Ägypten und Griechenland sind die Gewinner des Reisejahres 2017

„Ägypten und Griechenland sind die eindeutigen Gewinner des Reisejahres 2017“, erklärt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) anlässlich der DRV-Jahrestagung im Emirat Ras Al Khaimah. Beide Länder haben laut einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens GfK zum Stichtag 31. Oktober 2017 beim Umsatz deutlich zugelegt.

Nachdem Griechenland bereits im vergangenen Jahr ein zweistelliges Umsatzwachstum im Reisebüro verzeichnen konnte, hat sich dieser Trend im Touristikjahr 2016/17 mit einem weiteren Umsatzplus von 30 Prozent fortgesetzt. Damit ist Griechenland nach den Balearen im Sommer 2017 zweitstärkste Urlaubsregion geworden. Einen noch größeren prozentualen Umsatzsprung machte Ägypten: Das Land am Nil ist zwar vom gesamten Gästeaufkommen kleiner als Griechenland, konnte aber nach sinkenden Buchungszahlen im vergangenen Jahr jetzt einen deutlichen Umsatzzuwachs von 55 Prozent verbuchen – und dieser Aufwärtstrend schreibt sich für den Winter weiter fort. Ein sehr gutes Wachstum weisen nach Auswertungen der GfK neben diesen Umsatzchampions auch Marokko und Tunesien auf. Die nordafrikanischen Urlaubsländer sind sichtlich auf dem Weg der Erholung nach den Einbrüchen in den Vorjahren. Zudem haben sich Bulgarien, Kroatien und Zypern wachstumsstark entwickelt.

Im gesamten Touristikjahr 2016/17 bleibt Spanien vom Gesamtumsatz- und Gästevolumen her das beliebteste ausländische Urlaubsziel der Deutschen bei den Veranstalterreisen. Mehr als jeder vierte Umsatzeuro, den Deutsche in ihre Urlaubsreisen investieren, geht nach Auswertungen der GfK in spanische Zielgebiete. Im Jahr 2016 war Spanien besonders wachstumsstark. Dieses hohe Niveau kann die Destination 2017 annähernd halten – allerdings entwickeln sich die touristischen Regionen unterschiedlich: Zuwächse im niedrigen einstelligen Bereich erzielen die Kanaren und das spanische Festland, die Balearen verlieren demgegenüber an Umsatz. Obwohl gerade Mallorca in diesem Jahr mit Touristen mehr als gut gefüllt war, zeigen die GfK-Zahlen einen merklichen Umsatzrückgang. Offensichtlich haben sich die Kunden aufgrund gestiegener Hotelpreise und der extremen Überfüllung zumindest teilweise für andere Zielgebiete entschieden und vor allem weniger im Reisebüro gebucht. Denn: Die Balearen-Rückgänge sind laut GfK vornehmlich den rückläufigen Buchungen im Reisebüro geschuldet, im Online-Bereich liegen sie dagegen über Vorjahr. Auch die Zuwächse, die die Fremdenverkehrsämter insgesamt etwa zu Mallorca melden, zeigen, dass das Wachstum für diese Destination aus dem individuell organisierten Urlaubsreisemarkt stammt.

Auf der Fernstrecke haben die USA in der Gunst deutscher Urlauber sichtlich verloren – mit Umsatzrückgängen im zweistelligen Bereich (minus 17 Prozent) bezogen sowohl auf die Sommersaison 2017 als auch das Touristikjahr. Diese Veränderung ist nicht nur auf den Wechselkurs zurückzuführen, sondern beruht möglicherweise auch auf einem Trump-Effekt, der sich allerdings nicht quantifizieren lässt. Die Einbußen bei USA-Reisen können das gute Umsatzwachstum von Kanada (im zweistelligen Bereich), das mit vielen Veranstaltungen zu seinem Jubiläumsjahr mehr Gäste gewinnen konnte, im Reisebüro nicht wettmachen. Trotz des nach 2016 erneuten Umsatzrückgangs bleiben die USA vom Umsatz- und Gästevolumen her das beliebteste Land auf der Fernstrecke.

Die stärksten Rückgänge verzeichnete im abgelaufenen Jahr allerdings kein Fernreiseziel, sondern erneut die Türkei. Trotz des starken Last-Minute-Effekts im Sommer und Herbst, der die Türkei aufgrund guter Verfügbarkeiten und des sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses zeitweise zum meistgebuchten Ziel im Kurzfrist-Bereich machte (Quelle Trevotrend), hat sich die Anzahl der Gäste laut Einreisezahlen des Landes im Vergleich zu vor zwei Jahren fast halbiert. Obwohl 2017 die Buchungsumsätze erneut rückläufig waren (im zweistelligen Bereich), liegt die Türkei in der Gunst der deutschen Urlauber aber weiterhin auf einem der vordersten Ränge – nach Kanaren, Balearen und Griechenland.

Für den gerade begonnenen Winter zeigen sich erste Trends: Traditionell sind die Kanaren die wichtigste Winterdestination. Gut jeder fünfte Umsatzeuro fliegt im Winter auf die Kanaren. Die spanischen Inseln im Atlantik können auf sehr hohem Umsatzniveau im Vergleich zum Vorjahr nochmal zulegen (einstelliges Wachstum). Ein weiterhin sehr gutes Wachstum im zweistelligen Bereich weist Ägypten auf, zweitwichtigstes Winterziel zum aktuellen Buchungsstand. Auf den Rängen drei und vier folgen Thailand und die Malediven, beide ebenfalls mit zweistelligen Zuwächsen. Zu den wachstumsstärksten Reisezielen im Winter gehören mit einem Umsatzplus von 23 Prozent auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Diese hatten bereits im Sommer 2017 im einstelligen Prozent-Bereich zugelegt.

Bei den Fernreisen wird das Wachstum insgesamt gedämpft durch die derzeit deutlich unter Vorjahr liegenden Reiseumsätze für die Karibik, die an ihr herausragendes Wachstum im Vorjahr somit nicht anknüpfen können. Auch die schweren Hurrikane, die im Herbst einige karibische Inseln verwüstet zurückgelassen haben, haben ihre Spuren in den aktuellen Buchungszahlen hinterlassen. Die vom Umsatz her bedeutendere Fernreiseregion Asien/Australien entwickelt sich mit guten einstelligen Zuwächsen dagegen positiv. Ebenfalls gut nachgefragt sind afrikanische Reiseländer.

Diese Auswertungen zur Wintersaison 2017/18 beziehen sich auf den Buchungsstand Ende Oktober 2017 und stellen somit Momentaufnahmen dar. Für den Sommer 2018 lassen sich derzeit noch keine verlässlichen Trends feststellen, da die Buchungszeit dafür gerade erst beginnt, heißt es in der DRV-Pressemitteilung abschließend..

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