Immer wieder Frankreich? Gerne!

Letzetr Stopp in Thüringen. Wie immer haben wir herzlich wenig "gebunkert", da wir alles unterwegs frisch kaufen bzw. die Küche kalt lassen.  "Mitfahrer" in Form von Pfandflaschen lehnen wir ab -  Getränke in Flaschen oder Dosen werden grundsätzlich außer Landes gekauft.

Letzter Stopp in Thüringen. Wie immer haben wir herzlich wenig „gebunkert“, da wir alles unterwegs frisch kaufen bzw. die Küche kalt lassen. „Mitfahrer“ in Form von Pfandflaschen lehnen wir ab – Getränke in Flaschen oder Dosen werden grundsätzlich außer Landes gekauft.

Als wir im September 2014 gefragt wurden, wohin uns denn unsere Sommer-Tour des Jahres mit dem Campingbus geführt habe, kam als Standardantwort: „Was, schon wieder nach Frankreich?!“
Ja, immer wieder sehr gern.
Die Franzosen sind und bleiben einfach das wohnmobilfreundlichste Völkchen in Europa! Und was heißt eigentlich „teuer“? Wenn wir an ebenso überfüllte wie überteuerte Campingplätze in Kroatien oder Italien denken, dann ist Frankreich ein richtiges Schnäppchen. Vor allem dann, wenn man die Hotspots meidet. Ich kann unsere „große Runde“ nur wärmstens empfehlen. Doch der Reihe nach.
Donnerstag, 7.8. In der Hoffnung, nichts Wichtiges vergessen zu haben, starten wir am späten Nachmittag gen Thüringer-Wald-Autobahn (BAB 71). Wir genießen das Abendrot und zuckeln gen Süden. Nach 268 km reicht es, Nachtruhe an der Raststätte Jagsttal an der BAB 7.
Freitag, 8.8. Wir kommen zeitig in die Gänge, lassen das Frühstück ausfallen und trinken lediglich einen doppelstöckigen Espresso.
Wehmut werden wir beim Verlassen der kalten deutschen Heimat wohl niemals empfinden. Schon gar nicht, wenn es zu den Eidgenossen geht.

Wehmut werden wir beim Verlassen der kalten deutschen Heimat wohl niemals empfinden. Schon gar nicht, wenn es zu den Eidgenossen geht.

Als der kleine Hunger kommt, haben wir bereits Engen nahe der Schweizer Grenze erreicht: Letzte Einkäufe, eine Leberkäs-Semmel und Kaffee. Schließlich den Dieseltank füllen (sollte für die Fahrt durch die Schweiz reichen).
Einer der wenigen Campingplätze, die wir während unserer Tour angesteuert haben.

Einer der wenigen Campingplätze, die wir während unserer Tour angesteuert haben.

Dann steuern wir gen Zürich und weiter nach Maur, wo sich ein wunderschön am Greifensee gelegener kleiner Campingplatz mit zivilen Preisen befindet. 309 km sind wir voran gekommen. Der Abend klingt am Grill bei Thüringer Rostbratwürsten, Rotwein und guten Gesprächen mit einer Schweizer Freundin aus.
Samstag, 9.8. Wir brechen am späten Vormittag auf und erreichen gegen 14 Uhr Frutigen im Berner Oberland. Dort springt uns ein „Stellplatz“ förmlich ins Auge (wir werden dort zwei Nächte stehen bleiben). Weiter geht es gen Adelboden.
Die Tellenburg ist eine Burgruine aus dem 12. Jahrhundert oberhalb der Gemeinde Frutigen und bietet eine fantastischen Blick auf den zwei Kilometer langen Kanderviadukt.

Die Tellenburg ist eine Burgruine aus dem 12. Jahrhundert oberhalb der Gemeinde Frutigen und bietet eine fantastischen Blick auf den zwei Kilometer langen Kanderviadukt.

153 Meter lang , 38 Meter hoch über dem Bergbach Engstlige. Die Hängebrücke gehört zu einer der längsten ihrer Art in Europa.

153 Meter lang , 38 Meter hoch über dem Bergbach Engstlige. Die Hängebrücke gehört zu einer der längsten ihrer Art in Europa.

Eine Stunde bummeln wir bei 28 Grad durch das Wintersportparadies. Auf dem Weg zurück dann ein kurzer Spaziergang auf einer schwankenden Brücke. Bevor uns ein erstklassige Pizza zum stolzen Preis von 24 Franken bestens schmeckt, umrunden wir Frutigen und schauen von der Tellenburg in die wunderbare Bergwelt.
Sonntag, 10.8. Früher Aufbruch bei Kaiserwetter gen Aare-Schlucht. Ein grandioises Naturschauspiel, das zu besichtigen absolut lohnt! Der Touristenansturm hielt sich in Grenzen.
Die  Aare bahnte sich über Jahrtausende durch die Kalkfelsen einen Lauf: 1,4 km lang und  bis zu 200 m tief ist die Schlucht, die streckenweise nur zwei Meter  breit ist.

Die Aare bahnte sich über Jahrtausende durch die Kalkfelsen einen Lauf: 1,4 km lang und bis zu 200 m tief ist die Schlucht, die streckenweise nur zwei Meter breit ist.

Das Mekka der Basejumper - Lauterbrunnental im Berner Oberland.

Das Mekka der Basejumper – Lauterbrunnental im Berner Oberland.

Am Nachmittag dann Abstecher ins Tal von Lauterbrunnen (einmal Basejumpern zusehen!) sowie Stippvisite in Grindelwald. Ein Blick auf die Tankanzeige verrät, dass wir die Zapfsäule in Frankreich erreichen werden – und so machen wir uns auf den Weg zum Genfer See.
Hoch über Montreux und dem Genfer See.

Hoch über Montreux und dem Genfer See.

Montreux erreichen wir bei Sternenhimmel. In Évian-les-Bains kostet der Liter Diesel zivile 1,30 Euro – und ein „Stellplatz“ direkt am Genfer See findet sich ebenfalls. Dann öffnet der Himmel brutal seine Schleusen und treibt uns frühzeitig zur Nachtruhe. 378 km war die Tagesetappe lang – trotz relativ vieler Autobahnkilometer reichte es uns.
Montag, 11.8. Ein trüber Morgen mit Nieselregen. Wir fahren via Montreux hinauf zum Großen Sankt Bernhard. Dort empfangen uns auf einer Höhe 2.473 m Nebelschwaden und magere 8 Grad.
Ausgesprochen frisch war es in luftiger Höhe. Unser Stopp viel deshalb auch äußerst kurz aus.

Ausgesprochen frisch war es in luftiger Höhe. Unser Stopp viel dshalb auch äußerst kurz aus.

Erst talabwärts gen Aosta wird das Wetter besser. Vorbei an Turin führt uns der Weg an diesem Tag ans Mittelmeer bei Savona. Nächtliche Rast an der Autobahn bei Ceriale. Der Tacho zeigt 456 km an.
Dienstag, 12.8. Wir verlassen am Morgen die Autobahn und quälen uns im Schritttempo durch Imperia und San Remo. Am Mittag erreichen wir Monte Carlo, danach ist der nächste Tankstopp fällig.
Am legendären „Negresco“ in Nizza sollte man eigentlich kein Foto durch die Frontscheibe machen - sondern aussteigen (was wir aber bereits in der Vergangenheit taten)! Das  1912 eröffnetes Luxushotel im Stil der Belle Époque verdankt seinen Namen dem rumänischen Erbauer Henri Negresco. Das Hotel verfügt über 121 Zimmer und 24 Suiten, wobei jedes Zimmer in einem anderen Stil eingerichtet ist. Zum Hotel gehört auch das Feinschmeckerrestaurant „Le Chantecler" (zwei Sterne im Guide Michelin). Berühmt ist auch das Outfit der Portiers, die im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet sind.

Am legendären „Negresco“ in Nizza sollte man eigentlich kein Foto durch die Frontscheibe machen – sondern aussteigen (was wir aber bereits in der Vergangenheit taten)! Das 1912 eröffnetes Luxushotel im Stil der Belle Époque verdankt seinen Namen dem rumänischen Erbauer Henri Negresco. Das Hotel verfügt über 121 Zimmer und 24 Suiten, wobei jedes Zimmer in einem anderen Stil eingerichtet ist. Zum Hotel gehört auch das Feinschmeckerrestaurant „Le Chantecler“ (zwei Sterne im Guide Michelin). Berühmt ist auch das Outfit der Portiers, die im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet sind.

Die Durchfahrt Nizza ist ebenso nervig wie die durch Cannes. Hoch über dem Mittelmeer wird am Wege ein großer Kaffee fällig. Mit „Bellevue“-Zuschlag = 5 Euro pro Tasse. (Die Aussicht war es wert!)Kurz vor Sonnenuntergang machen wir Antibes unsere Aufwartung. Mit viel Glück fanden wir auch einen Parkplatz (kostenlos!). Für Dickschiffe ist in den engen Gassen Vorsicht geboten!
Rechnung = 10 Euro. Ausblick = unbezahlbar.

Rechnung = 10 Euro. Ausblick = unbezahlbar.

Wir verlassen das Mittelmeer und steuern ins Landesinnere. 12 km vor Fréjus finden wir an einem See (Lac de Saint-Cassien) ein traumhaftes Plätzchen für die Nacht. 201 km sind wir an diesem Tag gefahren.
Mit wachen Sinne findet sich auch zu vorgerückter Tageszeit ein schönes Plätzchen für die Nacht, das man nicht mit Massen teilen muss.

Mit wachen Sinnen findet sich auch zu vorgerückter Tageszeit ein schönes Plätzchen für die Nacht, das man nicht mit Massen teilen muss.


Mittwoch, 13.8. Am Abend werden 143 Kilometer untrüglich ausweisen, dass dies ein Gammeltag war! Saint-Tropez zum endgültigen Abgewöhnen (der Ort bekommt keine dritte Chance), Frèjus, Spaziergänge, ein gutes Mittagessen. Zudem baumelten unsere Seelen am Cap Nègre in Le Lavandou (oberes Foto). Ausblick
Ein Stellplatz zur Nacht, wie wir ihn nicht mögen - aber mitunter geht es nicht anders. Wer das partout mag: 83250 La Londe-les-Maures. Koordinaten: 061350 O - 430754 N

Ein Stellplatz zur Nacht, wie wir ihn nicht mögen – aber mitunter geht es nicht anders. Wer das partout mag: 83250 La Londe-les-Maures. Koordinaten: 061350 O – 430754 N

Morgendliches (vormittägliches) Ritual: Milchkaffee, Zigarette, Blick ins Internet.

Morgendliches (vormittägliches) Ritual: Milchkaffee, Zigarette, Blick ins Internet.

Donnerstag, 14.8. Es gibt Stellplätze, von denen man sich morgens nur schnell entfernt. Wir waren derart zeitig dran, dass wir sogar suchen mussten, um einen Ort zu entdecken, der derart früh Kaffee bietet! Hyères und Toulon rissen uns mit ihren Altstädten nicht wirklich vom Fahrer- bzw. Beifahrersitz – sehenswert allemal.
Ich bin ein bekennender Museums-Verächter, doch den Abstecher zur Fremdenlegion nach Aubagne gibt es jedes Mal, wenn es in erfahrbarer Entfernung liegt. Btw: Vor dem Umbau (letztmaliger Besuch dort war 2011) sagte mir die Exposition mehr zu. (Öffnungszeiten)
Die Krypta, in der aller Legionäre gedacht wird, die im Kampf gefallen sind.

Die Krypta, in der aller Legionäre gedacht wird, die im Kampf gefallen sind.

Nur einen Steinwurf von Aubagne entfernt liegt der Moloch Marseille. Wir fahren in zulässiger Höchstgeschwindigkeit hindurch und vorbei! Aus meiner abgrundtiefen Abneigung gegen diese Großstadt kann und will ich keinen Hehl machen. Es gibt schönere Gegenden auf diesem Planeten und die folgen auch entlang der Küste.
Wir machen den schweren Fehler und suchen nach einem geeigneten Stellplatz am Mittelmeer. Reine Zeitverschwendung!
Ein direkt am Meer gelegener Stellplatz - ein Traum. Solche Massen - ein Alptraum!

Ein direkt am Meer gelegener Stellplatz – ein Traum. Solche Massen – ein Alptraum!

Massenbetrieb und/oder Preise, die einem die Tränen in die Augen treiben. Wir tanken Espresso und fahren von dannen. Dankbar erinnern wir uns ans Frühjahr 2012 als wir in Martigues ein Plätzchen zur Nacht fanden. Und siehe da: Auch in der Hochsaison stehen dort am Yachthafen nur drei (!) Wohnmobile (für Gefährte jenseits 6 m Länge ungeeignet). Wir genießen den Abend in dem schönen Städtchen. 186 km haben wir zurückgelegt.
Martigues wird in Südfrankreich gern auch Venedig der Provence genannt. Um das Städtchen sollte man keinen Bogen machen!

Martigues wird in Südfrankreich gern auch Venedig der Provence genannt. Um das Städtchen sollte man keinen Bogen machen!

Freitag, 15.8. Wir fahren zuerst gen Rhone-Delta, um dort festzustellen, dass der August der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine Stippvisite ist. Entlang der Küste zieht es uns dann gemächlich gen Agde und beschließen sogleich, dass wir wohl besser beraten sind, ins Landesinnere zu reisen.
Auch am Canal du Midi finden sich in der Hochsaison Plätze, wo man niemanden stört und von niemandem gestört wird.

Auch am Canal du Midi finden sich in der Hochsaison Plätze, wo man niemanden stört und von niemandem gestört wird.

So folgen wir dem Canal du Midi in Richtung Carcassonne und finden an dessen Ufer endlich wieder Frieden. Mit einem Glas Rotwein neben dem Campingstuhl den Hausbooten zuzuschauen, hat etwas ungemein Beruhigendes. 297 km sind wir an diesem Tag gefahren.
Samstag, 16.8. Wir stellen fest, dass bisher die Küche kalt geblieben ist (abgesehen vom Gebrauch des Gasgrills am 2. Tag). Es wäre auch Frevel, gen Frankreich zu reisen und dann Konserven zu erhitzen! Und auch der allerorten verfügbare Kaffee ist Anlass, ihn sich servieren zu lassen. Ein paar Einkäufe, um den Kühlschrank zu füllen, ein paar Foto-Stopps – dann beschließen wir, mal wieder nach einem Campinplatz Ausschau zu halten. Den finden wir schließlich an einem idyllisch gelegenen kleinen See nahe Fajeaux. prozessionAm Nachmittag erleben wir den kleinen Ort live: Bei der Prozession müssen wohl alle 780 Einwohner auf den Beinen gewesen sein! Beim anschließenden Blick in die Landschaft dämmert mir so langsam, warum ein naher Verwandter vom Katharerland als Altersruhesitz träumt. Der Tagesabschnitt war kurz: 115 km sind wir lediglich gefahren. FajeauxSonntag, 17.8. Zeitiger Aufbruch an einem sonnigen Tag. Erster Stopp: Mirepoix. Selten war ich von einer Kleinstadt derart begeistert! Die malerische Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben, schmale Gassen führen ins Zentrum (für Wägelchen wie das unsrige gut befahrbar).
Meist zweigeschossige Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter stehen auf hölzernen Arkaden (couverts). Mehrere Häuser stehen als Monuments historiques unter Denkmalschutz.

Meist zweigeschossige Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter stehen auf hölzernen Arkaden (couverts). Mehrere Häuser stehen als Monuments historiques unter Denkmalschutz.

In einer kleinen Bäckerei kaufen wir das beste Brot, das wir je in Frankreich aßen! Der Ort hat sich für ein Wiedersehen sehr nachhaltig empfohlen.
Die kurvenreiche Strecke über Perpignan und den Col de Puymorens hinauf nach Andorra ist zwar die reizvollere Strecke, aber auch über Foix ist die Bergwelt links und rechts des Weges grandios.

Die kurvenreiche Strecke über Perpignan und den Col de Puymorens hinauf nach Andorra ist zwar die reizvollere Strecke, aber auch über Foix ist die Bergwelt links und rechts des Weges grandios.

Wir machen Foix unsere Aufwartung und „klettern“ dann zur Partnerstadt Andorra la Vella in die Pyrenäen. Andorra haben wir 2011 bereits zwei Mal besucht, die dritte Visite hat sehr pekuniäre Gründe: Ich möchte die exorbitante französische Tabaksteuer nicht entrichten und der Diesel ist ebenfalls sehr günstig (pro Liter 1,13 Euro). Rauchern sei gesagt: Statt der EU-Freimenge von 800 Zigaretten sind lediglich 300 Glimmstängel erlaubt – und sowohl der französische als auch der spanische Zoll verstehen keinen Spaß!
Mehr als ein Shopping-Paradies wird Andorra für uns nie werden. Wer dennoch bleiben möchte: Campingplätze in ausreichender Zahl (auch für den kleinen Geldbeutel) sind vorhanden.  Auch zum "wilden" Campen haben wir genügend Plätzchen gesichtet.

Mehr als ein Shopping-Paradies wird Andorra für uns nie werden. Wer dennoch bleiben möchte: Campingplätze in ausreichender Zahl (auch für den kleinen Geldbeutel) sind vorhanden. Auch zum „wilden“ Campen haben wir genügend Plätzchen gesichtet.

Nach weiteren Schnäppchen von Outdoor-Kleidung bis Wein machen wir uns am späten Nachmittag gen Spanien vom Acker.
Eigentlich wollten wir geraden Wegs gen Ripoll fahren, kommen aber auf eine Passstraße ab und fahren leider einen großen Teil der Strecke bei Dunkelheit. Als wir in Ripoll an der Tourist-Info ankommen, ist es bereits sehr spät. Der Stellplatz ist kostenlos und auch für Dickschiffe geeignet, anbei ein zeitig geöffnetes Café. 321 km sind wir gefahren – ein sehr langer Tag.Ibérico
Montag, 18.8. Geraden Wegs fahren wir nach Figueres, um später die letzte verbliebene „Lücke“ an der spanischen Küste zu schließen. Wir decken uns mit Ibérico (Foto) ein und fahren weiter nach Roses (sehenswerte Zitadelle, aber mit bösem Willen auch Touristen-Ghetto zu nennen) und dann gen Cadaqués (sehr schöner Ort, aber einen Parkplatz zu finden, ist äußerst schwierig!).
Im Dunstkreis von Cadaqués fanden wir ausschließlich überteuerte und überfüllte Campingplätze. Die Küste ist schön, aber nicht einzigartig.

Im Dunstkreis von Cadaqués fanden wir ausschließlich überteuerte und überfüllte Campingplätze. Die Küste ist schön, aber nicht einzigartig.

Beide Orte völlig überlaufen! So schnell wie wir dort waren, waren wir auch wieder weg. Wir mögen Spanien zwar sehr – aber die Strecke entlang der Mittelmeerküste von der französischen Grenze bis nach Andalusien ist uns einfach zu touristisch.
"Flucht" zurück nach Frankreich!

„Flucht“ zurück nach Frankreich!

Wir sind heilfroh, am frühen Nachmittag zurück nach Frankreich zu kommen. Die Hoffnung, am Meer einen nicht überlaufenen und überteuerten Campingplatz zu finden, hatten wir längst begraben.
Camping Municipal: Die Ausstattung ist meist etwwas einfacher als auf privaat betriebene Plätzen - aber dafür preiswert und stets weniger Massen.

Camping Municipal: Die Ausstattung ist meist etwas einfacher als auf privat betriebenen Plätzen – aber dafür preiswert und stets weniger Massen.

So trauten wir unseren Ohren nicht als wir auf Nachfrage erfuhren, dass der Camping Municipal in Cerbère 13,54 Euro pro Nacht kostet! Terrassenförmig angelegte Stellplätze, relativ viele Zelte, dafür weniger Wohnmobile – und eine grandiose Aussicht.
SteakDienstag, 19.8. Ein kurzer Stopp in Perpignan, dann geht es weiter nach Estagel. Das Menu du jour (Tagesmenü) bietet zweierlei Quiche als Vorspeise und ein Steak mit Pommes frites, Salat und Käse als Hauptspeise. Zum Nachspülen 1/4 l Rotwein, den wir durch Milchkaffee und Cola light ersetzen. Kostenpunkt: 29,20 Euro für zwei: So viel zum Thema teures Frankreich.
Das kleine und beschauliche Tautavel steht als nächstes auf unserer Speisekarte. International bekannt wurde der Ort durch den Homme de Tautavel, einen 1971 zwei Kilometer nordöstlich des Dorfes in der Höhle von Arago ausgegrabenen Schädel eines Homo erectus. EinsiedeleiWir fahren dann zügig weiter zu den Schluchten von Galamus (Gorges de Galamus). Sie befinden befinden sich zwischen den Gemeinden von Saint-Paul-de-Fenouillet (im Département Pyrénées-Orientales) und Cubières-sur-Cinoble (im Département Aude). Wir „wandern“ zur am Fels hängenden Eremitage von Saint-Antoine, die es bereits seit dem 7. Jahrhundert gibt.
Dann stellen wir uns brav eine Viertelstunde an, um im Einbahnstraßen-Verfahren durch die ca. 2 km lange Schlucht zu fahren. Für Wohnmobile über 2,70 m Höhe und sechs Meter Länge absolut unpassierbar. Wenden ist unmöglich. Sehr empfehlenswert für alle, die das passende Fahrzeug haben! Sonst bleibt nur, hin und zurück zu Fuß zu gehen. Alle, die Canyoning etwas abgewinnen können, sind in dieser Schlucht goldrichtig!
Am Ende der Schlucht gibt es ein schönes kleines Restaurant mit angeschlossenem Campingplatz am Fluss. queribusUns zieht es weiter zur Katharer-Burg Quéribus, die sich auf einem 728 Meter hohen Berg befindet. Das letzte Stück muss zu Fuß zurückgelegt werden.
Halb in der Dämmerung setzen wir die Fahrt in Richtung Axat fort. Kurz vor dem Ort schlagen wir an der Aude unser Nachtlager auf. 178 km sind wir gefahren.
Mittwoch, 20.8. Axat beschnuppern wir am zeitigen Morgen, bevor es weiter gen Limoux (sehenswert!) geht. Einen ausgiebigeren Stopp legen wir in Castelnaudary am Canal du Midi ein.
Eine Besonderheit ist der zusammen mit dem Kanal angelegte und von ihm durchquerte See (Bassin de Castelnaaudary),  der seitdem das Bild dieser Kleinstadt prägt.

Eine Besonderheit ist der zusammen mit dem Kanal angelegte und von ihm durchquerte See (Bassin de Castelnaudary), der seitdem das Bild dieser Kleinstadt prägt.

Wir fahren zurück nach Carcassonne (Foto), um dort festzustellen, dass uns zu viele Touristen herumrennen. Wenige Kilometer später ist es bedeutend ruhiger!CarcassonneWir beschließen einen ruhigen Nachmittag und finden unweit der D 118 einen Platz, der als Camping Naturelle firmiert. Direkt am Fluss, nur ein zeltendes Pärchen und ein Wohnwagen. Einfache Ausstattung, aber aus der Dusche fließt warmes Wasser = 12 Euro. Herz, was willst du mehr? 197 km sind wir gerollt. Wir grillen und genießen den lauen Sommerabend. CP Naturelle
Donnerstag, 21.8. Wir kommen spät aus den Federn und beschließen als einzigen „Tagesordnungspunkt“ den Viaduc de Millau (mehr). Anschließend findet sich ein ruhiges Plätzchen fernab der Zivilisation in der Tarn-Schlucht (Gorges du Tarn). 271 km sind wir immerhin gefahren. Viadukt von Millau
Freitag, 22.8. Wir genießen bis zum Mittag die Tarn-Schlucht (Campingplätze en masse!) und queren am Nachmittag südlich von Valence die Rhône.Tarnschlucht Unsere Hauptrichtung ist jetzt Gap in den Alpen. Mittten in Vercheny finden wir einen „Stellplatz“. Mit 301 km auf Landstraßen war es ein langer Tag.
Samstag, 23.8. Durch den Wochenendverkehr in Gap quälen wir uns eher schlecht als recht. Doch wenig später werden wir grandios entschädigt. Wohlweislich haben wir für den Grill vorgesorgt. Nahe Savines-le-Lac finden wir für angemessene 19,10 Euro einen Camping Municipal mit traumhaftem Blick auf den Lac de Serre-Ponçon, einen Stausee. „Welt, leck uns am Allerwertesten“ wäre das passende Motto für diesen Tag gewesen! Die Jakobsmuscheln waren ebenso gut wie der Rotwein. 142 km sind wir bis zu diesem herrlichen Fleckchen Erde an diesem Tag gefahren. SeeAusblickAbendhimmel
AuffahrtSonntag, 24.8. Schon der morgendliche Himmel verspricht einen Bilderbuch-Sonntag. Auf Tour de France-Wegen wollen wir wandeln. Alpe d’Huez oder Col du Galibier – das war die Frage. Wir entscheiden uns für die zweite Variante. (Impressionen in Bildern)
Mit unserem kleinen Campingbus kann man - im Gegensatz zu Dickschiffen, die den Tunnel benutzen müssen - problemlos bis in luftige Höhen vorstoßen und das atemberaubende Panorama genießen.

Mit unserem kleinen Campingbus kann man – im Gegensatz zu Dickschiffen, die den Tunnel benutzen müssen – problemlos bis in luftige Höhen vorstoßen und das atemberaubende Panorama genießen.

Wir lassen uns Zeit, gen Annecy (hat sich nachhaltig für ein zweites Mal empfohlen) zu kommen. Zu viel Zeit, um noch den Genfer See zu erreichen, denn es wird langsam dunkel.
Schließlich und endlich erreichen wir Douvaine. Die charmante Kleinstadt hoch überm Genfer See besticht mit einem wunderschönen Rathaus und einem zentral gelegenen „Stellplatz“ zur Nacht. 328 km haben wir zurückgelegt.RathausStellplatz FMontag, 25.8. Wir „zuckeln“ am Genfer See entlang und nehmen dann Kurs auf Neuchatel, wo wir durch die Berge in Richtung Belfort fahren. Der Tag ist wolkenverhangen, wenngleich ohne feuchten „Segen“ von oben. In Mandeure endet der Tag nach 290 km. Pasta e PizzaDienstag, 26.8. Stippvisite in Belfort, danach in Basel. Im Dunstkreis von Zürich eine „Entdeckung“: Pasta und Pizza in der Figur abträglichen Mengen für 14,80 SFR! Den Abend verbringen wir bei Schweizer Freunden. 192 km sind wir gefahren.
Mittwoch, 27.8. Colmar und die Weinstraße gen Norden stehen auf dem Programm. Letzte Einkünfte von französichen Delikatessen – dann fahren wir nordwärts. Kurz vor dem Rheinübergang blitzt es – 1 (!!!) km/h zu viel. Der Bußgeldbescheid ließ nicht lange auf sich warten. Man tut gut daran, den Einzahlungsbeleg beim nächsten Frankreich-Besuch bei sich zu haben!
Die kalte Heimat hat uns wieder. Frankreich liegt am Rhein-Ufer gegenüber.

Die kalte Heimat hat uns wieder. Frankreich liegt am Rhein-Ufer gegenüber.

Wir fahren bis noch bis nach Herxheim und finden dort einen kostenlosen Stellplatz mitten im Ort. 361 km haben wir zurückgelegt.Herxheim
Donnerstag, 28.8. Wir machen uns gemächlich auf den Weg nach Düsseldorf und holen dort am Nachmittag die Akkreditierungsunterlagen für den Caravan Salon ab. Dann ziehen wir uns in die Provinz zurück und verbringen den Abend in Neukirchen-Vluyn. Der nagelneue Stellplatz hat uns als einzige Gäste. Wir empfehlen den Platz gerne weiter (Link)! 390 km sind wir gefahren.PK PösslFreitag, 29.8. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es zum Caravan Salon (Nachlese). Ein Pressegespräch jagt das nächste. Erst am späten Abend sind wir nach nunmehr insgesamt mehr als 5.000 Kilometern wieder daheim. Im Briefkasten steckt bereits eine „Urlaubserinnerung“ der besonderen Art: Ein weiterer Strafzettel aus Frankreich. Den 90 Euro teuren Verstoß hatte ich gar nicht bemerkt.
Summa summarum: 1.378,43 Euro haben (exklusive zweiter französischer Bußgelder in Höhe von insgesamt 135 Euro) die Urlaubskasse verlassen. Das Gros floss in den Tank des Wägelchens. Lediglich sechs Mal haben wir kostenpflichtige Campingplätze angesteuert.Geldbuße

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