31 Tage mit dem Rucksack (3)

Unser Tag 11 beginnt wieder ausgesprochen zeitig. Mit dem Minibus einmal um die Ecke? Was wird das denn? Als zwei weitere dieser Gefährte halten, kommt Licht ins Dunkel: Alle sollen Gelegenheit zum Frühstück haben – dann geht es in verschiedene Himmelsrichtungen weiter.
Wir besteigen mit einem schwedischen Pärchen und ihren zwei Kleinkindern den Minibus. Die Familie ist insgesamt drei Monate unterwegs, Respekt! Mit zwei Pausen geht es nach Satun. Die Ausreise-Formalitäten sind rasch abgewickelt, letzter Blick zurück aufs neue Hafengebäude – Leinen los.
Von hier dauert die Fährüberfahrt nach Kuah (Langkawi) ca. eine Stunde. Dann heißt es wieder mal: Papier beschreiben; die Einreiseformalitäten für Malaysia erledigen. Gesichtskontrolle, Visum für 90 Tage – los geht´s.

Gleich am „Jetty Point“ in Kuah befindet das Inselwahrzeichen, ein riesengroßer Adler aus Kupfer mit 18 Meter Spannweite.
Am Fährhafen befindet sich auch einer unserer „Rettungsanker“ auf allen Reisen, ein Ableger von „Starbucks“. Gleicher Preis wie daheim, aber gut. Ich wusste nicht, dass frische Muffins so lecker sein können. Unsere Begleiter müssen wohl ähnliche Gedanken gehabt haben. Der Geldautomat spuckt Geld aus (wie schön!) und beim Moneychanger bekommen wir für unser restlichen thailändischen Baht einen erstaunlich guten Kurs.
Dann teilen wir uns mit den Schweden einen Minibus, um gen Cenang zu kommen (40 Ringgit = 8,50 Euro für 27 Kilometer). 20 Minuten Besichtigung diverser Guesthouses und Hotels schließen sich in (Pantei) Cenang an. Fündig werden wir mehrfach, entschließen uns schließlich, die nächsten sechs Tage (DZ, Dusche, WC, Air Condition, Strandlage für 70 RM pro Tag = 14,70 Euro) im „Cenang Rest House“ zu verbringen. 20 Meter von der kleinen Terrasse entfernt befindet sich gleich ein Restaurant mit Thai-Küche.
Es ist 15 Uhr – der Magen knurrt. Also gleich mal die Küche gegenüber testen. Lecker! Riesige frisch gegrillte Prawns mit Thai-Sauce und Reis, dazu ein frisch gepresster Limettensaft. Mir läuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen. Und wo bekäme man hierzulande einen Red Snapper (ganzer Fisch) zu dem Preis?
Später machen wir einen kleinen Spaziergang durch den Ort: Die Gehwege werden neu gemacht, kleine Läden mit dem üblichen Touri-Schnickschnack sowie Touren-Agenturen bestimmten das Straßenbild. Natürlich kleine und größere Restaurants sowie Hotels und Guesthouses.
Zurück geht´s am Strand. Man könnte den Sonnenuntergang orgiastisch nennen – so was habe ich erst einmal erlebt, auf Los Roques in der Karibik. Der Flieger schwebte planmäßig ein, um mit aufs Bild zu kommen …
Für den nächsten Tag haben wir ein bisschen naturkundliche Bildung vorgesehen; wollen uns auch um einen Mietwagen (versichert!) bemühen. Dank Zollfreiheit: Eine Stange Zigaretten (Camel) kostet 11 Euro, eine Dose Tiger-Bier (0,33 Liter) 30 Cent. Rauchend und trinkend klingt der Tag aus.
Erste Sonnenstrahlen blinzeln durchs Fenster. Es ist 8 Uhr, Tag 12 beginnt. Im Restaurant gegenüber ein schnelles Frühstück: Kaffee (naja …), Roti Canai mit Bananen. Und der Chef spricht einen Satz gelassen aus, den ich zuvor von einem Wirt noch nie hörte: „Gehen Sie ein paar Schritte. Frühstück zuzubereiten können andere besser als wir.“ Cool!
Nach einem morgendlichen Bad im Meer mit anschließender Dusche laufen wir schlappe 700 Meter zur „Underwater World“. Ein gigantisches Aquarium, das wohl seinesgleichen sucht. 1995 eröffnet können hier mehr als 4.000 Tierarten unter Wasser beobachtet werden. Ein 3-D-Kino versetzt den Zuschauer quasi unter Wasser.
Ein 15 Meter langer Tunnel, über dem sich ein achteckiges Aquarium mit 850.000 Litern Wasser befindet, vermittelt das Gefühl, auf einem Tauchgang zu sein. Wir können uns im wahrsten Wortsinne nicht satt sehen – und verweilen dort mehr als vier Stunden. Die 8 Euro Eintrittsgeld sind bestens investiert!
Nach einem etwas opulenter ausfallenden Mittagessen klappern wir Autovermieter ab. Linksverkehr mit dem eigenen fahrbaren Untersatz habe ich mehrfach erfolgreich bewältigt – aber mit links schalten und rechts sitzen? Wir entscheiden uns am Nachmittag schließlich für einen viertürigen (versicherten!) Kleinwagen mit Automatikgetriebe. 70 RM pro Tag (14,70 Euro) sind ein Witz. Richtig schön wird es aber erst an der Tankstelle: Ein Liter Super kostet umgerechnet 40 Cent!
Das nachmittägliche Badeerlebnis wird durch einige Quallen getrübt. Am Strand wie immer: Keine Gewimmel, kein Stress“. Ein wichtiges Wörtchen zu allen möglichen Aktivitäten am und im Wasser. Sicherlich sind die Preise (gemessen an westeuropäischem oder karibischem Niveau) sehr moderat. Aber: Nur um „peanuts“ geh es nicht! Die Tafel am Strand ist nur ein Beispiel, denn es geht auch preiswerter, wenn man die Äuglein aufmacht. Ein vierstündiger Ausflug zum Fischen kostet 500 RM = 105 Euro. 15 Minuten Wasserski zu fahren macht den Geldbeutel um 14,70 Euro leichter.
Nach dem obligatorischen Sonnenuntergang mit gut gekühltem Bier machen wir einen Abstecher zu einer kleinen skurrilen Strandbar in Rufweite des Quartiers. Hier trifft sich aus aller Herren Länder am Abend zwischen 17 und 70 so ziemlich alles, was in Cenang handgemachte Musik (viel Reggae) mag. Ein paar wenige Stühle sind vorhanden, für alle anderen gibt es Matten und niedrige Tische. Zivile Preise bei den Getränken. Viele kommen, weil es „Western Food“ gibt. Wir brauchen das nicht – setzen uns abseits und lauschen nur der Musik. Ein akustisch sehr schöner Abend.

Mit einem fahrbaren Untersatz wird doch alles gut, wenigstens unser Tag 13. Nach dem Frühstück ziehen wir los, wollen mit dem Cable Car (Seilbahn) hoch hinaus. Pustekuchen! Technische Wartungsarbeiten. Wir können nicht ahnen, dass uns dies noch zum Allerbesten gereichen soll. Wir schauen uns dann das eine oder andere sehr schöne (teure) Resort an (wer den Geldbeutel dazu hat: Sehr zu empfehlen!!) und nehmen Kurs auf einen der schönsten Strände im Norden der Hauptinsel.

Kurzer Rundumblick, dann mieten wir für zweieinhalb Stunden ein Boot (250 RM = ca. 52 Euro), um uns die traumhafte und weitestgehend unberührte Mangrovenlandschaft (Geoforest Park) anzusehen.
Mehrere Stopps, u. a. an einer Höhle, einer Fischfarm und bei unseren „Verwandten“, den Affen, machen die Fahrt unvergesslich. Selbstredend haben wir uns auch an der Unsitte beteiligt, die Adler anzufüttern … Das schönste zum Schluss: Eine atemberaubend schnelle Fahrt bei spiegelglatter See rund um die Insel zurück zum Ausgangspunkt.
Weiter geht es zu einem hinduistischen Tempel, dann gen Kuah, dem Hauptort und Fährhafen. Zigaretten einkaufen steht u. a.auf dem Programm (eine Stange „Camel“ für 10 Euro). In Kuah steht auch das Wahrzeichen der Insel, der riesige Adler (inmitten eines sehr schön angelegten Parks). Und die Affen sind wieder allgegenwärtig … Der späte Nachmittag folgt dann ganz in Ruhe. Zum Abendessen gibt es besonderen Fisch, Rochen. Lecker und grätenfrei.

Nachdem wir Tag 14 mit einem ausgiebigen Frühstück begonnen haben, wollen wir nun endlich hoch hinaus. Um 10 Uhr öffnet die Seilbahn (Cable Car) von Langkawi ihre Sperren. Berg- und Talfahrt kostet pro Person 25 RM (ca. 5 Euro). Baulich finde ich das Ganze sehr vertrauenerweckend, schließlich hat eine weltbekannte österreichische Spezialfirma hier Hand angelegt. Die Seilbahn ist eine der neueren Attraktionen der Hauptinsel befindet sich im sogenannten Oriental Village, einem riesigen Einkaufszentrum. In jede „Gondel“ passen sechs Personen.
Vom Fuße einer der höchsten Erhebungen geht es zunächst auf eine Mittelstation auf ca. 650 Metern Höhe. Dabei werden 1,7 Kilometer zurück gelegt. Man kann hier aus- und wieder einsteigen und genießt erstmals einen herrlichen Rundumblick. Weiter geht es dann weitere 450 Meter – hinüber zur Gipfelstation, die auf mehr als 700 Metern liegt. Eine unschlagbare Aussicht und eine erfrischend kühlen Brise machen zusammen mit dem Panorama-Blick die Auffahrt zu einem Erlebnis. Wir haben fast klare Sicht. Wären wir einen Tag zuvor hoch gefahren – Pustekuchen; denn da war es dunstig. Von der Gipfelstation gelangt man über eine sogenannte Skybridge (2005 eröffnet) zur Seite, auf der die Mittelstation liegt. In ca. 20 Minuten kann man dann durch den Urwald zurück „tippeln“.
Der Nachmittag gehört dann Badefreuden an diversen Stränden; dann muss der Mietwagen zurück gegeben werden. Der nächste (15.) Tag wird eine Faulenzer-„Arie“. Es wird aber dann auch der einzige Tag ohne irgendwelche Sightseeing-Aktivitäten bleiben.
Zum Teil 4

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