Stinke- und sonstige Finger

Der so genannte "Stinkefinger" ist leider ziemlich international. Der erhobene Mittelfinger ist eine grobe Beleidigung, die auch teuer werden kann.   In Großbritannien hat das Victory-Zeichen mit dem Handrücken zum Gegenüber die gleiche Bedeutung wie der Stinkefinger.

Der so genannte „Stinkefinger“ ist leider ziemlich international. Der erhobene Mittelfinger ist eine grobe Beleidigung, die auch teuer werden kann. In Großbritannien hat das Victory-Zeichen mit dem Handrücken zum Gegenüber die gleiche Bedeutung wie der Stinkefinger.

Andere Länder, andere Sitten, andere Gesten. Es gibt nicht wenige – in deutschen Landen eindeutige – Gesten mit Hand oder Finger, die anderswo missverständlich wirken. Teils kann sogar richtig Ärger drohen. Oder man versteht selbst die Welt nicht mehr:
Wer sich hierzulande an die eigene Stirn tippt (den berüchtigten „Vogel“ zeigt), drückt in Peru oder in den USA aus, dass man seinen Gegenüber als sehr intelligent empfindet.
SymbolfotoMan stelle sich ferner vor, gemütlich in einem spanischen Lokal zu sitzen und eine vortreffliche Mahlzeit zu genießen. Mit einem vermeintlich eindeutigen Handzeichen (einem aus Zeigefinger und Daumen gebildeten Ring) lasse man danach den Service wissen, dass wirklich alles zur vollsten Zufriedenheit war. Entsprechend verwundert dürfte jedermann sein, wenn der Kellner anschließend wütend mit schnellen Schritten naht – und das Gesicht des Betreffenden mit dem Dessert verziert. Denn das „okay“-Zeichen ist nicht nur in Spanien, sondern auch in Griechenland und Russland eine Beleidigung. Wer dieses Zeichen macht, beschimpft sein Gegenüber damit als A****loch. Auch bei Franzosen und Belgiern kommt die „okay“-Geste nicht wirklich gut an: Sie drückt aus, dass man jemanden für eine Null hält (gilt auch für Tunesien).
So nützlich es ist, in fremden Ländern seine Beobachtungsgabe zu trainieren, so daneben kann es gehen, wenn man einfach nur kopiert! Nur wer sich wirklich sicher ist, dass das gezeigte Handzeichen tatsächlich zutreffend ist, vermeidet auch die Gefahr, aus Unwissenheit in eine handgreifliche Auseinandersetzung zu geraten.
„Daumen hoch“ oder im englischen „Thumbs Up“ ist nicht nur in Mitteleuropa und Nordamerika das Autofahren verständliche Symbol, als Anhalter mitgenommen zu werden. Es gilt eigentlich generell als positive Geste. Wirklich? In China stimmt es – denn zusammen mit dem Ausspruch „Ding Hao“ („Sehr gut“) bedeutet es, dass man seinen Gegenüber für die Nummer Eins hält. Vor allem im Nahen und Mittleren Osten sowie in Teilen Afrikas und Australiens kann die gleiche Geste allerdings als obszön ausgelegt werden. Ein Auf- und Abbewegen gilt als besonders abstoßend und bedeutet so viel wie „Schieb es dir sonstwohin!“. In der Türkei kann die Geste auch als Aufforderung zu homosexuellen Handlungen verstanden werden.
PS: Noch vorsichtiger als mit diversen zweideutigen Zeichen sollte man mit den weltweit verstandenen zwei englischen Worten „fuck you“ umgehen. Nicht überall nimmt man dies ungerührt hin. Ich habe schon manchen gesehen, der im Anschluss sehr schnell laufen konnte …

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