31 Tage Asien mit dem Rucksack (5)

Erst einmal „Frühsport“ im Pool. Dann macht es schon mal Freude, sich zum Frühstück an einem riesigen Buffet zu laben und rundum bedient zu werden. So gestärkt beginnt Tag 21. Mit dem Bus fahren wir gen George Town (offizielle Schreibweise). George Town ist die Hauptstadt der Insel Penang. Sie liegt an der nordöstlichen Spitze der Insel und hat 178.358 Einwohner, überwiegend Chinesen.
Im Jahre 1786 siedelten sich Händler der britischen Ostindischen Kompanie unter der Führung von Francis Light an. Benannt ist die Stadt nach dem britischen Monarchen Georg III.

Vom berühmten Fort Cornwallis ist nicht all zu viel geblieben. In der Innenstadt von George Town befinden sich zahlreiche Moscheen, Kirchen, hinduistische und chinesisch-buddhistische Tempel. Wir werfen mehr als einen Blick in die Kapitan Kling Moschee, eine der ältesten auf Penang. Meine „bessere Hälfte“ hat denn auch die passende Kopfbedeckung.

Nahe der Landspitze und des Hafens (hier kommen die Fähren von Langkawi sowie von Medan, Indionesien, an) befindet sich der 18 Meter hohe Uhrturm (Clock Tower), der 1897 zum sechzigsten Thronjubiläum von Königin Victoria errichtet wurde.
George Town wird seit 2008 gemeinsam mit Malakka auf der Liste der Weltkulturerbe der UNESCO geführt.
Dieser Tag könnte der heißeste der gesamten Reise gewesen sein. Wir fahren am späten Nachmittag (pflastermüde, fix und fertig!) zurück ins Hotel – und „aalen“ uns am Pool …
Unser 22. Tag wird ganz im Zeichen eines einzigen Tempels stehen. Wieder geht es mit dem Bus gen George Town. In einer kurzen Straße liegen zwei Kleinode buddhistischen Tempelbaus exakt gegenüber – ein Thai- und ein burmesischer Tempel. Unsere Tempel-Tour beginnt im Wat Chaiyamangalaram – es war ein „fulltime“-Programm:


Durchgeschwitzt und leicht abgekämpft landen wir am Nachmittag wieder am Pool. Am späteren Abend der unvermeidliche Gang zum Foodcourt. Eine gegrillter Seebarsch wartet. Lecker! Dann noch in einer kleinen Strandbar ein kühles Bier. Und nicht zum ersten Mal auf Reisen denke ich ehrlichen Herzens: „Das Leben ist schön – liebe Probleme leckt mich am Arsch …“
Heute müssen wir auschecken, an Wochenende sind viele Hotels in Batu Ferringhi ausgebucht, von Einheimischen. Also ziehen am Tag 23 um ins „Tanjung Bungah Beach Hotel“ – ca. vier Kilometer entfernt. Ein Allerwelts-Standard-„Schuppen“ von außen; eine sehr komfortable Herberge von innen. Das Doppelzimmer beläuft sich auf 168 RM = 34 Euro. Mit dem Taxi geht die „Post“ ab. Anschließend machen wir uns wiederum mit dem Bus auf den weg zum zweiten großen buddhistischen Tempel in George Town – dem burmesischen Dhammikarama Tempel:
Der Nachmittag gehört dem Shopping und dem Pool …
Tag 24 bricht mit einer „Runde“ im Pool an, dann folgt das Frühstück – und die unvermeidliche Busfahrt gen George Town.
Der Kek-Lok-Tempel ist eine chinesisch-buddhistische Kultstätte in Air Itam, einem Vorort von George Town. Am besten kommt man mit dem Bus dorthin. In der Regel nähert sich der Besucher dann auf Schusters Rappen dem Tempel durch langgezogene Wandelgänge, die zahlreichen Läden (mit einem oft sehr weltlichen Angebot) Platz bieten. Möglich ist es auch, auf der Straße außen entlang zum Tempel zu fahren.
Er passiert dabei auch einen sogenannten Liberation Pond, einen Teich, in dem Schildkröten in eine (wenn auch umgrenzte) Freiheit entlassen wurden, um damit das eigene Karma aufzubessern. Gegen „Gebühr“ gibt es Futter für die Tierchen … Es folgen mehrere große Andachtshallen, die der Verehrung Buddhas, der Bodhisattvas und volkstümlicher chinesischer Gottheiten dienen. Neben den zum Teil vergoldeten Statuen finden sich Halbreliefs, Ketten von Lampions und aufwändige Holzkonstruktionen, die durch Bilder und abstrakte Malereien verziert sind. Der Tempel ist einer der größten Tempel seiner Art in ganz Südostasien und gilt als größter buddhistischer Tempel in Malaysia. Sein Name lässt sich mit „Tempel des Höchsten Glücks“ übersetzen.
Sowohl Architektur als auch die Aktivitäten der Gläubigen lassen dabei eine Verschmelzung von buddhistischen Glaubensinhalten mit daoistischen Ritualen und Wahrsagerei erkennen. Die Errichtung des Tempels begann 1890, er konnte nach mehr als zwanzigjähriger Bauzeit eingeweiht werden. Im Jahr 1930 wurde die Pagode der 10 000 Buddhas fertiggestellt, die über mehrere Jahrzehnte die prägende Struktur der Anlage blieb. Umfangreiche Spenden, insbesondere aus der unternehmerisch erfolgreichen chinesischen Bevölkerung Malaysias, ermöglichten jedoch einen weiteren Ausbau der Anlage, der auch bis zum heutigen Tage nicht abgeschlossen ist.
In diesem Sinne ist der Kek Lok Si ein Tempel, dessen Bauphase noch immer andauert. Im Jahr 2002 konnte eine 30 m hohe Bronzestatue eingeweiht werden, die gemeinsam mit der Pagode nachhaltig das Erscheinungsbild des Tempels prägt. Gegenwärtig konzentrieren sich die Arbeiten darauf, eine Dachkonstruktion zum Schutz der Statue zu erbauen. Dazu werden 16 mit Reliefs geschmückte sogenannte Drachensäulen errichtet, die ein konzentrisches Dach im Stil der klassischen Ming-Architektur, vergleichbar etwa dem Himmelstempel in Beijing, tragen sollen.
Ein Aufzug befördert die Besucher (5 RM = 1,10 Euro) zu einer erhöhten Plattform, wo sich ein Teich mit zahlreichen Koi-Karpfen und schließlich die Statue der Kuan Yin befinden. Diese kann als Göttin der Gnade, aber auch als Bodhisattva des Mitgefühls interpretiert werden. Die Pagode der Zehntausend Buddhas ist ein siebenstöckiges, 30 m hohes Gebäude, das Baustile verschiedener buddhistischer Länder in sich vereinigt: die Basis gilt als chinesisch, der Mittelbau der thailändischen und die Spitze der burmesischen Architektur entlehnt.
Der Tempel ist Mittelpunkt zahlreicher Feste der chinesischen Bevölkerung auf Penang. Besonders eindrucksvoll sind die Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahrsfest: für einen Zeitraum von 30 Tagen bleibt der Tempel bis spät in den Abend geöffnet und wird dabei von mehreren tausend Lampen in ein einzigartiges Lichtermeer verwandelt.
Der späte Nachmittag gehört (wie sollte es anders sein) dem Pool. Am letzten Abend auf Penang noch ein gutes Mahl – das war´s. Auch beim zweiten Trip gen Penang sind uns sicher: George Town wird uns wieder sehen – es gibt noch genug zu entdecken …


Tag 25 beginnt geruhsam. Gegen 8 Uhr fahren wir mit dem Taxi zur Fähre, die uns über die Straße von Malakka von George Town nach Butterworth bringt. Ein letzter Blick zur grandiosen Penang-Brücke (eine 13,5 Kilometer lange Schrägseilbrücke) – nach 20 Minuten sind wir wieder auf dem Festland.
Dutzende Busgesellschaften buhlen an allen großen Busbahnhöfen lautstark und stets wild gestikulierend um Fahrgäste. Wir schauen uns in Ruhe um – und treffen dann eine Entscheidung. Für 41 RM (8,30 Euro) pro Person fahren wir sehr komfortabel (VIP-Bus: 24er Bestuhlung, je ein Platz links, zwei Plätze rechts neben dem Gang, Liegesessel wie in der Business Class im Flieger)) in 4,5 Stunden nach Kuala Lumpur. Die VIP-Busse sind nur unwesentlich teurer als die „normalen“! Die Fahrt (fast nur Autobahn) endet am Nachmittag im unmittelbaren Stadtzentrum.

Unser Ziel zur Quartiersuche ist die nahe gelegene Petaling Street. Im Gegensatz zum Jahr 2006 sind Schlepper unterwegs. Im neu eröffneten „D’Oriental Inn“ finden wir für drei Nächte Unterschlupf. Zentraler geht´s nimmer. Wir können einen Promo-Preis aushandeln: DZ pro Nacht inkl. Frühstück 132 RM = 26,65 Euro – inkl. Late Checkout) – bestens. Wir entfliehen dem Rummel der Petaling Street und machen uns vier Stationen mit der U-Bahn auf den Weg zu den Petronas Towers, den mit 452 Metern höchsten Zwillingstürmen der Welt. Im Shopping-Center befindet sich ein grandioser Foodcourt, wo wir zu Abend essen. Dann ist es Zeit, sich die Türme mal bei Licht anzuschauen. Ich verfluche mich selbst, weil ich das Stativ daheim gelassen habe. Allerdings wären das gut 6 Kilo Mehrgewicht gewesen. Wieder nichts mit Nachtaufnahme, denn die Verschlusszeiten, die mir meine EOS vorgibt, sind aus der Hand einfach nicht zu halten. Als wir zur Petaling Street zurück kehren (gegen 23 Uhr) ist alles schon wie leer gefegt …

Zu Teil 6 und Schluss

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