Caminho Português (Kosten)

Der Jakobsweg wird so billig oder teuer wie man ihn selbst haben möchte. Wer partout das karge Leben pflegt, kommt sicherlich auch mit der Hälfte unseres Budgets aus. Ob das freudvoll ist, mag jeder selbst entscheiden.
Nach oben sind – vor allem bei entsprechendem „Nachprogramm“ in Santiago de Compostela und Porto – keine Grenzen gesetzt. Wer unbeschwert laufen möchte, und sein Gepäck transportieren lässt, zahlt ca. 5-7,50 Euro pro Tag zusätzlich. Wer den mittäglichen kleinen Hunger täglich stillt, wird auch ein wenig mehr ausgeben müssen als wir.
Ob ein Pilger-Abend bei Tee oder Leitungswasser Spaß macht – wir wissen es nicht. Ein Gläschen Rotwein oder einige Bierchen waren jedenfalls im Budget drin.

In Portugal keinen Bacalhau gegessen zu haben, wäre unverzeihlich gewesen!

In Portugal keinen Bacalhau gegessen zu haben, wäre unverzeihlich gewesen!

Zur Schluss-Rechnung: Für 16 Tage (von Haustür zu Haustür) haben wir für Transport, Logis und Verpflegung sowie Ausflüge und Besichtigungen insgesamt 1.450 Euro für zwei Personen berappt.
Mit 33 Euro p. P. schlug der Bus von Santiago gen Braga zu Buche. Angesichts der Kürze der Fahrtstrecke und des eher bescheidenen Sitzkomforts ein stolzer (unverschämter?) Preis. Von Braga zum Flughafen Porto kostete die Busfahrt nochmals 8 Euro p. P.
Die Fortbewegung mit dem Campingbus (vom und zum Flughafen Frankfurt-Hahn, inkl. Parkgebühren) sowie für die Flugtickets und die Busfahrten schlugen mit 456,85 Euro zu Buche. Für Logis in Herbergen und (mehrheitlich) Hotels haben wir mit 515,50 den Löwenanteil ausgegeben (teils stecken da aber bereits Kosten für das Frühstück drin).
Für feste und flüssige Nahrung (Kaffee und sonstige Getränke unterwegs sind ebenso inbegriffen wie das eine oder andere Bier oder ein Fläschchen Rotwein am Abend) wurden 434,25 Euro fällig. Ausflüge und Sonstiges schlug mit 42,40 Euro zu Buche.
Macht zusammen gerechnet pro Person und Tag 45,28 Euro.
Unsere einzige Ausnahme von der Mittags-Regel: Am 5. Tag haben wir uns Tapas gegönnt. Lecker, aber nicht ganz billig.

Unsere einzige Ausnahme von der Mittags-Regel:
Am 5. Tag haben wir uns Tapas gegönnt.
Lecker, aber nicht ganz billig.

Wir denken, dass dies ein ganz guter Anhaltspunkt ist. Deutlich mehr (preiswertere) Herbergen hätten anstelle eines Hotel-Doppelzimmers zwar die Kosten weiter gedrückt, aber deutlich weniger Spaß gemacht. Ob man unterwegs pro Tag zwei, vier oder sechs Espresso tankt, fällt bei einem Preis von 0,60 Euro bis 0,90 Euro pro Tasse wirklich nicht ins Gewicht.
Angesichts klatschnasser Kleidung haben wir nach einem langen Regentag dann doch ein Hotel der Pilgerherberge in Casal de Reis vorgezogen. 50 allerbestens investierte Euro!

Angesichts klatschnasser Kleidung haben wir
nach einem langen Regentag
dann doch ein Hotel der Pilgerherberge
in Casal de Reis vorgezogen.
50 allerbestens investierte Euro!

Die vergleichsweise niedrigen Verpflegungskosten resultieren aus dem Umstand, dass wir bewusst nur zwei Mahlzeiten (Frühstück und Abendessen) im Programm hatten. Zwei kleine mittägliche Durchhänger haben wir mit Studentenfutter aus dem Rucksack bekämpft, ein einziges Mal wichen wir von der Regel ab: Die Tapas am ersten Tag auf spanischem Boden mussten einfach sein.
Ein offenes Wort zu den Pilgermenüs unterwegs: Viele Angebote, die sehr günstig aussehen, sind ihren Preis dennoch wert! Dass man für eine Vorspeise (meist Suppe), ein Hauptgericht und ein Mini-Dessert (bzw. Espresso) keine kulinarischen Wunder erwarten sollte, muss klar sein. Wir haben stets dort gegessen, wo man auf gute Hausmannskost schließen durfte – und wurden nicht enttäuscht.
Unterm Strich: Wir fanden unsere Kosten angemessen. 2015 gibt es ein nächstes Stück Jakobsweg.

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