Ein Gepäckstück für alle(s)

eagle 1Wer auf der Suche nach dem „idealen“ oder gar „ultimativen“ Rucksack in diversen Reiseblogs und in Suchmaschinen ist, wird mannigfaltig fündig. Natürlich ist stets der Rucksack der beste, den der Ratgeber gerade trägt, gesponsert bekam oder am profitabelsten auf seinem Onlineportal verkauft. Selten wird vergessen, auf eine Verkaufsseite zu verlinken, damit man selbst auch noch ein paar Cent abbekommt. C’est la vie!
Es gibt verdammt viele gute Daypacks und Trekkingsrucksäcke am Markt. Da fällt die Kaufentscheidung nicht wirklich leicht. Letztlich dürften dann aber doch der persönliche Geldbeutel und der Einsatzzweck die herausragenden Kriterien sein.
Eines vorweg: Wer mit seinem Rucksack nicht tagelang wandert, sondern selbigen lediglich von einem Verkehrsmittel zum nächsten bewegt, wird auch bei no-name-Anbietern durchaus glücklich. Ich habe seit elf Jahren einen Rucksack aus dem Portfolio eines bekannten Kaffeerösters im Einsatz (mit dem ich auch den Jakobsweg gegangen bin), der angesichts eines Preises von wenig mehr als 50 Euro eigentlich alles hielt, was er versprach.
Wenn es allerdings um Robustheit und Langlebigkeit geht, halte ich nichts von Outdoor-Marken, die die gesamte Bandbreite abbilden. Da schaue ich dann schon bei Spezialisten wie Tatonka, Bach, Eagle Creek, Osprey oder Deuter. Eingedenk eigener Erfahrung plädiere ich für „weniger ist mehr“ – vor allem dann, wenn man länger in wärmere Gefilde reist. Ob man für Thailand & Co. ein Backpack mit einem Volumen jenseits der 70 Liter benötigt – ich bezweifle es.
Ich habe lange nach der eierlegenden Wollmilchsau als Gepäckstück gesucht. Fündig wurde ich nicht. Es hätte mich auch sehr gewundert. Mit meinem seit fast 5 Jahren in Gebrauch befindlichen Eagle Creek Activate Wheeled Backpack bin ich allerdings mehr als zufrieden. Was war der Anspruch?
Robust, flugtauglich, Rollen, die mehr als Asphalt aushalten, vernünftiges Tragesystem, gutes Handling.
Die Vorteile: Mein Schätzchen hat halbwegs vertretbare Maße (71 cm x 38 cm x 25 cm). Das Material ist sehr robust. Es gibt zwei verschiedene Tragemöglichkeiten: Ein verdecktes Rucksacktragesystem und ein Rollen- und Griffsystem. Man muss den Rucksack nicht von oben nach unten durchsuchen, um etwas zu finden. Er hat eine extra große Frontöffnung. Dazu kommt ein Reißverschlussfach unten – mit Unterteilung im Inneren.
Der Rucksack ist bisher wahrlich nicht nur auf Flughäfen gerollt – an den hochwertigen Rollen sind kaum Gebrauchsspuren sichtbar! Der Griff zum Ziehen erwies sich bisher als sehr stabil.
Wenn man sich entschließt, den Rucksack auf dem Rücken zu tragen, bietet dieses Teil eine Konstruktion aus 3D Air Mesh und 3D Schaum (sorgt für Luftzirkulation) sowie einen verstellbaren und gepolsterten Hüftgurt. Der Brustriemen ist ebenfalls verstellbar. Der Eagle Creek ist bei Verschmutzungen halbwegs gut zu reinigen. Ich würde wieder einen Rucksack in Schwarz kaufen, Nachfolgemodelle sind auch in anderen Farben erhältlich. eagle 2
Mein Fazit: Ich würde diesen Rucksack wieder kaufen. Es ist eine gute Kombination aus Reisetasche und Backpack, mit dem man auch in einer Lobby im Sterne-Hotel nicht aussieht wie der letzte Lump. Zudem taugt dieses Teil (bedingt) auch für vielerlei Outdoor-Aktivitäten. Der Preis von einstmals etwas mehr als 200 Euro ist angemessen.
Die Nachteile: Wie bei jedem universell einsetzbaren Gepäckstück ist der Eagle Creek nicht für alles die optimale Lösung. Hervorragenden Eigenschaften als „Rollkoffer“ steht nur eine bedingte Tauglichkeit als Rucksack gegenüber. Die Stabilität hat ihren Preis: Rund drei Kilo Leergewicht! Länger als anderthalb Stunden möchte ich den Rucksack niemals tragen müssen – dann wird er echt unbequem.
Bei einigen Nachfolge-Modellen ist das Daypack bereits mit dabei: Eagle Creek Rincon 75L

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