Nepper & Diebe auf Reisen

„Das Beste, was man von Reisen nach
Hause mitbringt, ist die heile Haut.“

(Sprichwort aus dem alten Persien)

Alt, bekannt - und dennoch leider immer wieder erfolgreich: Der Fleckentrick. Ein Getränk wird verschütttet, mit dem Stieleis oder mit der senfbestrichenen Wurst wird gerempelt. Während ein "Hilfsbereiter" sich erbietet, das Malheur zu beseitigen, klaut er (oder ein Komplize) Bargeld oder Ausweispapiere.   Fotos (2): Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Alt, bekannt – und dennoch leider immer wieder erfolgreich: Der Fleckentrick. Ein Getränk wird verschüttet, mit dem Stieleis oder mit der senfbestrichenen Wurst wird gerempelt. Während ein „Hilfsbereiter“ sich erbietet, das Malheur zu beseitigen, klaut er (oder ein Komplize) Bargeld oder Ausweispapiere.
Fotos (2): Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

An touristischen Hotspots – deutschen, europäischen oder weltweiten – herrscht meist bei Reisenden eine gewisse Unbekümmertheit und Leichtigkeit des Seins. Genau auf diesem „Nährboden“ tummeln sich Diebe, Betrüger und sonstige Gauner.
Erstaunlich und erschreckend zugleich: Die meisten Maschen sind alt – und hinreichend bekannt. Trotzdem werden selbst „alte Hasen“ immer wieder Opfer von Taschen- und Trickdieben oder werden beraubt. Grund genug, stets aufs Neue zu warnen. Denjenigen, die das Thema Sicherheit auf Reisen leidig finden, sei gesagt: Lieber ein wenig paranoid in dieser Angelegenheit – als in irgendeiner Form Schaden zu erleiden.
Eine allerorten anzutreffende kriminelle Spezies ist die der Taschendiebe. Ihr Jagdgebiet sind vorzugsweise Orte, wo viele Menschen sind. Überall dort, wo Gedränge herrscht, ist vor ihnen besondere Vorsicht geboten: In der Hotel-Lobby, in großen Restaurants, in Supermärkten und Kaufhäusern, auf Märkten, in Fahrstühlen und auf Rolltreppen, auf Bahnhöfen & Flughäfen. Diese meist sehr fingerfertigen Ganoven greifen blitzschnell zu – und tauchen in der Menge sofort unter.
Nicht selten geschieht der Zugriff nicht aus heiterem Himmel: Immer öfter werden die Opfer zuvor ausgespäht. Man möchte sicher sein, nicht eine Geldbörse mit Kleingeld zu erwischen. Sich auf der Straße von Unbekannten ansprechen zu lassen und dann noch das Portemonnaie hervorzukramen, kann der Anfang vom Ende sein.
Tipp: Ich trage mein Bargeld grundsätzlich in einer eng anliegenden Hosen- oder einer verschließbaren Innentasche. Oder hier (oberes Bild im verlinkten Beitrag). Niemals mehr Geld einstecken als am jeweiligen Tag benötigt wird. Wer allerdings bei jedem Bezahlvorgang ein Bündel Geldscheine hervor kramt, hat dennoch nichts gekonnt. Hotelschlüssel, Plastikkarten und Dokumente gehören für mich eng an den Körper – niemals in den Tagesrucksack oder eine Umhängetasche. Es ist ratsam, nicht alle Schlüssel an einem Bund (Ort) zu haben.
Auch Hilfsbereitschaft wird häufig ausgenutzt. Während vermeintlich harmlose "Touristen" sich freundlich auf dem Stadtplan etwas erklären lassen, wird der Helfer bestohlen.

Auch Hilfsbereitschaft wird häufig ausgenutzt. Während vermeintlich harmlose „Touristen“ sich freundlich auf dem Stadtplan etwas erklären lassen, wird der Helfer bestohlen.

Um auf Handtaschenräuber zu treffen, muss man den europäischen Kontinent nicht verlassen. Vorzugsweise in der rush-hour in Großstädten entreißen sie Passanten rennend oft vom fahrenden Moped aus Taschen oder Tagesrucksäcke. So bitter es klingt: Den Räubern nicht nachsetzen, das geraubte Gut nicht um jeden Preis festhalten. Man könnte mitgeschleift werden oder stürzen. Sich mit Räubern körperlich auseinanderzusetzen könnte neben dem materiellen auch noch einen gesundheitlichen Schaden zur Folge haben. Taschen und Rucksäcke stets zu der der Straße abgewandten Seite zu tragen, ist eine vorbeugende Maßnahme.
Ich war in Barcelona auf den Ramblas seit 1995 häufig unterwegs. Passiert ist nie etwas. Dennoch sollte man diese Warnung ernst nehmen!

Ich war in Barcelona auf den Ramblas seit 1995 häufig unterwegs. Passiert ist nie etwas. Dennoch sollte man diese Warnung ernst nehmen!

Eine der übelsten Betrugs-Maschen, die mir geläufig sind: In Urlaubsgebieten wie Mallorca, Türkei, an Spaniens Festlandküste, aber auch nicht selten in Südostasien treten immer wieder Deutsche auf, die auf die Hilfsbereitschaft von Landsleuten spekulieren und damit nicht selten erfolgreich sind. Unter dem Vorwand einer Notlage (Krankheit, Überfall, Verkehrsunfall, Diebstahl) ergaunern sie sich „Darlehen“.
Leider nicht nur in Südamerika, dem arabischen Raum oder in Asien gang und gäbe:
Falsche Polizisten. Treten bevorzugt in Mittel- und Südamerika auf. Aber auch in Süd- und Südosteuropa immer mal wieder an der Tagesordnung – und selbst in Tschechien werden Reisende gewarnt. Neben falschen treten auch gar nicht so selten korrupte Polizisten auf den Plan (z. B. in Albanien, Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Ukraine oder Russland): Es werden „Gesetzesverstöße“ vorgeworfen und meist mit Haft gedroht. Für das fällige Bußgeld gibt es keine Quittung. Gegen diese Spezies ist kaum ein Kraut gewachsen, Beschwerden sind sinnlos!

Was man besser sein lässt:

Mit Bargeld und Wertgegenständen im Beisein vieler Menschen zu hantieren.
Stets wie ein klassischer Tourist auszuschauen.
Taschen, Kameras oder Daypacks lose über der Schulter zu tragen.
Abends und nachts in schlecht beleuchteten und wenig bewohnten Gegenden herumlaufen.
Auffälligen Mietwagen fahren (möglichst viele Karten und den Reiseführer auf dem Sitz platzieren).
Reisegepäck in die Obhut Dritter geben, die man erst kürzlich kennen gelernt hat.
Allein in Disco, Bar oder Restaurant gehen und sein Glas stehen lassen, wenn man den Raum verlässt.

Was man besser tut:

Auch in der interessantesten Gegend ein Ohr und ein Auge für seine Umgebung zu haben.
Bargeld und Plastikgeld getrennt aufbewahren.
Zimmer-Türen und -Fenster vor dem Verlassen des Hotels verriegeln.
Unterwegs nicht benötigte Wertsachen dem Safe (so vorhanden) anvertrauen.
Sich der Umgebung angemessen kleiden.
Zentralverriegelung nutzen, wenn man mit dem Fahrzeug in belebten Städten unterwegs ist.
Sich stets im Einklang mit den Gesetzen des Gastlandes verhalten: Keine Drogen, keine Prostituierten, kein Schmuggel.

Zum schlechten Schluss:

Wer trotz aller Vorsicht einem Dieb oder Trickbetrüger zum Opfer fiel, tut gut daran, sich die Reise nicht noch zusätzlich zu vergällen, indem er eine Anzeige erstattet. Geld & Wertgegenstände kommen davon nicht wieder! Anders sieht es jedoch aus, wenn man körperlich erheblich zu Schaden kam – da führt an der Polizei kein Weg vorbei.

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