Der Schlafsack liebt Pflege

Ganz ohne Pflege geht es nicht, aber Übertreibungen (zu häufiges Waschen) schaden!  Foto: Wikimedia, Forest & Kim Starr

Ganz ohne Pflege geht es nicht, aber Übertreibungen (zu häufiges Waschen) schaden!
Foto: Wikimedia, Forest & Kim Starr

Wer seinen Schlafsack liebt, der pflegt. Eine uralte Binsenweisheit wird oft nicht ernst genommen: Stopfen statt Rollen. Das Einrollen belastet die Füllung immer an den gleichen Stellen und dauerhaft schadet dies dem Schlafsack. Wer beide Methoden mal ausprobiert, wird feststellen, dass ein gestopfter Schlafsack auch besser komprimierbar ist.
Egal, womit der Schlafsack gefüllt ist: Er freut sich nach jedem Gebrauch über gründliches Lüften, vor allem bei Feuchtigkeit. So viel Zeit muss sein!
Geht es ans Waschen, dann gilt uneingeschränkt: Viel hilft nicht viel! Im Gegenteil. Nur dann waschen, wenn es wirklich absolut notwendig ist. Flecken lassen sich meist mit lauwarmen Seifenwasser und einem Schwamm oder Tuch entfernen.
Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit meinem inzwischen zwölf Jahre alten Ajungilak (Nachfolgemodell) gemacht. Ich habe das gute Stück bisher lediglich drei Mal in die chemische Reinigung gegeben, weil einfach die große Waschmaschine (Fassungsvermögen wenigstens 7 kg) fehlte. Bliebe als Alternative nur die Handwäsche, der ich die Sommerschlafsäcke (Foto) alle drei bis vier Jahre unterziehe.
Den Sierra Schlafsack benutzen wir z. B. auf dem Jakobsweg. In Schlafsälen gut brauchbar, aber relativ hohes Gewicht. Auch im Campingbus des Sommers als nächtliche "Bettdecke" in Gebrauch.

Den Sierra Schlafsack benutzen wir z. B. auf dem Jakobsweg. In Schlafsälen gut brauchbar, aber relativ hohes Gewicht. Auch im Campingbus des Sommers als nächtliche „Bettdecke“ in Gebrauch.

Wenn schon selbst waschen, dann wirklich vorsichtig! Zuerst alle Verschlüsse schließen und alle Schnurzüge öffnen. Dann den Schlafsack auf links drehen. Nun am besten bis zu einer Höhe von 30-40 Zentimeter warmes Wasser in die Badewanne einlaufen lassen und ein gutes Feinwaschmitttel (es gibt auch Spezialwaschmittel) hinzu geben. Der Schlafsack wird anfangs im Packsack in die Wanne gelegt und dann erst Stück für Stück heraus geholt.
Dabei sollte er durchgeknetet werden, so dass alles ausreichend durchnässt wird. Anschließend wird das Wasser aus der Wanne gelassen und der Schlafsack zusammengerollt, um das Wasser herauszudrücken. Dieser Spülvorgang sollte drei bis vier Mal mit klarem lauwarmen Wasser wiederholt werden.
Ob man Schlafsäcke im Wäschetrockner oder doch lieber an der frischen Luft trocknet – darüber streiten zuweilen die Geister. Ich habe die Schlafsäcke bisher immer an die frische Luft auf die Wäscheleine gehängt (aber pralle Sonne meiden).
Alternative zur Wäscheleine: Den Schlafsack am besten über einen Wäscheständer ausgebreiten und das Zimmer möglichst oft lüften. Der trockene Schlafsack sollte noch weitere drei bis vier Tage offen hängen oder liegen. Wenn beide Schlafsäcke bei uns nicht in Gebrauch sind, kommen sie zur Aufbewahrung in einen alten Kopfkissenbezug. Wer daheim genügend Platz im Schrank hat: Aufhängen.
Sowohl der Ajungilak als auch der Sierra waren eher Zufällen geschuldet: Sonderangebot im Internet. Wir sind damit zufrieden, müssen aber dahein gehend einschränken, dass wir sie nie in einem Zelt oder unter freiem Himmel in Gebrauch hatten – sondern stets in geschlossenen Räumen bzw. im Campingbus. Der ganzjährig taugliche Ajungilak wird uns noch eine Weile begleiten, der nach dem diesjährigen Jakobsweg fällige Nachfolger des Sommerschlafsacks wird wohl vor allem unter Gewichts-Gesichtspunkten gewählt werden.
Zu Daunenschlafsäcken mag ich nicht als Blinde vom Licht reden. Wir haben selbst derzeit keine in Gebrauch und auch keinerlei Erfahrungen damit.
Pflege-Tipps für Daunen-Schlagsäcke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.