennt – und ich kann nur jedem Manne, der kahle Stellen auf dem Köpfchen hat, dringend empfehlen, sich eine sinnige Kopfbedeckung für solche Gegenden zuzulegen. Ich habe seit Jahren gute Erfahrungen mit einem Piratentuch gemacht. Leicht auszuwaschen und mit UV-Schutz versehen.
Die Petaling Street: Das, was die Khao San Road für Bangkok oder Chinatown und Little India für Singapore sind, ist diese Straße für Kuala Lumpur: Das Eldorado der Backpacker. Dutzende Übernachtungsmöglichkeiten, noch mehr Möglichkeiten, sich preiswert den Magen zu füllen – und ab mittags Verkaufsstände in einer Gedrängtheit, dass fast kein Durchkommen mehr ist. Die asienüblichen Fakes werden angeboten – von der Pseudo-Rolex bis zum gefälschten Marken-Handtäschchen.

Der letzte Abend in einer Stadt, die wir sehr mögen. Ein schönes Essen, anschließend noch ein Stopp an einem hinduistischen Sakralbau – dem Sri Mahamariamman Tempel.

Letzter Morgen in Malaysia – der 28. Tag. Wir begeben uns nach dem Frühstück zum Optiker, weil ich da im Jahre 2006 bereits beste Erfahrungen machte. Eine Brille mit einem auch in Deutschland erhältlichen Gestell, die mich daheim auf Grund der teuren Gläser stattliche 600 Euro gekostet hätte (inklusive Wartezeit von einer Woche), fertigt man mir in Kuala Lumpur tadellos für 84,20 Euro. In fünf Stunden!
Auf dem Weg von der Petaling Street zum Hauptbahnhof werfen wir noch einen Blick in einen kleinen Tempel. Das Hauptverwaltungsgebäude der malaysischen Bahn stammt aus der britischen Kolonialzeit. Leider schickt die Sonne an diesem Tag keine Strahlen, so dass alles grau wirkt. Anschließend laufen wir zur riesigen sehr neuzeitlichen State Mosque.
Ich hatte bereits die Wolkenkratzer als Orientierungspunkte erwähnt, aber auch in Kuala Lumpur gilt: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Wegweiser sind allgegenwärtig …
Am Nachmittag müssen wir mit dem Taxi los. KL hat drei Flughäfen: Den KLIA (Luftdrehkreuz für Malaysian Airlines und die meisten ausländischen Fluggesellschaften) und den nur vom Billigflieger Berjaya Air genutzten Airport Sultan Abdul Aziz Shah. Air Asia nutzt den nahe KLIA gelegenen LCCT (Low Cost Carrier Terminal). Es verkehren Schnellbusse dorthin. Mit dem Taxi sind es 80 RM (16,35 Euro) für 44 Kilometer Fahrt.
Um 16 Uhr hebt der Airbus in Richtung Bangkok ab. Das Wetter ist besser geworden. Für die zwei Stunden Flug kassiert Air Asia 36 Euro. Dank Zeitverschiebung (- 1 Stunde) landen wir kurz nach 17 Uhr in Bangkok, steigen ins Taxi und fahren wiederum ins „Tawana“. Die Fahrt dauert sehr lange, Bangkoks Straßen sind abends fast nicht passierbar. Duschen, essen, shoppen, schlafen. Es geht früh raus am nächsten Tag. Und der Tag wird sehr lang.
Der 29. Tag beginnt um 5 Uhr. Das Frühstück fällt aus, aber immerhin hat man uns ein Lunchpaket zurecht gemacht. Als ich zwei Tage zuvor die Flüge rückbestätigt habe, wurde mir gesagt, drei Stunden vor dem Boarding müsse man einchecken: Scheibenkleister! Um 6 Uhr muss ich wiederum mit dem Taxifahrer länge diskutieren bis er sich „erweichen“ lässt, das Taxameter für die Fahrt zum Flughafen einzuschalten.
Hiobsbotschaft
am Check-in: „Dank“ eines Buchungsfehlers müssen wir gen Frankfurt fliegen – ohne Stopover. Unsere Tickets besagen etwas anderes. Ich bin bestimmt eine Viertelstunde aus dem nicht vorhandenen Anzug gesprungen! Es muss gewirkt haben, denn plötzlich war alles beim Alten. Unsere restlichen Baht investieren wir in Zigaretten im Duty Free und in Kaffee bei „Starbucks“. Beim Boarding entdecken wir eine Neuigkeit: „Jet Airways“ fliegt im Auftrag von „Gulf Air“ gen Bahrain. Pünktlich hebt der Flieger in Bangkok ab – und schwebt dank Zeitverschiebung (- 4 Stunden) kurz nach 13 Uhr im Königreich Bahrain auf der Insel al-Muharraq ein. Vom Flughafen in die Hauptstadt sind es ca. sechs Kilometer.

Der Name Bahrain bedeutet im Arabischen „zwei Meere“. Die Insel besitzt auch buchstäblich zwei Meere: das Meer, welches die Insel umgibt, und ein Meer von Grundwasser. 33 Inseln, 1.046.814 Einwohner. Klein, aber fein. Jeder zweite Einwohner hat einen ausländischen Pass in der Tasche! Der freundliche Beamte beider Einreise nach Bahrain schaut uns an als kämen wir vom anderen Stern. Er kann es irgendwie nicht verstehen, was wir überhaupt dort wollen … Nachdem er weiß, dass wir ein Hotel gebucht haben, drückt er für 5 BHD (= 10 Euro) den Stempel in den Pass. Dann der Gang zur Wechselstube. Wir müssen uns dran gewöhnen, wieder sorgsamer mit dem Geld umzugehen, ein 1 BHD = 1,97 Euro. Mit dem Taxi (im Gegensatz zu Dubai fahren hier ausnahmslos „locals“) geht es zum „Oriental Palace“ (Übernachtung/Frühstück im DZ für 44 Euro) in der Hauptstadt Manama (200.000 Einwohner). Es gibt bessere und schönere (vor allem sehr viel teurere!) , aber wenig zentraler gelegene Hotels in Manama. Es herrscht striktes Alkoholverbot (außer in Luxus-Hotels mit entsprechender Lizenz); Nicht-Muslime dürfen bei der Einreise bestenfalls 6 Flaschen Bier mitbringen. Touristische Bedeutung hat Bahrain bestenfalls für den arabischen Raum, westliche Reisende zieht es eher selten in den diesen Teil des Mittleren Ostens.

Der Kontrast von engen Gassen und breiten Highways ist schrill. Abends kommen wir mit Einheimischen ins Gespräch, die am Meer ihre Grillparty feiern. Schöner Farbtupfen. Die Preise im Königreich sind im Kontrast zu Asien exorbitant. Wer hier zur Miete wohnt, kann ein Vermögen los werden! Am späten Abend sinken wir pflastermüde in die Federn.

Tag 30 beginnt mit Morgensonne. Wir machen einen großen Spaziergang durch Manama und essen zeitig zu Mittag. Zum Glück müssen wir erst 15 Uhr auschecken, denn der Flieger geht frühmorgens um 2 Uhr! Nach dem „Futter“ streifen wir durch die engen Gassen des „alten“ Manama und durch die „Moderne“. Zwillingstürme hat man sich auch gegönnt (samt Sykbridge) – in Form des „World Trade Center“.
Am späten Nachmittag fahren wir das Gepäck zum Flughafen ckecken ein – und machen uns auf den Weg zum Fort Arad – einst Festung der Omanis. Anschließend geht es zu einem Kleinod im UNESCO-Weltkulturerbe, dem Fort Bahrain (einst portugiesisch, mit vielen deutlich älteren Ausgrabungsstätten) – mit einem herrlichen Sonnenuntergang geht diese Reise nun (fast) zu Ende. Nach Einbruch der Dunkelheit vertreiben wir uns die restliche Zeit bis zum Boarding in einer der neuen riesigen Shopping-Malls von Manama.

Am frühen 31. Tag „versenken“ wir das letzte Geld im Duty Free und dann hebt der Flieger ab – gen Frankfurt am Main. Bei zwei Grad empfängt uns Deutschland um 6:40 Uhr (MEZ) wieder.
Mit dem ICE geht es gen Nürnberg (hätte nie gedacht, dass eine Leberkäs´-Semmel so gut schmeckt), anschließend geht es weiter auf der Schiene gen „kalte Heimat“. Am frühen Nachmittag fröstelt uns daheim ganz gehörig.

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