Money, money, money

Ein aktueller Kreditkarten-Vergleich lohnt sich. Eine Karte für jeden Zweck gehört der Vergangenheit an!

Ein aktueller Kreditkarten-Vergleich lohnt sich. Eine Karte für jeden Zweck gehört der Vergangenheit an!

Die uralte Frage, ob nur Bares Wahres sei oder besser Plastikgeld auf Reisen zum Einsatz kommen sollte, wird keine erschöpfende Antwort (von wem auch immer) finden. Ich halte diese Frage für mindestens ebenso dämlich wie Ratschläge selbsternannter Experten nach der besten, billigsten usw. Kreditkarte.
Eine wirkliche Antwort kann nur jeder Reisende sich selbst geben. Es hängt maßgeblich von der individuellen Art des Reisens als auch vom Reiseland selbst an, was man an Zahlungsmitteln mit sich führen sollte. Der Unterschied zwischen einer Tour durch EU-Länder und einem wochenlangen Trip in den Dschungel ist mehr als gewaltig.
Dollar und Euro sollten unterwegs niemals fehlen!

Dollar und Euro sollten unterwegs niemals fehlen!

Eines vorweg: Ich halte den gänzlichen Verzicht auf Bargeld für ebensowenig intelligent wie den Verzicht auf (mindestens) eine Kreditkarte.
Die klassische Kreditkarte wird in den meisten Fällen einmal im Monat über das Girokonto abgerechnet. Die gebräuchlichsten Karten sind die MasterCard (32 Millionen Akzeptanzstellen in mehr als 210 Ländern)und VISA (24 Millionen Akzeptanzstellen in 170 Ländern. An rund einer Million Geldautomaten weltweit kann man mit beiden Karten Bargeld erhalten.
Eine MasterCard oder VISA sollte man nicht blindlings bei der kontoführenden Bank ordern. Denn die Kosten und Gebühren (Jahrespreise, Kosten für Bargeldabhebungen und Auslandseinsatzentgelte) bestimmen die Banken in sehr unterschiedlicher Weise. Es gibt mehr als einen Anbieter, bei dem man diese Karten bekommen kann (z. B. Barclaycard. comdirect oder DKB). Der einstmalige Blick auf mögliche Guthabenzinsen hat sich inzwischen erledigt.
Auch Prepaid-Kreditkarten von beiden Kartenorganisationen sind erhältlich. Die Konditionen sind aber so unterschiedlich, dass man sehr genau hinsehen sollte! Der Blick zur (ausländischen) Prepaid-Karte lohnt sicher für all jene, die mit Schufa, Ex-Partnern oder dem Finanzamt auf Kriegsfuß stehen. Ideal also für alle, die gerne bargeldlos shoppen, aber keine klassische Kreditkartenbonität vorweisen und volle Kostenkontrolle haben möchten. Denn wenn das Guthaben verbaucht ist, herrscht Flaute in der Urlaubskasse!
Die Karte von American Express ist zwar recht prestigeträchtig. Ob sie für Reisende immer und überall taugt, sei dahin gestellt. American Express versteht sich als Premiumanbieter und glänzt daher mit erweiterten Produktleistungen (globaler Hilfsdienst, umfangreiche Versicherungsleistungen, Reise-Buchungs-Service, weltweite Ersatzkartenausstellung in der Regel innerhalb von 24 Stunden).
Auch Diners Club verfügt weltweit über rund 22 Millionen Akzeptanzstellen. Ähnlich wie mit der American Express steht man damit allerdings auch oft auf verlorenem Posten.
Da die übergroße Mehrheit der Reisenden über eine ec-Karte verfügen dürfte, sollte man sie auch getrost mit ins Ausland nehmen. Wir hatten höchst selten das Pech, damit kein Bargeld abheben zu können. Hier nutzte die ec-Karte nichts.
Da wir grundsätzlich nur für uns (nicht für andere) sprechen: Mehr als eine Kreditkarte schadet nicht! Im Falle von Betrug ist es gut, eine „saubere“ (noch nirgendwo genutzte) Karte dabeizuhaben. Wir haben aus dieser Panne in Kambodscha (es hätte auch anderswo passieren können) viel gelernt.
Und da war da noch das liebe Bargeld. Es gibt so viele Kleinig- und Nettigkeiten im Leben, die Bares bedingen, dass eine Aufzählung Seiten füllen würde. Das fängt bei der Briefmarke an, setzt sich beim Trinkgeld fort und hört beim Kaffee am Imbisswagen nicht auf. Wir haben grundsätzlich immer einen solchen Betrag in US-Dollar dabei, der es uns unter allen Umständen ermöglicht, das jeweilige Land auch außerplanmäßig zu verlassen. Einige Euro-Scheine (nicht zu groß) finden sich ebenso in der Reisekasse wie der voraussichtliche wöchentliche Bedarf in einer Landeswährung (ständig „Klecker-Beträge“ am Geldautomaten zu ziehen, wird auch mit der Zeit teuer).
An dieser Stelle mag jeder selbst zu Ende denken: Immer dann, wenn es auf Reisen (oder sonst im Leben) mal brenzlig wird, hilft nur Bares (am besten US-Dollar)!
Bei Reisen durch mehrere Länder kann man mit dem Bargeld schon mal durcheinander kommen. Nicht nur auf dem Balkan.

Bei Reisen durch mehrere Länder kann man mit dem Bargeld schon mal durcheinander kommen. Nicht nur auf dem Balkan.

Nicht gänzlich zu verachten – wenngleich aus der Mode gekommen – ist der gute alte Reisescheck. Man bekommt diese in gängigen Währungen (US-Dollar empfehlenswert) bei der Hausbank und unterscheibt sie sofort. Der Annehmende im Ausland prüft die zweite Unterschrift bei Einlösung. Fast immer muss dazu der Reisepass oder Personalausweis vorgelegt werden.
Vor und Nachteile von Kreditkarten:
Klein, gut zu verbergen, zur Bezahlung von Unterkünften und Transportmitteln (fast) ideal. Bargeld kann fast immer an Geldautomaten abgehoben werden. Außer bei grob fahrlässigem Handeln ist man zu 100% gegen Missbrauch oder Diebstahl geschützt. Nachteil: man kann schnell die Kontrolle über Ausgaben verlieren.
Vor- und Nachteile von Bargeld:
Man ist jederzeit an jedem Ort „flüssig“. Gravierender Nachteil: Alles ist futsch bei Verlust oder Diebstahl. In seltenen Fällen kann es teuer sein, Bargeld in der Wechselstube in Fremdwährung zu tauschen als per Karte am Automaten abzuheben.
Vor und Nachteile von Reiseschecks:
Reiseschecks besitzen kein Gültigkeits- oder Verfalldatum und können zeitlich unbegrenzt eingesetzt werden. Ungenutzte Reiseschecks können bei der Bank zurückgegeben werden. Geklaute oder verlorene Reiseschecks werden meist innerhalb von 24 Stunden ersetzt. (Aber Achtung: Der Kaufbeleg muss ebenso vorhanden sein wie die Scheck-Nummern!) Nachteil: Reiseschecks sind ein teures Zahlungsmittel! Die Bank kassiert beim Kauf meist eine Gebühr in Höhe von 1 bis 2 Prozent des Nennwerts. Wer dann in einer Bank im Urlaubsland Reiseschecks zu Bargeld machen will, muss oftmals erneut Gebühren bezahlen. Über die Höhe dieser Gebühr entscheidet jede Bank selbst(herrlich).
In jedem Falle gilt für jedwedes Plastikgeld: An sicherem Ort zu jeder Zeit alle Daten parat zu haben, um die Karten notfalls sperren zu können.
Wenn einmal alle Stränge reißen sollten (sehr selten, aber nicht unmöglich), gibt es immer noch Rettungsanker in Gestalt von Geldtransferunternehmen wie Western Union, MoneyGram (190 Länder) oder Azimo (198 Länder). Western Union-Filialen gibt es außer an Nord- und Südpol in jedem Land. Wer in der Patsche sitzt, kann sich Geld von daheim transferieren lassen.
Wer länger unterwegs ist und sich im Reiseland ein Konto eingerichtet hat, kann via Transferwise oder Currency Cloud preiswert Geld vom heimischen Konto transferieren bzw. sich Notgroschen preiswert überweisen lassen.
Wir haben es bisher so gehandhabt, dass wir alle planbaren Reisekosten vorab berappt haben. Online-Banking oder die Nutzung von Paypal ist uns im Ausland ein viel zu heißes Eisen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Sofern machbar, bezahlen wir vor Ort (außer der Unterkunft und Flügen) alles bar.
Unterm Strich: Wer sich auf ein einziges Zahlungsmittel verlässt, wird nicht selten verlassen sein. Der Mix macht es. Welcher der beste ist, muss jeder selbst herausfinden.
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