Caminho Português (5)

A fernandaWie man sich bettet, so pilgert man auch. Fangen wir also mit den Übernachtungsmöglichkeiten an, die sich auf dem Wege von Barcelos (Portugal) gen Santiago de Compostela fanden. Nach vielfältigen Gesprächen unterwegs und genauerer Sichtung diverser Jakobsweg-Führer kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da so mancher Autor Restaurants und Herbergen nicht ganz so objektiv auswählte, wie er vorgibt. In düsteren Momenten schleicht sich sogar der Gedanke in mein Köpfchen, dass da ganz schnöde pekuniäre Interessen einflossen. Anders kann ich mir beim besten Willen nicht erklären, warum es so manche „Lücke“ gibt. Aber egal.
Wir haben ganz bewusst „Geheim-Tipps“ außen vor gelassen – und dort genächtigt, wo es uns spontan hin verschlug. Das einzige Quartier, das wir vorab buchten, war das am Flughafen in Porto gelegene.
Tag 1:
1 hotel PortoWir sind nach einem ruhigen Flug von Frankfurt-Hahn in Porto vorzeitig gelandet und hatten lediglich einen fünfminütigen Weg in das kleine Hotel „Are e sol“. Im Preis des Doppelzimmers (42,50 Euro) war ein kleines Frühstück (Croissant, Brötchen, Marmelade, Butter, Kaffee) inbegriffen. Das Hotel hat keine eigene Webseite, ist aber über diverse Plattformen buchbar.
Vorteile: Flughafen- und Metro-Nähe. Kostenloses WLAN. Mit dem Bus gelangt man in einer halben Stunde gen Matosinhos ans Meer. Preis-Leistungs-Verhältnis passt. Eine kleine Bar ist dem Hotel vorgelagert. Luxus und großer Komfort gehen anders – das war aber weder erwartet, noch bezahlt worden. Das Hotel eignet sich besonders dann gut, wenn man spät ankommt und frühzeitig abfliegen muss.
Nachteile: Empfindliche Ohren erwartet Straßenlärm. Das Frühstück ist alles andere als üppig. Bis ins Stadtzentrum von Porto braucht es ca. 45 Minuten.
Alternativen am Flughafen: Park Hotel (ca. 50 Euro im DZ, Frühstück kostet 6,50 Euro p. P.); Hotel Premium Aeroporto (ca. 80 Euro für DZ inkl. Frühstück)
Tag 2:
2 FernandaWir sind nach einem zeitigen Frühstück mit dem Bus vom Flughafen nach Braga gefahren (8 Euro p. P.) und dort am Busbahnhof umgestiegen gen Barcelos (2,65 Euro p. P.), wo wir gegen 10:30 Uhr eintrafen. 12 Uhr sind wir gen Vitorino de Piães gestartet und gegen 19:30 Uhr dort in der Casa Fernanda (Telefon: +351 914 589 521. E-Mail) eingetroffen. Die Namenspatin der kleinen Herberge (ein Dutzend Schlafmöglichkeiten, Gemeinschaftsdusche und -WC) erhebt keinen offiziellen Preis, man füttert für Abendessen, Nächtigung und Frühstück eine Spendenbox. Wir fanden 45 Euro angemessen, zumal wir das Glück hatten, den Schlafsaal allein nutzen zu können.
Wir würden dort jederzeit wieder Quartier nehmen! Die herzliche Atmosphäre macht den Schlafsaal allemal wett.
Luxuriöse Alternative: Casas do Rio (Der Pilger-Preis von 45 Euro ist ein Witz angesichts dessen, was geboten wird!!!)
Tag 3:
3 ponte de limaUnser vergleichsweise kurzer Weg führte uns an diesem Tag gen Ponte de Lima. Dass wir in der Ortsmitte von einem „Schlepper“ aus dem Restaurant „Encanada“ angesprochen wurden, fanden wir ausnahmsweise hilfreich. Ein zentral gelegenes Zimmer (35 Euro) mit der Möglichkeit, auch eine Küche mitzubenutzen, kam uns gerade recht. Die Unterkunft war ihr Geld definitiv wert. Man kann im Restaurant auch nachfragen – sie haben stets Zimmer oder Ferienwohnungen an der Hand.
Alternativen zur Pilgerherberge hinter der Brücke gibt es in ausreichender Zahl. Die Augen offen zu halten, reicht völlig aus.
Tag 4:
a rubiaesEs war für uns das kürzeste, aber auch härteste Teilstück. So waren wir heilfroh, in Rubiães nicht erst bis zur Pilgerherberge laufen zu müssen. Man fällt am Ortseingang förmlich in das kleine Hotel „Residencial O Repouso do Peregrino“ (DZ mit Balkon und Frühstück für 30 Euro). Telefon: +351 251 943 692. E-Mail. Man kann die Wäsche waschen lassen, um 18:30 Uhr steht ein (kostenloses) Taxi in ein zwei Kilometer entferntes Lokal (Pilgermenüs zwischen 6,50 Euro und 11,50 Euro) vor der Tür. WLAN ist kostenlos.
Tag 5:
4 tuiAm darauffolgenden Tag hat man die Qual der Wahl: Logis auf der portugiesischen Seite des Flusses oder auf der spanischen. Wir entscheiden uns auf Grund der späten Ankunft für die Pilgerherberge hinter der Kathedrale in Tui (Bett im Schlafsaal für 6 Euro p. P.). In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich sowohl genügend Alternativen zum Schlafen als auch ausreichend Restaurants. Ein wenig ärgerlich war, dass die Herberge bereits um 22 Uhr verschlossen wird und kein WLAN zur Verfügung steht. Es war alles sehr sauber, den Schlafsaal hatten wir erneut für uns allein. AndreaFortsetzung der Herbergen auf dem Weg nach Santiago de Compostela sowie beim Sightseeing in Braga folgt.

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