Fluss-Kreuzfahrt in Europa behauptet sich

· Das deutsche Passagieraufkommen wächst erneut um 2,8 Prozent auf mehr als 435.000 Passagiere
· Anzahl der Fluss-Kreuzfahrtpassagiere in Europa steigt auf 1,36 Mio. (+ 2,7 Prozent)
· Mehr als 80 Prozent der befragten Fluss-Kreuzfahrtanbieter bewerten die Aussichten für die Buchungssaison 2017 als positiv

Auch im Jahr 2016 nahm die Nachfrage nach Fluss-Kreuzfahrtreisen erneut zu. Insgesamt unternahmen 1,36 Mio. Passagiere eine Fluss-Kreuzfahrt in Europa, womit das Vorjahr erneut übertroffen wurde. Ebenso konnte für den deutschen Quellmarkt ein Wachstum von Fluss-Kreuzfahrten auf den weltweiten Wasserwegen verzeichnet werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Der Fluss-Kreuzfahrtmarkt Deutschland 2016“, welche die IG RiverCruise, die Vereinigung der in Europa tätigen Fluss-Kreuzfahrtreedereien, heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Deutschen ReiseVerband (DRV) als Mitherausgeber während der ITB Berlin vorgestellt hat.

Insgesamt wurden innerhalb des deutschen Quellmarktes im vergangenen Jahr 435.586 Fluss-Kreuzfahrten verkauft, was einen Anstieg um 11.951 Kreuzfahrtgästen im Vergleich zu 2015 (423.635 Passagiere) bedeutet. Der Ticketerlös – also die Summe der Erlöse aller verkauften Flussreisen an Reisende aus dem deutschen Quellmarkt – stieg um rund 13,7 Millionen Euro auf 448,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 3,1 Prozent.

Die durchschnittliche Tagesrate einer Fluss-Kreuzfahrt wuchs um 5,87 Euro auf 149,00 Euro und lag somit 4,1 Prozent höher als im Vorjahr. Der durchschnittliche Reisepreis für eine Fluss-Kreuzfahrt stieg in der Saison 2016 nur marginal. Während 2015 die Kosten für eine Fluss-Kreuzfahrt durchschnittlich bei 1.027 Euro lagen, konnte 2016 ein durchschnittlicher Reisepreis von 1.030 Euro erzielt werden. Dies reflektiert das erhöhte Komfortangebot durch eine sukzessive Modernisierung der Flotte sowie eine Ausweitung des Fluss-Kreuzfahrtmarktes durch vielfältige Neubauten für breiter spezifizierte Zielgruppen. Die durchschnittliche Reisedauer nahm mit 6,9 Nächten im Vergleich zum Vorjahreswert um 3,8 Prozent ab.

Überschattet von den Krisenmeldungen zu den Anschlägen in Paris (November 2015) und in Brüssel (März. 2016) lief die Fluss-Kreuzfahrtsaison nur schleppend an. Die befürchteten Ausfälle insbesondere auf den französischen Fahrtgebieten blieben jedoch aus, so dass für diese am Ende der Buchungssaison sogar ein leichtes Plus verbucht werden konnte.

Erneut war der Rhein (35,5 Prozent) das beliebteste Fahrtgebiet deutscher Passagiere, gefolgt von der Donau (34,4 Prozent). Es konnte jedoch eine leichte Verlagerung der Marktanteile von den traditionellen Fahrtgebieten Rhein und Donau hin zu bisher weniger befahrenen Flüssen verzeichnet werden. Auffällig war, dass diese Verlagerung zu Lasten von Donau (-3,6 Prozentpunkte) und Rhein (-2,7 Prozentpunkte) ging.

Die Fluss-Kreuzfahrtbranche produzierte 2016 insgesamt 1,36 Mio. Flussreisen innerhalb des europäischen Fahrtgebietes, welches einem Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Quellmarkt USA / Kanada belegt erneut mit 38,7 Prozent den ersten Platz, wobei davon ausgegangen werden darf, dass dieses Wachstum insbesondere durch Terrorgefahr sowie der behördlichen Reisewarnung negativ beeinflusst wurde. Der deutsche Quellmarkt rangiert mit 28,4 Prozent wie auch 2015 auf Platz zwei.

Wie bereits in den Jahren zuvor setzt sich der Neubautrend für Fluss-Kreuzfahrtschiffe, wenn auch etwas langsamer, fort. Insgesamt 31 Schiffe wurden in der Saison 2016 in Dienst gestellt, 22 davon im europäischen Fahrtgebiet. Für das Jahr 2017 liegen gegenwärtig Neubauankündigungen für 20 Schiffe vor, wovon lediglich drei Fluss-Kreuzfahrtschiffe für außereuropäische Fahrtgebiete vorgesehen sind.

Nach wie vor trägt die europäische Fluss-Kreuzfahrtbranche auch 2016 in erheblichem Maß zur Wertschöpfung der Binnenschifffahrt bei. Sie sichert direkt 13.971 Arbeitsplätze auf den Schiffen und weitere 3.540 bei Reedereien an Land. Hinzu kommen mehr als 11.000 indirekt von der Fluss-Kreuzfahrt abhängige Arbeitsplätze bei Zulieferern, Häfen, Ausflugsagenturen und weiteren Serviceanbietern an Land.

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